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Scottsdale

AZ Scottsdale Old Town

Einwohner:

236.800

Lage:

südliche Mitte Arizonas, im Ballungsraum Phoenix

Beinamen der Stadt:

City of Seven Wonders

Offizielle Flagge:

Scottsdale

Die inzwischen mehr als 245.000 Einwohner zählende Stadt Scottsdale hatte noch 1980 gerade einmal eine Bevölkerung von 90.000 und ist daher eines der zahlreichen Beispiele für das explosive Bevölkerungswachstum in Arizona. Im Gegensatz zu den anderen, zum Teil ebenso großen Städte im Ballungsraum um Phoenix aber hat sich Scottsdale von Anfang an um die Bewahrung der eigenen Identität bemüht und hat sich durch gezielte Maßnahmen ein recht bekanntes Image als Standort eines gehobenen Angebots in den Bereichen Tourismus und Shopping erarbeitet. 1993 wurde die Stadt von den Bürgermeistern der US-Städte zur “lebenswertesten Stadt der USA” gewählt. Daneben ist Scottsdale ein wichtiger Wirtschaftsstandort vor allem im Bereich Dienstleistungen.

Eine “Wüstenversion von Miamis South Beach” sei Scottsdale, schrieb die New York Times im Juni 2008. Tatsächlich ist die Stadt eine Oase des gehobenen Lebensstils mit zahlreichen Angeboten für Besucher und Bewohner. Sie verfügt mit mehr als 70 über eine überraschend hohe Zahl an Hotels und Resorts, von denen viele die höchste Einstufung des amerikanischen Automobilclubs AAA erhalten haben. Hinzu kommen viele Bars, Restaurants und Einrichtungen wie Golfplätze, Spas oder Konferenzzentrum. Der Tourismus ist der wichtigste Wirtschaftszweig der Stadt; mehr als 35% der Arbeitsplätze befinden sich in diesem Bereich und die Konzentration des Angebots sorgt für eine Zahl von mehr als 7 Millionen jährlichen Besuchern in Scottsdale. Besonders in den Wintermonaten ist die Stadt Ziel der so genannten snow birds; Amerikanern aus den nördlichen Bundesstaaten, die den Winter im milden Klima Arizonas verbringen. Nur selten gehen die Temperaturen hier unter 5°C - der absolute Minustemperaturrekord für Scottsdale liegt bei -7,2° C. Im Sommer dagegen können die Temperaturen sehr hoch steigen, zwischen Mai und Oktober werden regelmäßig mehr als 30° C gemessen; Rekordwert sind 50° C.

Das Gebiet der Salt River Pima-Maricopa Indian Community, in dem Angehörige der Völker der Pima und der Maricopa leben, grenzt direkt an das Stadtgebiet Scottsdales. Die Pima waren es auch, die als erste eine Siedlung an der Stelle des heutigen Scottsdale errichteten, bevor die ersten europäischen Entdecker in die Gegend kamen. Deren Vorgänger, die Hohokam, hatten ein weitläufiges Bewässerungssystem für ihre Äcker errichtet, das den weißen Neuankömmlingen als Blaupause dienen sollte. Diese kamen 1868 in Gestalt von John Swilling in die Region, der eben jene Bewässerung modernisierte und ausbaute und so die Grundlage schuf für eine auf Landwirtschaft basierende Siedlung, aus der heute die Millionenstadt Phoenix und ihr Umland geworden ist. Winfield Scott, ein Armeepfarrer, erkannte das so geschaffene Potential und erwarb 1888 ein 2,6 km² grosses Gelände, auf dem 1894 sein Bruder George Washington Scott als erster Bewohner seine Heimstatt errichtete. 1912 entstand mit dem Ingleside Inn das erste Hotel der Stadt. Der berühmte Architekt Frank Lloyd Wright entdeckte die Gegend 1937 und errichtete hier ein Winter-Ferienhaus, das Taliesin West. Am 25. Juni 1951 erhielt Scottsdale das Stadtrecht, damals lebten gerade einmal 2000 Menschen hier. Zehn Jahre später war die 10.000-Marke überschritten, bis 1970 war die Einwohnerzahl auf 68.000 geradezu explodiert.

Den Aufstieg zum wohlhabenden Ziel für gehobenen Tourismus schaffte Scottsdale im Laufe dieser Geschichte durch einen Zufall. Das Stadtgebiet war von vielen Seiten derart begrenzt, dass eine flächenmässige Expansion kaum möglich war. Die Gebiete von Phoenix, Tempe und des Indianerreservats begrenzten das Wachstum nach drei Seiten und im Norden grenzte die riesige, private McCormick Ranch an. Zusätzlich durchzog ein Flussbett die gesamte Stadt, allerdings führte dieses nach damaligen Einschätzungen nur alle 100 Jahre einmal Wasser, nämlich dann, wenn ungewöhnlich heftiger Regen gefallen war. Von dieser Ansicht musste man sich aber schnell verabschieden, denn in den 60er Jahren wurde das Flussbett mehrfach durch Niederschläge geflutet, wodurch Strassen und Stadtviertel unpassierbar wurden. Das schliesslich mit der Eindämmung des Flussbetts beauftragte Armeekorps entschied sich statt für die übliche Einzementierung eines Kanals mit Brücken darüber für den Bau von Grünanlagen, Golfplätzen und Parks über die gesamte Länge. Finanziert werden konnte das teure Projekt und die nachfolgend nötige Restaurierung der langsam verfallenden Downtown durch die Aufteilung der ehemaligen McCormick Ranch in Bauland. Nach dem Tod der Besitzerin Anne McCormick wurde ein grosser Teil der Ranch an eine Gesellschaft verkauft, die auf dem Land eine geplante Siedlung anlegte und die Baugrundstücke verkaufte. Bis heute zählt das Stadtviertel McCormick Ranch zu den gehobensten Teilen der Stadt mit den höchsten Grundstückspreisen.

Das ehemalige Ranchgelände gehört zu dem Teil Scottsdales, der als Shea Corridor bezeichnet wird und in dem es wiederum einen Abschnitt mit einer grossen Zahl an Resorthotels und dem inoffiziellen Namen “Resort Corridor” gibt. Weitere Stadtteile sind die Old Town Scottsdale, der gezielt eine Atmosphäre verliehen wurde, die an die Cowboyzeit erinnern soll und wo sich zahlreiche Geschäfte, Restaurants, Bars und Kunstgalerien befinden; South Scottsdale als ehemaliges Arbeiterviertel, in dem heute ein Grossteil des Nachtlebens der Stadt sein Zuhause hat und North Scottsdale, wo sich der Scottsdale Airpark befindet (also eine Wohnsiedlung, in der die Häuser direkt vom Runway aus erreichbar sind und jeweils einen Hangar für die Privatflugzeuge haben) und wo einige der teuersten Wohnhäuser des ganzen Landes stehen. Scottsdale liegt in den nördlichen Ausläufern der Sonora-Wüste und im Tal des Salt River, dem allerdings viel Wasser für die Bewässerung im Umland entzogen wird und der deshalb einen Teil des Jahres ausgetrocknet ist. Das Tal ist allgemein als Valley of the Sun bekannt. Im Osten und Norden wird die Stadt von den McDowell Mountains umgeben, deren höchster Gipfel der 1311 Meter hohe East End Peak ist. In dem Teil der Berge, die zum Stadtgebiet Scottsdales gehören, wurde ein Netz aus Wanderwegen angelegt.

Die meisten Besucher der Stadt dürfte es früher oder später in die Old Town ziehen, wo etliche Geschäfte, Restaurants, Galerien und Bars aber auch kulturelle Institutionen zu finden sind. Mit der Fashion Square Mall befindet sich hier das grösste Einkaufszentrum in Arizona. In der Mall sind hauptsächlich Designermarken und das entsprechende Preisniveau vertreten, das über 185.000 m² grosse Shoppingcenter gehört aber dennoch zu den profitabelsten in den USA. Einige Cafés und ein Kino ergänzen das Angebot. Die Strassen von Downtown machen dagegen zunächst einen völlig anderen Eindruck. Old Town Scottsdale zeigt sich mit vielen hölzernen Fassaden, die so gestaltet sind, als seien sie einer Szene eines Wildwestfilms entliehen. Hinter den rustikalen Fassaden und den Vordächern über die Bürgersteige aber warten auch hier neben typischen Touristenläden mit Souvenirs einige Händler mit exklusiver Ware. Heraus kommt bei dieser Mischung ein zum Teil durchaus sehenswertes, zum Teil kitschig scheinendes Gesamtbild, das aber zugleich die Kulisse für zahlreiche Veranstaltungen ist. In den Strassenzügen zwischen Indian School Road, Osborn Road und Goldwater Boulevard, die zusammen den Arts District mit zahlreichen Kunstgalerien und Läden mit dem Kunsthandwerk des amerikanischen Südwestens bilden, findet jeden Donnerstag abend der ArtWalk statt, bei dem Galerien besucht und Künstlern bei der Arbeit zugesehen werden kann, komplettiert von Livemusik auf der Strasse. Alljährlich im März findet dieses Angebot der Kunst zum Anfassen seinen Höhepunkt in dem angesehenen Scottsdale Arts Festival, das bereits seit mehr als 40 Jahren stattfindet. Zu dem dreitägigen Event in der Civic Center Mall an der Second Street gehören zahlreiche Künstler aus den verschiedensten Bereichen, ein Kinderprogramm und öffentliche Versteigerungen von Kunstgegenständen. Die Downtown Scottsdales und ein Teil des angrenzenden Wohngebiets wird von Trolley-Bussen bedient, die kostenlos genutzt werden können und die auf zwei festen Linien etwa alle 20 Minuten verkehren.

Ebenfalls in Downtown befindet sich das Scottsdale Museum of Contemporary Art, kurz Smoca genannt. Das Museum besteht seit 1999 und beschäftigt sich mit moderner Kunst, Architektur und Design aus der ganzen Welt. Schon das Gebäude mit seiner glänzenden, modern wirkenden Fassade, in dem die Sammlungen untergebracht sind, ist ein Kunstwerk, gestaltet von Architekt Will Bruder. Das Angebot des SMOCA wird durch einen Skulpturengarten und wechselnde Sonderschauen ergänzt, wobei immer wieder auch die Kunst des amerikanischen Südwestens betont wird. Das Museum befindet sich an der East Second Street und ist mittwochs bis sonntags geöffnet. Nicht weit davon entfernt liegt mit dem House of Broadcasting ein Museum der anderen Art, in dem die Geschichte von Radio und Fernsehen in Arizona dokumentiert werden. Es besteht seit 1997 und zeigt vor allem etliche Erinnerungsstücke wie Kostüme, Instrumente und technische Geräte aus den alten Zeiten von Funk, Kino und Fernsehen. Das House of Broadcasting ist täglich ausser sonntags geöffnet und befindet sich an der East Fifth Avenue. Das Scottsdale Historical Museum schliesslich ist der Geschichte der Stadt, des Bundesstaats und der Region gewidmet und befindet sich an der Scottsdale Mall. Im Juli und August ist das Museum geschlossen, ansonsten ist es Mittwoch bis Sonntag geöffnet.

Viele der kulturellen Aktivitäten in der Stadt sind unter dem Dach des Scottsdale Center for the Performing Arts zusammengefasst. Dazu gehören auch die beiden Theaterbühnen; das Virginia G. Piper Theater an der Second Street und das Amphitheater neben dem Rathaus (beide im Bereich Old Town), auf denen Auf- und Vorführungen aller Art von Musik bis Theater stattfinden. Doch nicht alle Veranstaltungen in der Stadt drehen sich um Kunst. Erwähnenswert ist auch das Scottsdale Culinary Festival jeweils im April. Das einwöchige Festival mit kulinarischen Höhepunkten aller Art von Weinproben bis Wettkochen gipfelt traditionell im Great Arizona Picnic am Wochenende, bei dem Köche aus dem ganzen Land ihr Können demonstrieren und die Restaurants der Stadt Kostproben anbieten, begleitet von Livebands. Dem Image als Westernstadt tragen zwei weitere hochkarätige Events Rechnung. Zum einen die seit 1955 stattfindende Arabian Horse Show, ein Zusammentreffen von Züchtern, Reitern und Liebhabern der Pferde über jeweils zehn Tage im Februar, zum anderen die seit 1953 bestehende und ebenfalls im Februar stattfindende Parada del Sol, bei dem es unter anderen ein Rodeo und eine lange Parade mit von Pferden gezogenen Kutschen zu bestaunen gibt. Noch mehr Pferdestärken weist die erfolgreiche Barrett-Jackson Auto Show auf, eine seit 1971 bestehende Zusammenkunft für Classic Cars und Oldtimer, bei dem es neben einer Ausstellung auch Auktionen, neben Autos auch für Motorräder, Flugzeuge und einiges mehr gibt. Das Event findet im Januar statt und dauert jeweils eine Woche.

Wer nicht zu einem der Highlights im Veranstaltungskalender in die Stadt kommt, hat mehr Zeit für die Sehenswürdigkeiten von Scottsdale. Dazu zählt vor allem das Gebäude Taliesin West, in den Wintermonaten von 1037 bis 1959 das Wohnhaus des berühmten Architekten Frank Lloyd Wright. Zwar betrachtete Wright selbst das Gebäude offenbar nie als fertig und ergänzte und änderte das Haus an vielen Stellen im Laufe der Jahre, doch die Grundidee hinter Taliesin West begeistert Architekten und Besucher bis heute. In den Bau flossen sowohl die Materialien der Region wie Sand und Steine ein als auch das milde Tageslicht des Winters, das durch die offenen, zeltähnlichen Dächer ins Innere fällt. Taliesin West befindet sich an der Adresse 12621 North Frank Lloyd Wright Boulevard und ist täglich zur Besichtigung geöffnet, Führungen werden angeboten.

Scottsdale, das über das angrenzende Phoenix sehr gut auch an das internationale Verkehrsnetz angebunden ist, erwartet Besucher mit einer grossen Zahl an verschiedenen Unterkünften. Unter anderem befinden sich hier mehr 5-Sterne-Resorts als irgendwo sonst im Land mit Ausnahme von New York City. Besonders Freunde des Golfsports dürften die vielen privaten und öffentlichen Plätze im Stadtgebiet zu schätzen wissen.


 

 

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