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Kingman

AZ Kingman

Die Gegend rund um die knapp 28.000 Einwohner zählende Stadt Kingman im Nordosten des Bundesstaats Arizona, nahe der Grenze zum benachbarten Nevada gelegen, gilt allgemein als eine, die in der nächsten Zeit mit Wachstum und Aufschwung rechnen darf. Unzählige Wohnsiedlungen wurden hier in den letzten Jahren geplant und in Auftrag gegeben, doch die Finanzkrise hielt die weitere Entwicklung so genannter master-planned communities zunächst an. Trotzdem wird allgemein damit gerechnet, dass sich die Einwohnerzahl der Gegend innerhalb der nächsten 30 Jahre auf etwa eine halbe Million vervielfachen wird.

Die Gründe für diesen Boom liegen zum einen im milden, von wenigen Niederschlägen beeinflussten Winterklima Kingmans, das vor allem ältere Menschen aus den nördlicheren Bundesstaaten anzieht, zum anderen in der interessanten Lage des Orts, der nicht weit von Flagstaff, Phoenix und vom Grand Canyon entfernt liegt und der voraussichtlich darüber hinaus in absehbarer Zukunft per Interstate-Autobahn an Las Vegas angeschlossen wird. Die Stadt hat einige Erfahrung darin, ein Wegpunkt an einer bedeutenden Strecke zu sein: Die berühmte Route 66 führte durch Kingman und bis heute kommen viele Besucher, die der historischen Strecke folgen, hierher. Ein langer Abschnitt der “Mother Road” ist in Arizona, von Flagstaff kommend, erhalten geblieben und ist heute als “Historic Route 66” ausgeschildert. Entsprechend bemüht man sich um den Erhalt der historischen Fassaden in der Stadt und in der Historic Downtown befinden sich 60 Gebäude, die im nationalen Register historischer Gebäude verzeichnet sind. Dazu gehören unter anderem das ehemalige Little Red School House, ein ehemaliger Drugstore und das Powerhouse, das Anfang des 20. Jahrhunderts zur Versorgung der Stadt mit Strom in Betrieb genommen worden war und in dem sich heute unter anderem das Besucherzentrum Kingmans befindet. Ebenfalls in dem Gebäude untergebracht ist das Historic Route 66 Museum, das mit zahlreichen sehenswerten Exponaten die Bedeutung der Straße vor Augen führt. Geöffnet täglich 9-17 Uhr.

Viel älter als das Powerhouse ist die ganze Stadt KIngman nicht. Zwar war der Navy-Offizier Edward Fitzgerald Beale bereits in den 1850er Jahren mit dem Auftrag, eine Wagenroute in den Westen zu finden, in die Gegend gekommen, doch es dauerte bis 1882, bis Kingman, als Streckenort entlang der transkontinentalen Eisenbahn gegründet wurde. Namensgeber war der Leiter des Bauabschnitts, Lewis Kingman. Im Zweiten Weltkrieg erfuhr der Ort eine Aufwertung, als hier insgesamt mehr als 35.000 Soldaten für den Kampf aus der Luft ausgebildet wurden. Nach dem Endes Krieges diente das Kingman Army Airfield für einige Jahre vor allem als letzte Lagerstätte ausrangierter Militärflugzeuge; heute wird der kleine Flugplatz privat genutzt und es gibt auch eine regionale Fluggesellschaft, die einige wenige Linienverbindungen hierhin anbietet. Ein kleines Museum am Flughafen eröffnet den Blick auf die militärische Geschichte des Standorts und zeigt einige Flugzeuge aus dem Zweiten Weltkrieg.

Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten in der Stadt zählt Engine 3759. eine ausrangierte, 1928 gebaute Dampflok, die insgesamt mehr als 4 Millionen Kilometer zwischen Los Angeles und Kansas City unterwegs gewesen war. Mehr als 1000 Einwohner KIngmans halfen 1987 mit, die Lok, ein Geschenk der Santa Fe Railroad an die Stadt, an ihren heutigen Platz zu ziehen, dem Locomotive Park gegenüber dem Powerhouse. Ebenfalls sehenswert ist das Mohave Museum of History & Arts, das sich mit der Geschichte und der Kunst der Region beschäftigt, unter anderem mit Hilfe einer großen Sammlung von Photos. Das Museum liegt an der West Beale Street und ist montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr, samstags von 13 bis 17 Uhr geöffnet.

Außerhalb der Stadt finden sich zahlreiche weitere Gelegenheiten zur Freizeitgestaltung. Viele Kingmanites, wie die Einwohner der Stadt genannt werden, zieht es in die rund 20 Kilometer entfernt gelegenen Hualapai Mountains, mit Pinien bestandene Berge mit Höhen von bis zu 2565 Metern. Hier befindet sich der Mountain Park, ein in den 30er Jahren eingerichtetes Freizeitgebiet, in dem es unter anderem Campingplätze gibt und von dem aus es gute Möglichkeiten gibt, zum Beispiel über die Wander- und Radwege die Natur zu entdecken. Ähnliche Möglichkeiten bietet das Freizeitgelände in den Cerbat Foothills, wo über einen knapp 5 Kilometer langen Rundweg, der zum Wandern, Radfahren und Reiten freigegeben ist, einige sehr schöne Aussichtspunkte erreicht werden können.

Möglichkeiten für Tagesausflüge bietet auch die etwas weitere Umgebung. Bis zum - touristisch wenig bekannten - Westrand des Grand Canyon sind es knapp zwei Stunden mit dem Auto, etwa ebenso lang fährt man zum Lake Mead auf der Grenze zu Nevada. Einige kleinere Orte in der Region lohnen ebenfalls einen Ausflug. Dazu zählt der alte Silberminenort Chloride in einer guten halben Stunde Entfernung. Der kleine Ort hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich und wandelte sich von einer 5000-Einwohner-Boomtown zu einer Ghosttown in den 1940ern, dann zu einem Zentrum von Künstlern in den 60ern und schließlich zum heute bestehenden Touristenort mit etwa 350 Einwohnern mit einigen Antiquitäten- und Souvenirshops und einer Main Street im Stile des Wilden Westens. Oatman, auf einer Höhe von 800 Metern etwa eine Stunde westlich in den Black Mountains gelegen, hat heute ungefähr die gleiche Einwohnerzahl wie Chloride. Hier war einst von über 3000 Einwohnern nach Gold geschürft worden und später war der kleine Ort als letzter Wegpunkt der Route 66 vor der Einfahrt in die Mohave-Wüste zu einiger Bedeutung gelangt, doch nach der Stilllegung der Straße war Oatman in der Bedeutungslosigkeit verschwunden; die Menschen verließen den Ort. Heute pflegt man auch hier das Image des Wilden Westens und der Route 66. Zudem wurde der Ort berühmt wegen einer Herde wilder Esel, die jeden Tag auf der Hauptstraße erscheint und abends wieder in die Wüste verschwindet. Der Ort Seligman, den man nach einer guten Stunde in Richtung Osten erreicht, ist ebenfalls eine Ikone der Route 66. Die Kleinstadt war so etwas wie der typische Streckenort an der Mother Road und einige der damals eröffneten Geschäfte am Rand der Straße, wie Schnellrestaurants oder Tankstellen, sind heute noch so erhalten, wie sie die Reisenden damals gesehen haben.


 

 

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