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Arizona

 

Erlebnisbericht Arizona

Arizona ist in so vielen Filmen und Büchern, auf so vielen Plakaten und Bildern dargestellt worden, daß man glaubt zu wissen, was einen erwartet, wenn man diesen amerikanischen Bundesstaat bereist. Wüste hauptsächlich, komplett mit den typischen Saguaro_Kakteen; Staub, alte Minenstädte, Horden von Rentnern aus den nördlicheren Teilen des Landes. So ein bisschen Marlboro Country und ein bisschen “Für eine Handvoll Dollar”, obwohl der im benachbarten New Mexico spielt. Ist man einmal da, so stellt man rasch fest: Arizona ist genau so, und noch ganz anders. Vor allem die Vielfältigkeit ist es, die dabei den Überraschungseffekt bereitet.

Arizona

Arizona ist freundlich. Am Flughafen von Phoenix bereits erwarten Zollbeamte und Einwanderungsbeamte die Reisenden mit einem Lächeln und einem freundlichen Wort, was besonders zu schätzen weiß, wer schon einmal in New York, Los Angeles oder Chicago amerikanischen Boden betreten hat. Überall am Flughafen: Freiwillige Helfer, meist älteren Semesters, die den Angekommenen bei der Orientierung helfen. Klar, auch hier Fingerabdrücke und Foto, aber nicht gedrängt und gehetzt, sondern “you know, we have to do this”. Auch die Stadt selbst strahlt Freundlichkeit aus. Saubere, gepflegte Straßen, eine Downtown, in der im Gegensatz zu vielen anderen US-Metropolen tatsächlich noch Leben herrscht und eine Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, die über allem liegt wie die trockene, allgegenwärtige Hitze, der Phoenix es zu verdanken hat, daß es in den letzten Jahren und Jahrzehnten eine wahre Bevölkerungsexplosion zu verzeichnen hatte. Trotz dieser Expansion, des unablässigen Über-sich-hinaus-Wachsens hat sich Phoenix aber seinen Charme als sympathische Großstadt bewahrt. Als ausländischer Tourist ist man kein Einzelgänger mehr in Phoenix, aber es scheint, als haben sich die Angestellten in Hotels, Kaufhäusern und an Serviceschaltern dazu verabredet, so zu tun, als sei man nur deshalb ein VIP, weil man mit einem Interkontflug hierher gekommen ist.

Arizona ist wild. Ein paar Meilen hinter den Orten Mesa und Scottsdale, die inzwischen mit Phoenix und dem weiteren Umland zu einem riesigen farbigen Fleck in Google Earth verwachsen sind, beginnt der Apache Trail, eine wilde, nicht asphaltierte Straße durch die Wüste bis hin zum Roosevelt Dam, der einst die Siedler auf ihrem Zug nach Westen gefolgt sind. Zwar verlangt der Untergrund dem Fahrzeug einiges ab, das Auge jedoch schweift unterdessen über unvergleichliche Landschaften; über Felsformationen, Kakteen und Seen inmitten der Hitze der Felswüste. Einige Male führt der Trail über scharfe Kanten an steilen Abhängen, dann wieder folgt sie in engen Kurven den Taleinschnitten. Wer sich ein bißchen bemüht, kann sich vorstellen, welchen Strapazen die Siedler und Abenteurer in ihren Planwagen unterworfen waren, als sie ihr Glück in einem verlassenen, schwierigen Gebiet suchten, das noch heute so geblieben ist und uns ein bisschen an das Arizona erinnert, das wir ja eigentlich finden wollten..

Arizona ist atemberaubend. Fährt man von Phoenix in zwei, drei Stunden nördlich nach Flagstaff, so durchreist man Kilometer für Kilometer die Landschaftsformen. Die Wüste rund um Phoenix mit ihrer dürren Vegetation bleibt im Rückspiegel, während vor uns die Wälder und die Berge der Gegend rund um Flagstaff erwachsen, nicht minder heiß vom Klima, aber eher alpin anmutend, etwa in dem gepflegten, hübschen Ort selbst. Von dort aus geht es in weiteren ein bis zwei Stunden über zweispurige, teilweise fast einsame Straßen zum Grand Canyon, dem berühmtesten und auch beeindruckendsten der Canyons Arizonas und der Naturwunder Amerikas. Auch hier gilt, daß das Bild im Kopf respektvoll zurückweicht angesichts der atemberaubenden Tiefe und der unvorstellbaren Ausmaße des Grand Canyons. Von verschiedenen Plattformen aus fällt der Blick die Abgründe hinunter und entlang der Linien der Felsen, die sich in Millionen Jahren zu dieser Formation gefunden haben und doch ist das Auge nie gesättigt, doch ergeben sich immer neue Blickwinkel und Perspektiven, die den Atem wieder stocken lassen. Eine Kamera ist da machtlos, kann niemals einfangen, was sich da an und aus natürlicher Macht gebildet hat. Auch einen gläsernen Bogen braucht es eigentlich nicht, denn der Grand Canyon kann den Kick durch seine blosse Existenz verleihen.

Arizona ist Stillstand. Wer in die urzeitlichen, wunderschönen Formationen aus Gestein irgendwo entlang einer beliebigen Straßen eintaucht, der findet sich schon nach ein paar Schritten in der Einsamkeit wieder, Kakteen als stille Begleiter. Wer sich darauf einläßt, dem wird bewußt, daß dieser Felsen dort vielleicht schon seit Millionen von Jahren genau so da liegt, daß man hier stundenlang geradeaus laufen könnte, ohne eine Menschenseele zu treffen, daß es vielleicht eine Stelle hier gibt, auf die noch nie zuvor jemand getreten ist. Es ist faszinierend wegen des Kontrasts zur modernen Metropole Phoenix, aber noch mehr wegen der Existenz der Urzeit selbst, in die man hier eintaucht.

Arizona ist Arizona. Und so wie es ist kann es keiner kennen, der es nicht besucht hat, allen Bildern, Filmen und Plakaten zum Trotz. Die Faszination allerdings, die von diesen Bildern ausgeht, ist real und wirkt noch beeindruckender, wenn man sich mit diesem einzigartigem Gebiet vertraut macht. Es ist ein faszinierendes Reiseziel voller Variationen und voller Originale.


 

 

 

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