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Arizona

 

Saguaro Nationalpark

Nur ein paar Meilen ausserhalb der aufstrebenden Stadt Tucson im Süden Arizonas liegt das Refugium der Kakteenart der Giant Saguaros, die zu einem der Symbole des amerikanischen Westens geworden sind. Saguaros wachsen ausschliesslich in der Sonora-Wüste und auch dort nur bis zu einer Höhenlage von etwa 1200 Metern. Innerhalb der Parkgrenzen wird die Zahl der Kakteen, die etwa 175 Jahre alt werden können, auf rund 1,6 Millionen geschätzt. Der Nationalpark ist in zwei voneinander getrennte Abschnitte aufgeteilt, um so die grössten Bestände der Kakteen abzudecken und insgesamt rund 37.000 Hektar gross. Der National Park besteht seit 1994 und ist aus dem Stadtgebiet von Tucson oder vom Interstate I-10 aus leicht erreichbar.

AZ Saguaro

Der Giant Saguaro, dessen lateinischer Name carnegiea gigantea eine Ehrerbietung an den Philanthropen Andrew Carnegie ist, wächst in den ersten etwa 30 Jahren seines Lebens, häufig unter dem Schutz von Bäumen, langsam und recht geradlinig in die Höhe, bevor sich nach rund 35 Jahren die ersten gelb-weißen Blüten, die sowohl am Stamm als auch an den Armen entstehen können. Die Blütezeit ist im Mai und Juni. Die Arme, die dem Kaktus erst sein typisches Aussehen verleihen, entstehen allerdings erst nach 50, manchmal erst nach 100 Jahren Lebenszeit. Saguaros können bis zu 15 Meter hoch werden, in Einzelfällen sogar bis zu 20 Meter. Die Pflanzen haben flache, knapp unter dem Boden verlaufende Wurzeln, die ihnen ermöglichen, auch kleinste Wassermengen schnell aufzunehmen; dadurch sind sie aber auch gefährdet, bei starken Winden umzufallen. Das aufgenommene Wasser wird im Inneren des Kaktus gespeichert, so dass eine ausgewachsene Pflanze im Inneren zu einem grossen Teil aus Wasser besteht, was wiederum ein hohes Gewicht von bis zu 6 Tonnen für ein Exemplar bewirken kann. Die Früchte der Kakteen werden nicht nur von einigen Tierarten gern gegessen und sorgen für die Zufuhr von Wasser und Energie in den trockenen Sommern der Wüste, sondern sie werden auch von den in der Region lebenden Tohono O’odham- Indianern geerntet, die daraus unter anderem Wein und Süßwaren herstellen. Den Indianern gilt der Saguaro als heilig. 

Der Nationalpark besteht aus den beiden, etwa 30 Meilen voneinander entfernt liegenden Abschnitten Rincon Mountain District im Osten von Tucson und Tucson Mountain District im Westen der Stadt. In beiden Teilen des Parks gibt es durchaus unterschiedliche Landschaftsformen, die sich aus den Höhenunterschieden ergeben. Im Rincon Mountain District geht es bis auf eine Höhe von 2600 Metern über dem Meeresspiegel, so dass hier von Wüste über Grasland bis hin zum gemischten Nadelwald in den Höhenlagen die unterschiedlichsten Lebensräume zu finden sind. So sind in diesem Abschnitt mehr als 1100 verschiedene Pflanzenarten gezählt worden, davon 25 unterschiedliche Spezies von Kakteen. Ähnlich vielseitig präsentiert sich die Tierwelt: Viele verschiedene Vogelarten lassen sich ebenso beobachten wie Frösche und Kröten, Schlangen und Wüstenschildkröten, Kojoten und Waschbären und in besonders trockenen Jahren in den höheren Lagen sogar der eine oder andere Schwarzbär. Allgemein gilt, dass es im Rincon District weniger Saguaros gibt als im Tucson Mountain District, dafür sind sie dort in der Regel grösser und mächtiger. Die Blütezeit der Wildblumen im Februar und März ist eine Zeit, zu der besonders viele Besucher in den Saguaro Nationalpark kommen; die meisten der Kakteenarten blühen dann etwas später im Mai und Juni.

Um den Park zu entdecken, wurde ein Netz aus Wegen und Strassen erschaffen, die sowohl Autofahrern als auch Wanderern und Reitern die Möglichkeit zur Erkundung geben. Die Wanderwege sind insgesamt mehr als 260 Kilometer lang (darunter auch kürzere Wege, die sich für entspannte Spaziergänge anbieten); wer länger als einen Tag unterwegs sein und im Nationalpark übernachten möchte, braucht eine Genehmigung (permit) von den Park Rangers. Camping ist jedoch nur auf den ausgewiesenen Campingplätzen gestattet, die jeweils nur über eine Wanderung erreichbar sind. Campieren mit Wohnmobilen ist im Nationalpark nicht möglich.

Im Rincon Mountain District ist der Cactus Forest Scenic Loop Drive, der über knapp 13 Kilometer und vorbei an mehreren Aussichtspunkten sowie Picknickplätzen und den Startpunkten der Wanderwege durch das Gelände führt. Auch für Radfahrer ist die Nutzung des Wegs gestattet. Die Zufahrt zu dem Rundweg wird täglich bei Sonnenuntergang geschlossen. Das Gegenstück im anderen Abschnitt des Parks ist der Scenic Bajada Loop Drive, der zwar auch für die Erkundung mit dem Auto vorgesehen ist (diese Strasse ist knapp 10 Kilometer lang), der aber nicht asphaltiert ist. Auch diese bringt Besucher zu den Startpunkten der Wanderwege sowie zu verschiedenen Aussichtspunkten. Am Signal Hill Picknickplatz finden sich auch einige alte indianische Felszeichnungen.

Neben diesen Möglichkeiten zur Erkundung des Gebiets auf eigene Faust bietet der National Park Service auch ein Programm an, mit dem die Natur des Parks von Experten vermittelt wird. Zu diesem Programm gehören unter anderem geführte Exkursionen und ähnliche Veranstaltungen. Informationen hierüber sowie über die Biologie, Geologie und Geschichte des Nationalparks sowie zu dessen Möglichkeiten erhält man in den Visitors Centers, von denen es in beiden Teilen des Saguaro National Parks jeweils eines gibt. Die Zufahrten sind beschildert und die Besucherzentren sind täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es vor allem in der Stadt Tucson, die unmittelbar an den Nationalpark angrenzt. Ein weiterer Campingplatz, den man auch mit dem Wohnmobil benutzen kann, befindet sich in der Nähe des Colossal Cave außerhalb des Nationalparks, ein Höhlensystem, das schon vor vielen hundert Jahren eine wichtige Rolle im Leben der hier ansässigen Indianervölker gespielt hat.

 

 

 


 

 

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