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Geronimo

“Einst bewegte ich mich wie der Wind. Nun ergebe ich mich Euch und das ist alles.”


Als sich Geronimo, dessen eigentlicher Name Goyaalé lautete, 1886 angeblich mit diesen Worten ergab, da war es eine echte Aufgabe, von der er wusste, dass es keine Rückkehr geben würde. Geronimo hatte viele Grausamkeiten erlebt und hatte sich dem Zugriff derer, die seiner habhaft werden wollten, lange entziehen können und obwohl er bei seiner Festnahme noch viele Jahre vor sich hatte, muss man diesen 27. März 1886 wohl als das Ende dessen ansehen, was die Legende Geronimo ausmachte. Zu dieser Legende gehören heute unzählige Geschichten, Bücher und Filme, die auf seinem Leben beruhen; die Tatsache, dass in drei Bundesstaaten der USA Orte nach ihm benannt sind und - wahrscheinlich am bekanntesten - der Ausruf seines Namens als Zeichen von Mut und Tapferkeit, einst eingeführt von den Fallschirmjägern des US-Militärs im Jahr 1940.

Geronimo

Geronimo wurde im Juni 1829 im Süden des heutigen Bundesstaats Arizona geboren; ein Gebiet, das damals zu Mexiko gehörte. Seine Familie waren Angehörige des Stammes der Bedonkohe, die wiederum zur Stammesgruppe der Chiricahua gehörten, einem Teil des Volks der Apachen. Er wuchs im Kreise seiner sieben Geschwister auf und wurde traditionell erzogen, obwohl sein Vater schon früh starb. Die Mutter erzählte ihm die Sagen seines Volkes und brachte die Kinder zum Beten und später dazu, die Felder zu bestellen.  Im Alter von 17 Jahren heiratete Geronimo eine junge Frau aus einem befreundeten Stamm und bald schon hatte das Paar drei Kinder.

Im März 1858 ereignete sich die erste prägende Zäsur in seinem Leben. Geronimo und die anderen Männer seines Dorfes waren an jenem Tag in die nächstgelegene Stadt gereist, um einige Güter zu handeln. Als sie zurückkamen, hatten Soldaten der mexikanischen Regierun das Dorf überfallen. Geronimos Kinder, seine Mutter und seine Frau wurden von den Soldaten getötet. Dieser schwere Schlag führte dazu, dass er zukünftig alle Mexikaner, denen er zuvor schon nicht gut gesinnt war, aus tiefem Herzen hasste.

Besonders getroffen hatte ihn, dass sein Stamm mit der mexikanischen Regierung zu jenem Zeitpunkt eigentlich in Frieden gelebt hatte, auch wenn die Ureinwohner die mexikanische Herrschaft über ihren traditionellen Grund und Boden nie vollständig akzeptiert hatten. Geronimo sann auf Rache und suchte die Hilfe befreundeter Stämme und im Sommer 1859 vereinigten sich zahlreiche indianische Krieger und zogen tiefer nach Mexiko hinein. Nachdem sie in der Nähe des Ortes Arispe einige Mexikaner getötet hatten, machte sich eine Einheit der Armee auf den Weg, um die Krieger zurückzuschlagen. Geronimo erkannte unter den Soldaten jene, die seine Familie massakriert hatten. Die Anführer der Indianer übertrugen ihm daraufhin die Leitung für die anstehende Schlacht, bei der auf beiden Seiten viele Todesopfer zu beklagen waren. Geronimo berichtete in seinen Aufzeichnungen, dass er selbst viele Mexikaner tötete und dass er die verlustreiche Schlacht als erfolgreiche Racheaktion empfand. Dennoch strebte er in der Folgezeit nach noch mehr Blut; zusammen mit einigen Unterstützern startete er einen beinahe schon persönlichen Guerillakrieg, was ihn zum damals wahrscheinlich meistgesuchten Gegner der mexikanischen Armee machte. Doch die Unterstützung für ihn wurde immer geringer, viele Apachen waren der ständigen Schlachten müde und sprachen sich für einen Friedensschluss mit den Mexikanern aus.

Zwischenzeitlich hatten sich die Truppen der USA und Mexikos im Kampf gegen die indianischen Rebellen zusammengeschlossen und mehrfach scheint es Geronimo und seiner kleinen Einheit nur äußerst knapp gelungen zu sein, sich dem Zugriff zu entziehen. Viele Geschichten und Überlieferungen ranken sich um Geronimos Fähigkeit, aus scheinbar aussichtslosen Situationen zu entkommen, vieles davon dürfte allerdings Folklore sein. Im September 1886 schließlich hatten die Amerikaner das Versteck der wenigen verbliebenen Krieger unter Geronimo ausfindig gemacht und er ergab sich, wobei ungeklärt blieb, ob seine Aufgabe bedingungslos war oder nicht. Geronimo wurde von den Amerikanern als Kriegsgefangener behandelt und zunächst für sechs Wochen in San Antonio, Texas, inhaftiert, bevor er, gemeinsam mit anderen indianischen Kriegern, nach Pensacola, Florida transferiert wurde. Dort mussten er und die anderen Gefangenen jeden Tag schwere Arbeit verrichten, in der Regel ging es um das Zersägen dicker Baumstämme. Geronimo vertrat nach wie vor die Ansicht, dass ihm bei seiner Kapitulation die Rückkehr zu seiner Familie versprochen worden war und er sah jeden Tag in diesem Arbeitslager als Bruch dieser Vereinbarung. Erst im folgenden Jahr sah er, nach einer Verlegung nach Alabama, seine Familie wieder. 1894 schließlich durfte Geronimo nach Oklahoma ziehen, wo die Regierung im eingerichteten Reservat Häuser für die Indianer bereithielt. Hier wurde er, inzwischen auch in hohem Alter, von der Pflicht zu arbeiten befreit und galt als freier Mann.

Um die Jahrhundertwende veränderte sich das Verhältnis zwischen amerikanischer Regierung und den Ureinwohnern. Mit Theodore Roosevelt wurde ein Mann Präsident, der Indianer nicht mehr nur als Gegner ansah und zumindest ein gewisses Verständnis für die Anliegen der Natives aufbrachte. Auf Einladung des Präsidenten nahm Geronimo 1904 an der Weltausstellung in St. Louis teil, wo er in einer Wildwest-Show mitwirkte und Bilder von sich selbst verkaufte. Zugleich nutzte er die Gelegenheit, wie er in seiner ein Jahr später erschienenen und von S.M. Barrett aufgezeichneten Biographie erzählte, um “den weißen Mann” und seine Angewohnheiten zu studieren. Ganz frei bewegen durfte er sich in St. Louis allerdings ebenfalls nicht. Seine Zeit dort trug jedoch dazu bei, dass Geronimos Name bald einer breiteren Öffentlichkeit bekannt war und er eine gewisse Prominenz erreichte. Bei der Parade zu Beginn der zweiten Amtszeit Roosevelts 1905 fuhr er ebenfalls mit. Trotz all dieser Entwicklungen wurde Geronimo von der amerikanischen Regierung noch immer als Kriegsgefangener angesehen. Diese Tatsache beschäftigte den ehemals gefürchteten Krieger mehr als die zunehmende Zurschaustellung seiner Person als exotischer Wilder, wie sie in seinen letzten Lebensjahren häufiger stattfand.

Im Februar 1909 kehrte Geronimo, inzwischen 80 Jahre alt, abends von einem Ausritt zurück, als sein Pferd ihn abwarf und er sich so unglücklich verletzte, dass er nicht mehr allein aufstehen konnte. Es dauerte bis zum nächsten Morgen, bis ihn ein Freund fand. Bis dahin jedoch hatte die kalte Februarnacht der Gesundheit des alten Mannes schwer zugesetzt. Er starb am 17. Februar 1909 an den Folgen einer Lungenentzündung. Geronimos Grabstätte befindet sich auf dem Fort Sill National Cemetery im Südwesten von Oklahoma.       


 

 

 

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