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Arizona

 

Petrified Forest Nationalpark

AZ Petrified Forest

Die roten Felsen prägen das Bild, das viele vom amerikanischen Südwesten haben. Man kann sich kaum vorstellen, dass hier, wo sich jetzt Wüstenlandschaften befinden, vor vielen Millionen Jahren einmal ein tropisches Klima mit viel Feuchtigkeit herrschte. Der Petrified Forest National Park, der seit 1962 besteht, vereint vieles von dem, was das Wunder des Südwestens ausmacht: Eine der weltweit grössten Konzentrationen an versteinerten Bäumen, die petrified woods also und eine Felsenlandschaft, die nicht nur in rot, sondern in zahllosen Schattierungen glänzt und die deshalb den Namen Painted Desert trägt. Der Nationalpark befindet sich im Osten des Bundesstaats Arizona, nicht weit von der Grenze zu New Mexico und in der Nähe der kleinen Stadt Holbrook. Der Petrified Forest ist über den Interstate 40 leicht zu erreichen, aus Phoenix dauert die Fahrt etwa 3,5 Stunden.

Die Gesamtfläche des Nationalparks beträgt 884 km². Über eine 45 Kilometer lange Strasse kann man den Park mit dem Auto oder dem Fahrrad komplett durchqueren, dabei passiert man mehrere Aussichtspunkte. Die ausgewiesenen Wanderwege sind recht kurz und führen jeweils zu Stellen, an denen indianische Felszeichnungen zu finden sind oder an denen sich eine grössere Ansammlung fossiler Baumstämme befindet. Andere Wege führen zu weiteren Sehenswürdigkeiten des Parks, beispielsweise zum Puerco Pueblo. Diese indianische Behausung bestand aus etwa 100 einzelnen Räumen und wurde vom Volk der Puerco im 13. und 14. Jahrhundert bewohnt, bis sie wegen einer Veränderung des Klimas weiterzogen. Auch hier finden Besucher zahlreiche Felszeichnungen, zum Teil mit astronomischer Bedeutung. Eine weitere Sehenswürdigkeit innerhalb des Parks, das Agate House, belegt dass die hier lebenden Urvölker die fossilen Baumstämme nicht nur benutzten, um aus ihnen Pfeilspitzen und Werkzeuge zu schnitzen, sondern auch als Baumaterial. Das Agate House ist ein kleiner, acht Räume umfassender Pueblo, das aus den versteinerten Bäumen gebaut wurde und in dem einige indianische Gegenstände gefunden wurden. Es wurde in den 1930er Jahren rekonstruiert. Das Haus ist über einen 1,6 Kilometer langen Wanderweg zu erreichen.

Die Fossilien im Nationalpark sind Versteinerungen einer inzwischen ausgestorbenen Konifere. Die Region im Osten Arizonas, in der der Petrified Forest Nationalpark liegt, war vor 200 Millionen Jahren eine tropische Gegend und während saisonaler Regenzeiten wurden die Bäume entwurzelt und kamen in Flussbetten zum Liegen, wo sie von einer Schicht Asche aus den Vulkanen der Umgebung bedeckt wurden. Das in der Asche enthaltene Siliciumdioxid ersetzte das Holz der Stämme und bewahrte sie so vor dem Verfall. Die Stellen, an denen mehrere dieser mehr als 225 Millionen Jahre alten Stämme liegen, werden heute als “Wälder” bezeichnet, tatsächlich aber sind die dort zu findenden Fossilien zum grössten Teil nicht an diesen Stellen gewachsen, sondern kamen nur dort zum Liegen. Neben den versteinerten Pflanzen wurden auch tierische Fossilien in der Region gefunden.

Die naturwissenschaftliche Bedeutung der Fossilien war nicht immer so klar wie heute. Seit zehntausend Jahren lebten verschiedene indianische Völker in der Region, unter ihnen Anasazi und Sinagua. Als spanische Entdecker im 16. Jahrhundert durch die Gegend kamen, hinterliessen sie keine Berichte von den Versteinerungen, erst 1851 taucht der Bericht eines Army-Captains zu den Funden auf. In den 1890er Jahren vermuteten die Menschen im Inneren der glänzenden Fossilien wertvolle Schmucksteine und begannen, die uralten Stämme zu zerlegen. Auf diese Weise verschwand ein beträchtlicher Teil des riesigen Gesamtbestands in der Region, die in Urzeiten grossflächig bewaldet gewesen ist.

Der zweite Abschnitt des Nationalparks umfasst die so genannte Painted Desert. In diesem Teil der Wüste Arizonas haben sich verschiedene Arten von Gestein, unter anderem Sandstein, vulkanische Asche und Tonschiefern, aufeinander abgelagert. Die verschiedenen Farbtöne - rot, gelb, weiss und Schattierungen sind unterscheidbar - ergeben zusammen ein Bild, als seien die Felsen hier angemalt und bereits die Entdecker, die im 16. Jahrhundert durch die Gegend kamen, berichteten von der “bemalten Wüste”. Der National Park beinhaltet nur einen Teil der Painted Desert, ein weiterer liegt ausserhalb der Parkgrenzen auf dem Gelände des Reservats der Navajo. Wer mehr über die farbigen Felsen erfahren möchte, findet mit dem vom National Park Service betriebenen Painted Desert Inn ein gutes Informationszentrum. Im Widerspruch zu seinem Namen gibt es in dem Gebäude zwar keine Übernachtungsmöglichkeiten mehr, dafür aber ein Museum und Kunst mit Bezug auf die indianische Geschichte der Region. Ursprünglich hatte ein weitsichtiger Unternehmer 1924 ein zweistöckiges Gasthaus hier errichtet, das Stone Tree House, für das er viele der versteinerten Stämme als Baumaterial nutzte. 

Ausser den versteinerten Pflanzen finden sich innerhalb des Nationalparks auch lebende Arten, wenn auch wegen der harschen Wüstenumgebung nur wenige. Insbesondere das Grasland ist dabei wichtig für das Ökosystem. Ausser den Gräsern finden sich Flechten, besonders an den Nordseiten der Felsen, und einige Arten von Wildblumen, die on der Blütezeit weitere sehenswerte Farben in das Gemisch der Painted Desert einbringen. Die Tierwelt des Parks ist zu weiten Teilen spät- oder nachtaktiv, auch um die Hitze des Tages zu vermeiden. Einige, wie die wenigen hier lebenden Salamander und Krötenarten, bleiben sogar den grössten Teil des Jahres unsichtbar und erscheinen nur zur Regenzeit. Daneben gibt es einige Schlangenarten und Geckos im Nationalpark, viele verschiedene Vogelarten (einige davon als Zugvögel) und eine grössere Zahl Säugetiere, unter anderem Kojoten, Präriehunde, Stachelschweine, Luchse oder Dachse.

Der Nationalpark ist das ganze Jahr über geöffnet, wobei die täglichen Öffnungszeiten je nach Jahreszeit variieren können; spätestens ab 8 Uhr ist aber immer geöffnet. Am Visitor Center gibt es einen kleinen Laden, eine Tankstelle und ein Restaurant. Im Besucherzentrum, das direkt vom Interstate 40 aus erreichbar ist, lassen sich die Veranstaltungen der Park Rangers buchen, zu denen unter anderem geführte Exkursionen, kulturelle Vorführungen der Indianervölker oder Vortragsreihen gehören. Ebenso werden hier die kostenlosen Genehmigungen für die Besucher ausgestellt, die im Park übernachten möchten - es gibt keine Campingplätze, das Campen in der freien Natur ist aber gestattet. Übrigens: Die Mitnahme von Fossilien aus dem Nationalpark ist strengstens verboten und steht unter harter Strafe.

 

 

 


 

 

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