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Arizona

 

Sedona

AZ Sedona Red Rocks

Etwa 120 Meilen nördlich von Phoenix am Interstate I 17 liegen die unsichtbaren Sehenswürdigkeiten des amerikanischen Südwestens, die man jedoch mit Hilfe mehrerer Guides und gedruckten Reiseführern trotzdem gut finden kann: Wirbel, so genannte vortexes, entstehen da, wo die Kraftlinien der Erde ein energetisches Feld formen und die New Age Literatur weiss, dass es rund um Sedona gleich fünf solcher Wirbel zu erfühlen gibt.

So ist die Gegend im Norden Arizonas, bestehend aus Sedona mit seinen 11.200 Einwohnern, Village of Oak Creek mit 5200 Einwohnern und der Umgebung also eine Destination, die die Sinne anspricht und das nicht nur im klassischen Sinn. Diese jedoch werden ebenfalls reichlich bedient.

Denn bereits lange bevor spirituelle Inspiration Suchende Sedona zu ihrem Ferienziel erkoren, kamen schon die Kunstliebhaber hierher und noch früher schon die, die sich von den roten Felsformationen dieser Region beeindrucken und gefangennehmen liessen. Insbesondere zu Sonnenauf- und untergang sorgen die aus Sandstein bestehenden Red Rocks, die das Landschaftsbild der Kleinstadt bestimmen, für eine beeindruckende, in rot und orange leuchtende Kulisse. 

Nach der gewaltsamen Vertreibung der hier ansässigen Indianervölker der Apachen und Yavapai im Jahr 1876 war der Weg frei für die ersten Siedler aus dem Osten des Landes. Bis 1900 hatten sich etwa 50 Menschen hier angesiedelt, die vor allem Pfirsich- und Apfelbaumplantagen betrieben. Die Entwicklung der Stadt lief langsam, auch 1950 zählte Sedona noch keine 200 Einwohner. Seit dieser Zeit jedoch wuchs das touristische Interesse an der Region, auch angetrieben durch einige Hollywood-Filme, die hier gedreht wurden. In den 80er und 90er Jahren folgte ein Bauboom, dessen Ergebnisse heute das Stadtbild bestimmen. Einige Prominente aus zählen zu denen, die hier regelmäßig Urlaub machen oder gar ein Haus besitzen, der ehemalige Präsidentschaftskandidat John McCain besitzt eine Ranch in der Gegend.

Wer sich mit dem Auto auf den Weg in die Landschaft macht und die roten Felsen rund um die Stadt erkunden möchte, benötigt einen Red Rock Pass, der hinter die Windschutzscheibe gelegt wird. Dieser Pass - die für einen Tag gültige Version kostet $5 - wird von der Verwaltung des Coconino Nationalwalds ausgegeben und ist bei vielen Händlern und an Automaten erhältlich. So ausgestattet, ist der Weg frei um die bekanntesten der Felsen von Sedona zu entdecken. Zu diesen gehören die Formationen des Boynton Canyon, der von den Yavapai und Apachen als Geburtsstätte ihrer Kulturen angesehen wird. Über einen mittelschweren, fünf Meilen langen Rundweg lässt sich der Canyon erkunden, dessen Wände mehrere hundert Meter hoch aufragen. Auch wer auf der Suche nach den Vortexes ist, wird hier fündig: Der einschlägigen Literatur zufolge findet sich auf einem Hügel der Wirbel, der für die Balance zwischen der männlichen und der weiblichen Seite zuständig ist. Weitere dieser Energiezentren, offenbar zu erkennen an in sich gedrehten Ästen an den sie umgebenden Bäumen, befinden sich am Schnebly Hill, am Airport Mesa, am Bell Rock und am Cathedral Rock. Insbesondere der glockenförmige Bell Rock, in der Nähe des Village of Oak Creek, ist wegen seiner Lage direkt am Highway 179 gut zu erreichen. Der spirituelle Tourismus findet hier seinen Ausdruck in der Anwesenheit mehrerer Händler, die New Age- Literatur und andere hilfreiche Materialien verkaufen. Die besondere, antreibende Kraft des Vortex auf dem Felsen soll sich auch ohne hinaufzuklettern spüren lassen. Dermaßen aufgewühlt, bietet sich als nächstes ein Abstecher zum Cathedral Rock an, dessen Vortex wiederum eine beruhigende und entspannende Wirkung haben soll. Über einen kurzen, aber sehr steilen Weg kann man den Felsen erklimmen, der wahrscheinlich der am meisten fotografierte der Umgebung ist.

Überall im Umfeld der Stadt wird es Touristen leichtgemacht, die Landschaften zu entdecken. Es gibt zahlreiche gut ausgebaute Wanderwege, Plätze für Picknicks und viele Anbieter, die Touren mit Jeeps, Fahrrädern, Pferden oder zu Fuß im Programm haben. Auch Mountainbiking ist eine sehr beliebte Freizeitbeschäftigung, viele der Wege sind auch für Räder zugelassen. In einigen der Schutzgebiete ist Radfahren allerdings untersagt. Wer nur wenig Zeit hat, kann über den 12 Kilometer langen Red Rock Scenic Byway die Highlights der Landschaft vom Auto aus entdecken. Die Strasse beginnt an der Ausfahrt 298 des Interstate I-17 und führt durch das Village of Oak Creek, wo sich auch ein Besucherzentrum befindet. Anschliessend führt die Strecke an mehreren der bekannten Felsen, unter anderem an Bell Rock und Cathedral Rock vorbei. Zwischen den Felsen stösst der Besucher auf einen ungewöhnlichen Anblick: Die Chapel of the Holy Cross, eine 1956 errichtete katholische Kirche, ist in ihrem Design in die Landschaft eingepasst worden und zählt zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt. Das 76 Meter hohe Gebäude ragt vor den mächtigen Felsen hervor und soll nach dem Willen seiner Erschafferin Marguerite Brunswig Staude die unbändige Kraft des Schöpfers widerspiegeln. Die Kapelle ist täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet, sonntags ab 10 Uhr.

Eine gute Möglichkeit, die Schönheiten der Umgebung an nur einem einzigen Ort zu sehen, bietet der Red Rock State Park (4050 Red Rock Loop Road, Visitor Center täglich 9-17 Uhr geöffnet). Der Bach Oak Creek schlängelt sich durch die 116 Hektar grosse Fläche des Parks, an seinen Ufern befindet sich die für die Region typische Vegetation, bestimmt von Wachholder und Bärentrauben. Es gibt mehrere Wanderwege im State Park. Täglich finden wechselnde Programme statt, mit deren Hilfe den Besuchern die Ökologie der Region nahegebracht wird, es gibt auch eine kleine Ausstellung, daneben Rad- und Reitwege und Picknickplätze. Ebenfalls sehenswert ist der Oak Creek Canyon etwa auf halber Strecke zwischen Sedona und Flagstaff. Diesen Canyon, der manchmal als der Cousin des Grand Canyon bezeichnet wird, kann man gut erleben, wenn man einfach der State Route 89A folgt. Diese Strasse schlängelt sich in mehreren Haarnadelkurven über 20 Kilometer durch den Canyon. Die Schlucht selbst ist zwischen 240 und 600 Meter tief, der Höhenunterschied zwischen beiden Rändern beträgt 210 Meter (die Westseite ist 2160 Meter, die Ostseite 1950 Meter hoch). Teile des Canyons stehen als Wildnisgebiete unter besonderem Naturschutz. Es gibt mehrere ausgewiesene Wanderwege, vor allem aber viele Kilometer entlang des Oak Creek, die bei Anglern sehr beliebt sind. Ein Teil dieses Baches fliesst über eine leicht abschüssige, glatte Strecke. Dieser Abschnitt bildet den Kern des Slide Rock State Park, der ein beliebtes Ausflugsziel ist. 

Zurück in der Stadt werden viele Besucher angezogen von den vielen Galerien und Läden für Kunst und Kunsthandwerk, für die sich Sedona ebenso wie für die malerische Umgebung einen Namen gemacht hat. Auch die Produkte der Indianervölker der Umgebung sind hier gut vertreten, ausserdem gibt es eine breite Auswahl an spirituellen und New Age- Produkten zu kaufen. Eine gute Auswahl findet sich im Tlaquepaque Arts and Crafts Village, das mehr als 40 Geschäfte und Galerien aufweisen kann. Ein Geschäftsmann liess das Künstlerdorf in den 70er Jahren im spanischen Kolonialstil bauen und liess dazu authentische mexikanische und spanische Elemente wie antike Türen oder kunstvoll gestaltete Fliesen importieren, die ebenso wie die bereits vorhandenen alten Bäume in das Gesamtkonzept eingebunden wurden. Zum Ensemble gehören auch einige Restaurants. Das Dorf befindet sich direkt am Highway 179 und ist täglich ab 10 Uhr geöffnet. Am Highway 89 befindet sich mit der Hozho Plaza ein weiteres Zentrum für Kunst, Antiquitäten und Kunsthandwerk, weitere Shoppingmöglichkeiten befinden sich in der Downtown von Sedona.

Kunst und Kultur machen auch einen wesentlichen Teil des Veranstaltungskalenders von Sedona aus. Im Februar stehen beim alljährlichen Sedona International Film Festival Dokumentationen, Animationsfilme und Kurzfilme im Mittelpunkt. Das fünftägige Festival wird immer von einem Workshop begleitet, bei dem junge Filmemacher mit erfahrenen Profis zusammenarbeiten. Im Spätherbst steht dann jedes Jahr das Jazz on the Rocks Festival an, bei dem neben dem Jazz auch Blues und R&B-Musik live zu hören ist. Die Erträge dieser Veranstaltung werden dazu genutzt, um jungen Musikern per Stipendium die Möglichkeit zum weiterführenden Lernen zu geben. Musiker, Literaten, Strassenkünstler und Künstler aus anderen Richtungen treffen sich im September zum Gumption Fest. Dieses zweitägige Festival, das eine Mischung aus kostenlosen Open Air-Konzerten, Strassenfest und Performance ist, wird mit einer großen Parade am zweiten Tag abgeschlossen.


 

 

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