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Donald Trump

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Es gibt Menschen, die einen tieferen Einblick in die Welt von Donald Trump bekommen haben als der normale Fernsehzuschauer - Vertraute, Biographen, von ihm geschätzte Journalisten - und wenn diese Menschen über Trump sprechen, dann versichern sie, dass er auch bei näherer Betrachtung so ist, wie ihn die Öffentlichkeit kennengelernt hat. Trump also, so wird berichtet, ist tatsächlich jemand, der großen Wert auf die Außenwirkung legt; jemand, der sich eher von Impulsen und Emotion leiten lässt als von strategischen Überlegungen und jemand, der bei dem, was er angeht, zuallererst Leidenschaft und Einsatzbereitschaft an den Tisch bringt. Donald Trump spricht gern über sich selbst und über das, was er tut und tun möchte, doch er wird zurückhaltender und blockiert bisweilen, wenn es um Vergangenes geht. Es gehört zur politischen Figur Donald Trump, dass das, was erst noch erreicht werden soll, im Vordergrund der Gesamtkomposition Trump steht. Den 45. US-Präsidenten umgibt eine Aura von Optimismus, Tatendrang und großem Selbstvertrauen, doch zu seiner Persönlichkeit gehören ebenso ein Hang zu übermäßiger Emotionalität und ein manchmal undiplomatisch erscheinendes Auftreten.     

Donald Trump hat Zeit seines Lebens in wohlhabenden Verhältnissen gelebt. Das Haus, in dem er seit seiner Geburt am 14. Juni 1946 lebte, war ein zweistöckiges, elegantes Gebäude im New Yorker Stadtteil Queens, dessen Stil dem aus der britischen Tudor-Zeit nachempfunden war. Es war Ausdruck des Erfolgs seines Vaters Fred, der es als Sohn deutscher Einwanderer mit viel Tatkraft und Erfindungsreichtum zu großem Reichtum gebracht hatte - bei seinem Tod sollen es mindestens $250 Millionen gewesen sein.

Donald war das vierte von fünf Kindern von Fred und Mary Anne Trump. Er besuchte eine Privatschule, die er allerdings im Alter von 13 Jahren verlassen musste, weil er mit seinem Verhalten wiederholt für Probleme gesorgt hatte. Die Eltern begegneten diesen Problemen, indem sie den Jungen auf eine Militärakademie schickten, wo man nicht nur auf Disziplin achtete, sondern auch auf die Herausarbeitung von Führungsqualitäten. Er studierte anschließend in New York City und an der Wharton School of Business in Pennsylvania, die er 1968 mit einem Bachelor in Wirtschaftswissenschaften abschloss, mit einem Schwerpunkt auf Immobilienwirtschaft. Eine Einberufung wegen des Vietnamkriegs konnte Trump vermeiden,  zunächst wegen seines Studentenstatus. Später wurde er aus medizinischen Gründen zurückgestellt.

Dies ermöglichte es Donald Trump, gleich nach dem Studium seine Business-Karriere zu beginnen. Schon als Student hatte er in der Immobilienfirma des Vater mitgearbeitet und dadurch bereits einen gewissen Wohlstand erreicht. Nach dem Abschluss stieg er mit ins Immobiliengeschäft ein, investierte nebenbei aber auch eine beträchtliche Summe in eine Broadway-Show, die floppte und ihm gehörige Verluste bescherte. Beim Aufbereiten und Verkaufen von Apartments war er dagegen deutlich erfolgreicher, auch wenn er zwischenzeitlich beschuldigt wurde, mit Tricksereien dagegen vorgegangen zu sein, dass sich Sozialhilfeempfänger in die Immobilienprojekte der Firma einmieten konnten. Bald schon wurden die Projekte größer und teurer und Trump als Unternehmer immer bekannter in der Stadt. 1971 übernahm er die Leitung der Firma von seinem Vater. 

Die größten Gewinne machte Trump mit dem Geschäftsmodell, das seinen Vater reich gemacht hatte. Er kaufte Immobilien und Grundstücke bei günstigen Gelegenheiten, zum Beispiel bei Zwangsversteigerungen, wertete sie auf und verkaufte sie dann wieder. Sein Unternehmen geht aber auch noch anderen Geschäften nach. Die Trump Organization, die nach Antritt der Präsidentschaft von Trumps Kindern geleitet wird, besitzt und vermietet zahlreiche Wohn- und Geschäftsgebäude, vor allem in Manhattan; betreibt mehrere Golfanlagen und ist am Finanzmarkt aktiv. Daneben gehören Hotels, eine eigene TV-Produktionsfirma, eine Eislaufbahn im Central Park, eine Management-Agentur für Models und ein Weingut in Virginia zum Unternehmen, die Rechte am Schönheitswettbewerb “Miss Universe” besitzt Trump seit 2015 nicht mehr. Doch nicht alles, was den Namen Trump trägt, ist auch ein Projekt des Milliardärs: Es gibt zahlreiche Immobilien, die gegen eine Lizenzgebühr mit Trumps Namen arbeiten, ihm aber nicht gehören. Für Aufsehen sorgte Donald Trumps Investition in ein Casinohotel in Atlantic City 1988. Das über große Bankdarlehen finanzierte Projekt konnte dem Niedergang der Tourismuszahlen nicht standhalten und ging nur ein Jahr später in Insolvenz. Etwa zur gleichen Zeit scheiterte auch das Fluglinien-Projekt “Trump Shuttle”. Die Karriere des erfolgsverwöhnten Geschäftsmanns erlebte in diesen Jahren erstmals eine Delle. Tatsächlich sind vier Trump-Unternehmen in die kontrollierte Insolvenz nach Chapter 11 im amerikanischen Unternehmensrecht gegangen. Die Trump University, die während des Wahlkampfs in die Diskussion gekommen war, bestand von 2005 bis 2010 und war keine Universität, sondern ein Kursangebot mit Kursen in Fächern wie Immobilienmanagement und Vermögensverwaltung, wobei jeder Kurs mit Gebühren belegt war.    

Alle diese Unternehmungen - und sicher auch die millionenschwere Starthilfe des Vaters - haben aus Trump, das ist unbestritten, einen Milliardär gemacht. Wie viele Milliarden es genau sind, lässt sich auf Grund der unterschiedlichen Bewertungen der Vermögensgegenstände nicht sagen. Er selbst gab in einer Presseerklärung im Juli 2015 bekannt, sein Vermögen betrage mehr als 10 Milliarden Dollar. Ein guter Teil dieser Bewertung beruht übrigens auf dem Markennamen “Trump” - vor diesem Hintergrund erscheint es nachvollziehbar, dass manche Menschen Bedenken haben, dass Trumps Präsidentschaft auch auf seine Geschäfte Auswirkungen haben könnten.

Donald Trump Reform Party 2000Entgegen der weitläufigen Meinung ist Trump in der Politik kein Unbekannter, allerdings konnte er bisher keiner politischen Richtung oder Partei eindeutig zugeordnet werden. Schon seit Jahrzehnten hatte er sich häufig zu politischen Vorgängen in Amerika geäußert und Anfang der 1980er Jahre trat er als Unterstützer des republikanischen Präsidenten Ronald Reagan in Erscheinung. Als dessen zweite Amtszeit 1989 zu Ende ging, erwog Trump kurz, sich um die Nominierung der Republikaner zu bewerben, entschied sich dann aber dagegen. Stattdessen warf er seinen Hut im Jahr 2000 für die Reform Party ins Rennen, die damals zwar wohl landesweit chancenlos war, aber einige Achtungserfolge bei Wahlen erreicht hatte. Trumps Slogan “The America we deserve” funktionierte so gut, dass er die ersten beiden Vorwahlen gewinnen konnte, doch sein innerparteilicher Gegner, der erzkonservative Pat Buchanan, lieferte Trump einen so erbitterten, die Partei spaltenden Kampf, dass Trump seine Kandidatur aufgab. 2004 äußerte er in einem Interview, das er in vielen Dingen die Positionen der demokratischen Partei teile und im Laufe der Jahre leistete er an beide großen Parteien Spenden in beträchtlicher Höhe. Im Jahr 2012 erwog Trump dann eine erneute Kandidatur, diesmal bei den Republikanern, doch es blieb bei der Idee, obwohl er in Umfragen vor Beginn des Vorwahlkampfs gegenüber anderen Kandidaten deutlich vorne lag. Am 15. Juni 2015 erklärte Donald Trump dann offiziell seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen 2016, die er am 8. November gegen Hillary Clinton gewann. Der Wahlkampf, schon die Vorentscheidung innerhalb der Republikanischen Partei und nochmals verstärkt im Hauptwahlkampf gegen Clinton, hatte sich durch extreme gegenseitige Angriffe zu einem entwickelt, der in der Geschichte der USA seinesgleichen suchte.    

Trump sorgte im Wahlkampf vor allen Dingen mit seinen Vorstellungen bezüglich Einwanderung und Grenzsicherung für Aufsehen. Insbesondere die Mauer, die er an der mexikanischen Grenze errichten möchte, wurde zu so etwas wie dem Wahrzeichen der Kampagne. Ebenso kontrovers war Trumps Forderung nach einem Einreiseverbot für Muslime, die er zuerst nach den Terroranschlägen von Paris im November 2015 aufgestellt hatte. Diese schließt ausdrücklich auch Kriegsflüchtlinge aus Syrien mit ein. Er wiederholte diese Aussagen noch mehrfach danach und zog sich dafür viel Kritik aus dem In- und Ausland zu.   

In den Vorwahlen der Republikaner wurde Trump, trotz eines riesigen Bewerberfelds von anfangs 17 Kandidaten, recht schnell zum Favoriten, der viele überzeugende Siege erzielen konnte. Die Wähler schienen sich zu einem großen Teil dafür zu begeistern, dass der Kandidat Trump in aller Regel wenig diplomatisch oder politisch korrekt auftritt; selbst Prahlereien über eigene Erfolge und Reichtümer oder das Anspielen auf populäre Verschwörungstheorien schienen gut anzukommen. Trump legte während des Wahlkampfs großen Wert darauf zu betonen, dass er nicht zu jenen Politikern gehört, die seit Jahren oder Jahrzehnten in Washington aktiv sind und dort ein vermeintliches “Establishment” bilden, sondern dass er stattdessen ungeachtet irgendwelcher Verbindungen oder Obligationen agieren kann.

Trump bezeichnet sich selbst als konservativen Republikaner, von anderen wird er sehr häufig als Populist bezeichnet. Zu vielen bedeutenden politischen Themen blieben seine Positionen auch nach dem Wahlsieg noch unklar und von einigen zuvor gemachten Statements rückte er ab. Insbesondere sein Kurs in der Außenpolitik blieb auch Wochen nach der Wahl weitgehend unklar, allerdings sorgte er bereits für Aufsehen, zum Beispiel mit seiner freundschaftlichen Haltung zu Putin, dem aggressiven Ton gegenüber China und seinen Telefonaten mit verschiedenen ausländischen Politikern - darunter die Präsidentin des von den USA nicht anerkannten Taiwan - ohne diplomatischen Rat aus dem Außenministerium. 

Donald Trump ist seit 2005 in dritter Ehe mit dem ehemaligen, aus Slowenien stammenden Model Melania verheiratet, mit der er einen Sohn hat (Barron, geboren 2006). Aus früheren Ehen mit der Tschechin Ivana und der Schauspielerin Marla Maples stammen vier weitere Kinder: Donald Jr. (1977), Eric (1984) und Ivanka (1981) sind heute Vizepräsidenten der Trump Organization, daneben gibt es noch die Tochter Tiffany (geboren 1993). Donald Trump hat acht Enkelkinder.


 

 

 

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