4trips_breit_140x30
default

 

Gadsden Purchase

James Gadsden

Datum:

24. Juni 1853 (Vertragsunterzeichnung)

Schauplatz:

Südliche Teile von Arizona und New Mexico

Beteiligte:

Regierungen der USA und Mexikos, Eisenbahn- Unternehmer aus den USA

Wichtige Namen:

James Gadsden, Jefferson Davis, Franklin Pierce

Bedeutung:

Kauf einer 76.800 km² grossen Region im Norden von Mexiko durch die USA; Eingliederung dieser Region in die Bundesstaaten Arizona und New Mexico

James Gadsden, dessen Name als Bezeichnung des letzten grossen Landkaufs der USA in die Geschichtsbücher eingegangen ist, hatte sich in Diensten des Militärs einen zweifelhaften Ruf erworben. Als in mehreren Kriegen erfahrener Offizier war er in die Verwaltung der Armee gewechselt und hatte dort unter anderem die unrechtmässige Vertreibung der in Florida heimischen Ureinwohner, den Seminolen, über den Trail of Tears organisiert. Später wurde er als Präsident der South Carolina Railroad tätig. In dieser Funktion beschäftigte er sich - wie viele andere Eisenbahnunternehmer der damaligen Zeit - mit dem Plan einer transkontinentalen Eisenbahnlinie von der Ost- zur Westküste. Für die angedachte Streckenführung im Süden der USA jedoch erschien ihm das Land in den Territorien New Mexico und Arizona als ungeeignet und so setzte er sich dafür ein, dass Washington noch einige zusätzliche Quadratmeilen südlich des bestehenden Gebiets hinzukaufen solle, wo dann eine solche Bahnstrecke entlang geführt werden könne. Nicht zuletzt dank seines guten Rufs in politischen Kreisen erhielt Gadsden von der Regierung unter Franklin Pierce dann tatsächlich den Auftrag, einen solchen Kauf mit den Mexikanern auszuhandeln und wurde 1853 als Gesandter nach Mexiko City geschickt.

Der Krieg zwischen Mexiko und den USA war im Februar 1848 zu Ende gegangen und hatte den USA einen Zugewinn von mehr als 1,3 Millionen km² gebracht, unter anderem die kompletten Gebiete der heutigen Bundesstaaten California und Nevada. Die im Friedensvertrag von Guadalupe-Hidalgo verabredeten Grenzziehungen zwischen den beiden Ländern blieben jedoch an einigen Stellen vage - vor allem, weil als Grundlage eine veraltete und ungenaue Karte gedient hatte - und es kam häufig zu Grenzverletzungen von beiden Seiten. Die für das transkontinentale Eisenbahnprojekt nötige Strecke im zentralen Arizona erwies sich als ungeeignet und so begannen die Vertreter der Eisenbahngesellschaften damit, Stimmung für einen weiteren Zukauf von Land zu machen. Seiner anhaltend schlechten wirtschaftlichen Lage wegen war Mexiko solchen Plänen gegenüber nicht gänzlich abgeneigt. 

Auch in der Politik wuchs die Unzufriedenheit mit den Bestimmungen des Friedensvertrags. Dieser hatte unter anderem vorgesehen, dass die USA die im Norden lebenden Indianervölker davon abhielt, die Grenze zu überqueren, doch selbst mit einem enormen finanziellen Aufwand konnte dieser Auftrag nicht bewältigt werden. Mit dem Amtsantritt der Pierce-Regierung im März 1853 änderte sich die Lage nachhaltig. Pierce selbst galt als grosser Anhänger einer Politik der weiteren Expansion der USA, sein Kriegsminister Jefferson Davis war ein bekannter Freund der Idee einer küstenverbindenden Bahnstrecke durch den Süden des Landes. Davis, der nebenbei Anteile an einer Eisenbahngesellschaft besass, hob die militärische Bedeutung einer solchen Streckenführung hervor für den Fall, dass es mit Mexiko erneute Auseinandersetzungen geben sollte.

Als bekannt wurde, dass Frankreich Interesse am Kauf des mexikanischen Bundesstaats Sonora direkt an der US-Südgrenze geäussert hatte, sah sich Präsident Pierce zu schnellem Handeln gezwungen. Auf Empfehlung von Davis entsandte er James Gadsden zu direkten Verhandlungen mit Mexikos Präsident Antonio Lopez de Santa Anna. Gadsden erhielt den Auftrag, nicht nur die Möglichkeiten eines Landkaufs zu sondieren, sondern auch allgemein positiv auf Santa Anna einzuwirken; ihn beispielsweise davon zu überzeugen, dass die USA ihre Verpflichtungen aus dem Friedensvertrag eingehalten hatten. Der US-Unterhändler erkannte schnell, dass Santa Anna vor allem Geld brauchte, um die maroden Strukturen der mexikanischen Armee wieder zu errichten und er erhielt die Autorisierung, einen Kauf von mexikanischen Ländereien voranzutreiben. Zwischenzeitlich wandelte sich das Klima jedoch, als der aus Tennessee stammende Söldner William Walker mit einer Privatarmee von 50 Mann versuchte, auf mexikanisches Gebiet vorzudringen. Walker hatte keinerlei Auftrag zu diesem Vorgehen aus Washington und für sein Vorgehen in den USA vor Gericht gestellt wurde. Santa Anna fürchtete trotzdem weitere militärische Aktionen seitens des nördlichen Nachbarn gegen sein Land und erkannte erneut, wie wichtig eine bessere Ausstattung seines Militärs war. Er stimmte schliesslich einem der von Gadsden vorgelegten Pläne zu (ein Alternativvorschlag sah zu, die Baja California im Süden Kaliforniens für 50 Millionen Dollar zu kaufen) und verkaufte die für den Bau der Eisenbahnverbindung benötigten etwa 100.000 km² im Nordwesten Mexikos für 15 Millionen Dollar.

Die USA waren allerdings zu dieser Zeit in tiefer und auf allen Ebenen laufender Diskussion über die Aufteilung des Landes in sklavenhaltende und freie Staaten zerstritten. Als die Vorlage zum Kauf des Landes im Februar 1854 in den Senat kam, kam daher schnell die Frage auf, welchem der beiden Lager diese Gebiete zuzurechnen wären. So wurde dem Kauf im April des Jahres zwar zugestimmt, aber nicht mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit. Davis und Pierce besserten daraufhin nach, reduzierten die 100.000 km² um etwa 23.000 km² und verpflichteten Mexiko zum Schutz des amerikanischen Bauprojekts für einen Kanal am Isthmus von Tehuantepec (die schmalste Landstelle zwischen dem Gulf of Mexico und dem Pazifik) in ihrem Gegenentwurf. Durch die Reduzierung des beinhalteten Grund und Bodens konnten sie die Zustimmung von mehr Senatoren aus dem nördlichen Teil der USA gewinnen, die befürchtet hatten, dass der sklavenhaltende Süden zu viel zusätzliches Land gewinnen würde. Der Senat stimmte der so veränderten Vorlage zu; Gadsden legte sie dann Santa Anna vor, der ebenfalls zustimmte. 

Die neuen Ländereien wurden dem New Mexico- Territorium zugeschlagen und die Army errichtete in der Nähe des kleinen Ortes Sonoita im heutigen Arizona ein Fort, um das Land zu schützen. Mit der Einrichtung eines neuen Arizona-Territoriums nach dem Bürgerkrieg 1863 kam der grösste Teil des im Gadsden Purchase erworbenen Lands zu Arizona. Der Bau der Eisenbahn zwischen den Küsten, die ursprüngliche Idee hinter dem Kauf, war auf Grund der wachsenden Spannungen im Land nicht zustande gekommen. Erst 1877 erreichten die Schienen Yuma und 1880 Tucson, die heute grösste Stadt auf dem im Gadsden-Kauf erworbenen Gebiet.


 

 

 

Find us on Facebook

 

Follow us on Twitter

 

 

 

 

Americanet.de

 

Visit us on Pinterest

 

ig

 

 

 

 

Übersicht Geschichte

 

Impressum

 

 

 

 

This page in English: Gadsden Purchase