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Ansel Adams

Ansel Adams

Ansel Adams war vieles. Er gilt bis heute als der Fotograf des amerikanischen Westens, denn seine Aufnahmen, entstanden lange vor der Digitalfotografie, sind von zeitloser Ästhetik und Brillanz und werden bis heute immer wieder nachgedruckt. Er war auch ein Bewahrer der Natur und der Nationalparks, die er fotografierte, sowohl indem seine Bilder den Menschen die Schönheit der Natur vor Augen führten, als auch als engagierter Umweltschützer. Und er war ein Pionier und Lehrer der Fotografie, der anderen zeigte, wie man die Kamera perfekt einstellte, um Eindrucksvolles zu erhalten. Seine Fotografien sind vor allem wegen ihrer beeindruckenden Tiefe und Schärfe berühmt geworden. Zu den Lieblingsmotiven des Ansel Adams zählten die dramatischen Landschaften des amerikanischen Westens, unter anderem in den National Parks und hier vor allem im Yosemite Nationalpark, dessen Popularität durch seine Bilder einen deutlichen Aufschwung erfuhr.

Adams wurde am 20. Februar 1902 in San Francisco als einziger Sohn einer irischstämmigen Familie geboren. Sein Vater arbeitete im erfolgreichen Holzgeschäft mit, dass Ansels Großvater aufgebaut hatte, die Mutter war Hausfrau. Im Gegensatz zu vielen anderen ging es der Familie Adams wirtschaftlich recht gut und als Einzelkind erfuhr Ansel Privilegien, die viele Altersgenossen nicht kannten. Viele Freunde hatte er nicht. Die Gründe dafür waren häufige Krankheiten, sein Desinteresse an Sport und nicht zuletzt die Tatsache, dass er mehrfach die Schule wechseln musste und er letztlich für eine Zeit von seiner Tante zu Hause unterrichtet wurde. Schon früh begann Adams, sich in erster Linie für die Natur zu interessieren. Er verbrachte viel Zeit damit, die steile Küste in der Umgebung seines Elternhauses zu erkunden. Als sein Vater das Hobby Astronomie für sich entdeckte, war auch Ansel schnell von der Sternbeobachtung angetan.

Der Vater war während Adams’ Jugendzeit die entscheidende Bezugsperson, deutlich mehr als die Mutter, und Charles Adams bemühte sich, seinem Sohn immer wieder neue Interessen nahe zu bringen und ihn zu fördern. Als er 12 Jahre alt war, kam zu der Begeisterung für die Natur auch die für die Musik dazu. Ansel erhielt Klavierunterricht und entwickelte seine Kunst in den folgenden Jahren immer weiter. Zugleich aber entdeckte er, nach einem ersten Besuch des Yosemite, auch die Fotografie für sich, dank einer Kamera, die ihm der Vater schenkte. Als er wenig später auch noch damit begann, aushilfsweise in einem Fotostudio in San Francisco zu arbeiten, waren die Weichen dafür gestellt, dass Adams zu einem Fotografie-Künstler wurde, der die gesamte Technik rund ums Fotografieren wahrscheinlich besser als die meisten anderen Kameraprofis beherrschte. Seine ersten Werke verkaufte er in dem Studio, in dem er arbeitete.

Schon früh waren die beeindruckenden Naturlandschaften des Westens sein bevorzugtes Motiv. Er schloss sich dem Sierra Club an, einer Vereinigung von Naturschützern und übernahm in den Sommermonaten einen Job im Besucherzentrum des Clubs im Yosemite Nationalpark. Zusammen mit anderen Mitgliedern unternahm er zahlreiche Wandertrips auch in die entlegenen Winkel des Parks. Trotz dieses Engagements und den kommerziellen Erfolgen mit dem Verkauf seiner Fotos verfolgte er noch lange Zeit den Wunsch, Konzertpianist zu werden und verfolgte diesen Plan mit ähnlicher Begeisterung wie die Fotografie, für die er bereit war, auch die am schwersten zugänglichen Punkte des Nationalparks aufzusuchen, um gute Perspektiven zu finden. Ebenso wichtig wurde bald aber auch die ausgefeilte Technik beim Entwickeln der Bilder, denn Adams erhielt schon bald Aufträge zum Beispiel für Porträtfotos. Auch mit der Technik der Reproduktion von Fotografien in Druckerzeugnissen beschäftigte er sich ausführlich. Adams sollte in späteren Jahren auch mit Farbfotografie arbeiten, im Großen und Ganzen aber blieb er der Schwarzweiß-Fotografie treu, deren Technik er perfektioniert hatte.

1928 heiratete Ansel Adams seine Jugendfreundin Virginia Best, Tochter des Inhabers des Fotostudios, in dem er seine ersten Bilder verkauft hatte. In der Folge begann er sich nun ausschließlich auf die Fotografie zu konzentrieren und seine Arbeiten wurden nun noch vielfältiger. 1930 brachte er gemeinsam mit der Autorin Mary Hunter Austin sein erstes Buch heraus, “Taos Pueblo” ein teurer, kunstvoller Band mit zwölf Bildern aus New Mexico. Schon ein Jahr später brachte er es zu einer Sonderausstellung bei der Smithsonian Institution in Washington, DC, für die er viel weiteres Lob und nochmals steigendes Interesse an seiner Arbeit erntete. Weitere technische Verfeinerungen, eine Erweiterung des künstlerischen Spektrums um Stilleben und neue Ausstellungen folgten und 1932 gründete Adams gemeinsam mit Kollegen die Gruppe f/64, eine Künstlergemeinschaft für Fotografen, die einen Schwerpunkt auf fokussierte, ästhetische, detaillierte Naturaufnahmen legte. Die Gruppe hatte in der Folge viele weitere Ausstellungen. Im von Adams mitbegründeten Center for Creative Photography in Tucson, Arizona, ist heute eine breite Perspektive der Arbeiten von Fotografen der Gruppe zu sehen.

Generell sind die 1930er Jahre in der Karriere und im Privatleben von Ansel Adams wohl die entscheidende Dekade gewesen. Zu jener Zeit ging es den Menschen in den USA wegen der Weltwirtschaftskrise und der hohen Arbeitslosigkeit von rund 25% schlecht, während Adams dank seiner - an Wohlhabende verkauften - Fotografien seiner jungen Familie ein sicheres, gutes Einkommen bieten konnte. Neben dem Verkauf seiner Naturaufnahmen brachte auch seine Arbeit für die Werbung, die Presse und ähnliche Zwecke gutes Geld. Zudem schrieb er Artikel in Fachmagazinen und eröffnete eine eigene Galerie in San Francisco. Sein Sohn Michael wurde 1933 geboren, seine Tochter Anne 1935. Zugleich richtete Präsident Roosevelt mit seinen Maßnahmen im Rahmen des New Deal die Aufmerksamkeit vieler Amerikaner auf die mit nun verbesserter Infrastruktur ausgestatteten Nationalparks und immer mehr Menschen kamen auch in die entlegenen Gebiete des Westens - mit Folgen für die Natur, die Ansel Adams nicht gefielen. Sein 1938 für den Sierra Club entstandenes Buch “The John Muir Trail” gilt als wichtige Vorlage für die Entscheidung des Parlaments im Jahr 1940, die kalifornischen Nationalparks Sequoia und Kings Canyon einzurichten.

Die folgende Dekade brachte wieder einmal neue Meilensteine für Adams’ Karriere, der in zunehmendem Maße auch in der breiten Öffentlichkeit bekannt wurde. Dazu trugen sowohl vielbeachtete Ausstellungen, weitere Bücher und vielbeachtete Aufnahmen bei, aber auch die Tatsache, dass er an verschiedenen Orten als Lehrer und Dozent auftrat und vor allem ein Auftrag, den er 1941 vom US-Innenministerium erhielt und in dessen Rahmen einige seiner bekanntesten Bilder entstanden, die zum Teil dann in Wandbilder im neuen Gebäude des Ministeriums umgewandelt wurden. In den folgenden Kriegszeiten stellte Adams sich dann in verschiedenen Aufträgen in den Dienst des Militärs, doch nach Kriegsende kehrte er schnell in sein bevorzugtes Tätigkeitsgebiet zurück und machte etwa 1946 im Auftrag der Guggenheim-Stiftung Aufnahmen aller amerikanischen Nationalparks. In den 50er Jahren wurde Ansel Adams dann Repräsentant der Firma Polaroid und arbeitete auch in zunehmendem Maße kommerziell für andere Unternehmen. Damit begann eine Zeit, in der er seinem Lebenswerk nur wenige neue, beeindruckende Aufnahmen hinzufügte, in der er aber verstärkt für Aspekte des Naturschutzes eintrat und davon profitierte, dass die Kunst der Fotografie insgesamt nun anerkannter war und seine Aufnahmen auch von allgemeinen Magazinen gedruckt sowie in Kunstmuseen im ganzen Land gezeigt wurden. 1974 zum Beispiel widmete ihm das Metropolitan Museum of Art in New York City eine ganze Ausstellung. 

Im September 1983 unterzog sich Adams einer Operation am Bein, bei der ein Tumor entfernt wurde. Die Folgen dieses Eingriffs waren wohl die Ursachen für die Herz-Kreislauf-Erkrankung, der er am 22. April 1984 im Krankenhaus von Monterey schließlich erlag. Neben der anhaltenden Veröffentlichung seiner Werke in Büchern, Zeitschriften, Kalendern und vielen anderen Medien sind Adams’ Werke heute in zahlreichen Museen und Ausstellungen zugänglich. Seine Fotos werden, obwohl sich die Fototechnik in den Jahrzehnten seit der Entstehung seiner profiliertesten Aufnahmen vielfach verändert hat, noch immer wegen ihrer besonderen Ästhetik und Komposition als herausragende Beispiele gewürdigt und die Originale erzielen oft Preise von mehreren Hunderttausend Dollar. In Kalifornien wurde 1985 ein Berg im Inyo National Forest in “Mount Ansel Adams” umbenannt.


 

 

 

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