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Arizona

 

Flagstaff

AZ Flagstaff Heritage Square

Einwohner:

68.700

Lage:

Norden Arizonas

Beinamen der Stadt:

City of Seven Wonders

Offizielle Flagge:

Flagstaff

Im Jahr 1876 begingen die USA ihre 100-Jahr-Feier. das erste große Jubiläum des noch jungen Landes. Der Norden Arizonas war damals noch in weiten Teilen so, wie er auch hundert Jahre zuvor schon gewesen war. In der Gegend des heutigen Flagstaff lebte ein Siedler, der für die nach Westen durchreisenden Menschen einen Saloon betrieb, ansonsten hatte sich hier noch niemand angesiedelt. Von der Ostküste Amerikas reisten Gruppen von Scouts durch den Westen, die geeignetes Land für interessierte Siedler aus dem Osten finden sollten. Eine solche, aus Boston gekommen, befand sich gerade im Norden Arizonas, als das Jubiläum anstand und als ordentliche Patrioten hissten sie anlässlich dieses großen Tages eine Flagge an einem aus dem Stamm einer Gelbkiefer errichteten Masten. Mit diesem Fahnenmast (auf englisch: flagstaff) soll der Legende nach der Name des bedeutenden Touristenorts entstanden sein.

In den folgenden Jahren entstand in Flagstaff erstmals eine nennenswerte Siedlung und erhielt sogar einen Anschluss ans Eisenbahnnetz. Schon 1886 war der Ort der größte an der Strecke zwischen der Westküste und Albuquerque in New Mexico. Im folgenden Jahrzehnt waren es erneut Menschen aus Massachusetts, die einen Impuls für die weitere Entwicklung gaben: Der Astronom Percival Lowell wählte das über 2000 Meter hoch gelegene Flagstaff als Standort für die von ihm betriebene Sternwarte aus, mit der er seine wissenschaftlichen Theorien belegen wollte. 1930 wurde mit einem der hier installierten Teleskope der Planet Pluto entdeckt. Ein von hier entdeckter Asteroid ist nach der Stadt benannt. 1899 erhielt Flagstaff ein Symphonieorchester und eine weiterführende Schule, aus der 1966 die Northern Arizona University wurde, an der heute mehr als 20.000 Studenten eingeschrieben sind. Als 1926 die Route 66 eröffnet wurde, da brachte sie zusätzlich zum bereits sehr lebhaften Schienenverkehr auch über die Strasse viele neue Besucher in die Stadt. Nicht zuletzt durch diese Strasse wurde Flagstaff zu einem beliebten Ferienort. In den 80er und 90er Jahren litt die Innenstadt am Verlust alteingesessener Geschäfte an das Umland; in der Folge wurde über die gezielte Ansiedlung von Verwaltungs-, Service- und Finanzunternehmen eine Wiederbelebung erzielt. Im Jahr 2001 wurde Flagstaff, Standort von inzwischen zwei bedeutsamen Sternwarten, wegen ihrer seit 1958 fortlaufenden Bemühungen gegen die Lichtverschmutzung als erste Dark-Sky City der Welt ausgezeichnet.

Flagstaff, der Verwaltungssitz des Coconino County, liegt auf 2130 Metern über dem Meeresspiegel und grenzt an den größten Bestand an Gelbkiefern in Nordamerika. Im Süden der Stadt liegen die San Francisco Peaks, eine aus erloschenen Vulkanen bestehende Bergkette, dessen höchster Gipfel der 3851 Meter hohe Humphreys Peak ist. Auf diesem Berg, etwa 15 Kilometer von Flagstaff entfernt, befindet sich das Alpinskigebiet Arizona Snowbowl, das etwa 6,5 Meter Schnee im Jahr erhält. Der Stadt am nächsten - und von fast überall gut sichtbar - liegt der 2834 Meter hohe Mount Elden, der über eine gut ausgebaute Strasse zu erkunden ist. Dank seiner Lage in den Bergen hat Flagstaff deutlich kühlere durchschnittliche Temperaturen als das 250 Kilometer entfernte Phoenix. Die Stadt erhält im Jahresschnitt knapp drei Meter Schnee, hat jedoch in allen Jahreszeiten durchschnittlich eher milde Temperaturen. Im Juli und August kann es zu teilweise heftigen Gewittern kommen.

Flagstaff hat, nicht zuletzt dank der hier ansässigen Universität, eine recht junge und vergleichsweise gebildete Bevölkerung. 19% der Einwohner sind Latinos und 10% zählen zur indianischen Bevölkerung. Dieser hohe Anteil erklärt sich durch mehrere in der Nähe liegende Indianerreservate. Flagstaff hat eine recht hohe Rate an Diebstählen, aber eine sehr geringe Quote bei Gewaltverbrechen. Die Wirtschaft der Stadt stützt sich zu einem grossen Teil auf den Tourismus (mehr als 5 Millionen Menschen besuchen die Stadt jährlich, häufig auf dem Weg zum nahegelegenen Grand Canyon), daneben spielt Flagstaff eine Rolle als Logistikzentrum sowie in den Bereichen Wissenschaft, Forschung und High Tech. Die Northern Arizona Universität ist einer der grössten Arbeitgeber.  

Die Route 66, die wahrscheinlich bekannteste Strasse der USA, durchzieht Flagstaff und bringt, obwohl sie offiziell in ihrer alten Form nicht mehr existiert, noch immer viele Besucher in die Stadt. Einige der Gebäude, die in Folge der Eröffnung der Strasse gebaut wurden und typische Werkstätten und Hotels beherbergten, sind noch in der Stadt zu entdecken. Wer zufällig im September vorbeikommt, kann die Gelegenheit nutzen und an den jährlichen Route 66 Days teilnehmen, bei denen die Strasse an sich gefeiert wird und an ihre historische Bedeutung erinnert wird. Besucher, die einige Tage in der Stadt bleiben, nutzen vor allem die vielen Outdoor-Möglichkeiten im Umland, doch auch in der Stadt selbst gibt es einige Sehenswürdigkeiten. Zu diesen zählt vor allem das Lowell Observatory auf dem Mars Hill, eine der ältesten Sternwarten der USA. Das Schmuckstück des Observatory ist das 1896 gebaute Clark-Teleskop, das heute zwar nicht mehr für die Wissenschaft benutzt wird, dafür aber den Besuchern zur Verfügung steht. Ein weiteres Teleskop auf dem Mars Hill ist das Gerät, mit dem der Planet Pluto entdeckt wurde. Neben dieser Einrichtung betreibt das Lowell Observatory weitere Standorte im Umland. Tagsüber werden Führungen angeboten und an den meisten Abenden können Besucher einen Blick auf den Nachthimmel werfen.
Irdischer geht es zur gleichen Zeit auf dem Heritage Square zu. Dieser Platz in Downtown an der Aspen Avenue, entstanden 1998 im Zuge der Massnahmen zur Wiederbelebung der Innenstadt und umgeben von kleinen Restaurants und Bars, ist der lebhafteste Ort in der Stadt und ist im Sommer täglich die Bühne für Aufführungen aller Art von Kleinkunst über Open Air-Kino bis Livemusik. Auf dem Platz befindet sich ein grosser Fahnenmast, der ein Nachbau des der Stadt den Namen gebenden Exemplars ist. Insgesamt etwa 1720 m² gross hat der Heritage Square Platz für 1200 Menschen. Ebenfalls in Downtown befindet sich das Orpheum Theater, das ebenfalls als Aufführungsort für Konzerte und Filme genutzt wird. Das Gebäude wurde als Filmtheater 1911 erbaut und hiess zunächst Majestic Opera House, doch schon 1915 musste es schliessen, weil das Dach unter einer grossen Menge Schnee eingestürzt war. Von 1917 bis 1999 als Kino genutzt, wurde es anschliessend aufwendig renoviert und bildet seit 2002 einen weiteren Anziehungspunkt in der Innenstadt. Im August ist das Orpheum der Veranstaltungsort für das Flagstaff Film Festival, bei dem Independent-Filme aus aller Welt vorgestellt werden. Nicht weit entfernt von dem Lichtspielhaus, an der Leroux Street, befindet sich das historische Weatherford Hotel, das 1911 erbaut wurde.
Eine weitere Sehenswürdigkeit Flagstaffs ist das Museum of Northern Arizona, das sich mit der Natur- und Menschheitsgeschichte der Region beschäftigt. Seit 2009 in einem neuen, äusserst umweltfreundlich konzipierten Gebäude untergebracht, nähert sich das Museum seinem Thema zum Beispiel mit Ausstellungen der Kunst der Ureinwohner. Abteilungen zu den Themen Geologie, Biologie und Ethnologie gehören ebenfalls zum Programm. Daneben unterhält das Museum Forschungsprogramme und widmet sich in Veranstaltungen dem kulturellen Austausch. Im Museumsshop findet man eine Auswahl kunsthandwerklicher Produkte von Indianervölkern der Region. Das Museum befindet sich an der North Fort Valley Road und ist täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet.

Flagstaff hat sich aber besonders einen Namen als Ferienort für solche Gäste gemacht, die sich gern im Freien bewegen. In der Stadt gibt es mehrere grosse öffentliche Parks und ein insgesamt 50 Meilen langes Netz aus Spazier- und Radwegen. Noch vielseitiger allerdings sind die Möglichkeiten im Umland der Stadt. Der Grand Canyon, Amerikas grösstes Naturwunder, liegt etwa 120 Kilometer entfernt, doch auch in der näheren Umgebung gibt es mehrere erlebenswerte Orte:

Riordan Mansion State Historic Park

Im Jahr 1904 errichteten die Brüder Timothy und Michael Riordan, die ihr Geld mit Holzwirtschaft verdienten, ihr stattliches Eigenheim auf einem Hügel in Flagstaff. Das nach aussen rustikale und innen luxuriöse Gebäude wurde von der Familie dem Bundesstaat gestiftet und steht jetzt für Besichtigungen offen. Besucher erleben dabei einen Ausflug in die Geschichte der Stadt.

409 West Riordan Road. Geöffnet Donnerstag bis Montag, jeweils 9:30 bis 17 Uhr, Touren zur vollen Stunde.

 

Barringer Crater

Der von einem vor etwa 50.000 Jahren eingeschlagenen Meteor entstand bei Winslow, 60 Kilometer östlich von Flagstaff, ein Krater mit einem Durchmesser von knapp 1,2 Kilometern. Der Meteor, der für diesen gewaltigen Krater verantwortlich gewesen sein soll, wird auf eine Grösse von 50 Metern im Durchmesser geschätzt. An den Rändern der Einschlagstelle lassen sich die verschiedenen Epochen der Erdgeschichte über einen Zeitraum von mehr als 260 Millionen Jahren ablesen. Das Gelände wurde in den 60er Jahren als Trainingsgelände für Astronauten benutzt und im Visitors Center befinden sich einige Ausstellungsstücke auch aus der Raumfahrt.

Ausfahrt 233 des Interstate I-40. Im Sommer täglich 7-19 Uhr geöffnet, im Winter täglich 8-17 Uhr.

 

Sunset Crater Volcano National Monument

Ein weiterer, tiefer Krater in der Landschaft Nord-Arizonas, dieser allerdings vulkanischen Ursprungs. Der Sunset Crater, der zum San Francisco Vulkanfeld gehört und etwa 15 Kilometer nördlich von Flagstaff zu finden ist, entstand bei einem Ausbruch, der wohl im 11. Jahrhundert stattgefunden hat. Auf einem 1,6 Kilometer langen Rundweg, dem Lava Flow Trail, können Besucher den Weg des Lavaflusses nachvollziehen; ein Aufstieg auf den Gipfel ist nicht gestattet. Der Name des Kraters stammt von den vielfarbigen Mineralen, die in der Sonne funkeln. Das Gebiet ist Lebensraum für einige Eidechsen-, Schlangen-, Vogel- und Pflanzenarten.

Abfahrt vom Highway US 89. Visitor Center geöffnet 8-17 Uhr, im Winter ab 9 Uhr

 

Walnut Canyon National Monument

Wer Flagstaff in östlicher Richtung verlässt, kommt nach etwa 15 Kilometern zum Walnut Canyon, der zwar nur etwa 107 Meter tief ist, in seinem Inneren aber ca. 900 Jahre alte, in den Fels gehauene Behausungen des Sinagua-Volks aufweisen kann. Über einen 1,4 Kilometer langen Wanderweg kommt man zu mehreren dieser Behausungen, allerdings führt der Weg nur etwas über 50 Meter in die Tiefe, ein tieferes Hinabsteigen ist nicht gestattet. Daneben sind einige Felszeichnungen zu sehen. Der Canyon ist Lebensraum für viele verschiedene Tierarten, unter anderem wurden schon Antilopen, Wapitis und Schwarzbären in der Gegend gesehen.

Ausfahrt 204 vom Interstate I-40 Richtung Osten. Visitor Center geöffnet 8-17 Uhr, im Winter ab 9 Uhr

 

Wupatki National Monument

Auch in diesem uralten Indianerpueblo lebten einst die Sinagua, ausser diesem Volk haben aber auch Cohonina und Anasazi hier Behausungen errichtet. Entstanden ist das Dorf wohl als Folge des Vulkanausbruchs, der zum Entstehen des nahegelegenen Sunset Crater geführt hat; durch den Ascheregen wurde der Boden fruchtbarer und bot so gute Lebensbedingungen und die Möglichkeit zum Anbau von Getreide. Ein Pueblo bestand jeweils aus nur einem Gebäude mit zahlreichen Räumen für die Mitglieder des Stamms. Besucher können die Überreste dieser Behausungen auf einem Rundweg entdecken.

Abfahrt vom Highway US 89 Richtung Sunset Crater. Visitor Center geöffnet täglich 9-17 Uhr

 

 

 

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