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Tombstone

AZ Tombstone

Lage:

Südosten Arizonas

Einwohner:

1400

Motto:

The Town Too Tough To Die

Gründung:

1881

Offizielle Flagge:

Tombstone

Für Fans des Wilden Westens gehört ein Besuch des kleinen Ortes Tombstone im Süden Arizonas, gut 50 Kilometer von der mexikanischen Grenze entfernt, wahrscheinlich zum Pflichtprogramm. Die Kleinstadt mit den historischen Fassaden ist nicht nur Kulisse für einige Westernfilme gewesen, sondern sie war auch der tatsächliche Schauplatz der in den Filmen dargestellten Ereignisse.

Alles begann mit Ed Schieffelin, der als Scout für die Armee in der Nähe arbeitete. Schieffelin war ein Abenteurer, der schon in jungen Jahren an anderen Orten nach Bodenschätzen gesucht hatte und so hielt es ihn nicht lange auf dem Armeeposten, bevor er . mit nur 30 Cent in der Tasche - in das von Apachen beherrschte Gebiet vordrang. Seine Freunde rieten ihm dringend ab, unter anderem mit dem Satz “The only thing you will find there is your tombstone” (Das Einzige, was Du dort finden wirst, ist dein Grabstein), doch Schieffelin hatte Glück: 1877 fand er Silber und zwar an einer Stelle, an der zuvor bereits der deutsche Ingenieur Frederick Brunckow fündig geworden war. Brunckow war von seinen Arbeitern ermordet worden und Schieffelin bezog die von seinem Vorgänger gebaute Hütte, die im Laufe der Jahre zum Schauplatz von mehr als 20 Morden werden sollte. Seinen ersten Silberfund, den Schieffelin in Tucson zur Bank brachte, hatte einen Wert von mehr als $ 18.000 (in heutigem Wert knapp $ 470.000).
Die Nachricht von dieser Einlieferung sprach sich schnell herum und bis zum Jahr 1879 hatten mehrere tausend Glücksritter ihre Zelte und Hütten errichtet. Viele wurden hier reich, denn die von Schieffelin entdeckte Mine sollte nicht die einzige bleiben. Schon 1880, ein Jahr bevor Tombstone das Stadtrecht erhielt, wurde ein nobles Grand Hotel mit feinster Ausstattung eröffnet. Doch wie auch in vielen anderen jungen Städten des Westens zog der plötzliche Reichtum auch unerwünschte Gäste an. So trieben sich Schmuggler in der Gegend herum und es kam wiederholt zu Überfällen.

Am 15. März 1881 überfielen drei Banditen einen Werttransport, mussten jedoch ohne Beute das Weite suchen. Sheriff Virgil Earp und seine Brüder Wyatt und Morgan sowie der Vertreter des Sheriffs, Doc Holiday, begannen ihre Suche nach den Räubern, die sich über viele Kilometer und mehrere Wochen hinziehen sollte und in deren Verlauf zahlreiche persönliche und politische Irrungen und Wirrungen eingebunden waren und die schließlich mit der berühmt gewordenen Schießerei am O.K. Corral endete, bei der die Täter von den Earps erschossen wurde. Diese Schießerei, die zu einer der berühmtesten in der Geschichte des Wilden Westens wurde, wird heute täglich um 14 Uhr von Schauspielern nachgestellt, was regelmäßig viele Besucher und Schaulustige anzieht. Die Opfer der realen Schießerei liegen auf dem alten Friedhof der Stadt begraben, dem sogenannten Boothill Graveyard, wo auch einige andere zwielichtige Gestalten aus der Geschichte Tombstones ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Auch dieser Friedhof steht bei vielen Touristen mit auf dem Programm.

Das Leben in Tombstone wurde jedoch weiterhin vor allem von den Bodenschätzen bestimmt. Die Minen rund um die Stadt produzierten mehr Silber als jede andere Region in Arizona und heute denkt man über eine Wiedereröffnung einiger Bergwerke nach. Tombstone wurde größer und wohlhabender, hatte unter anderem eine Bowlingbahn und mehr als 100 Saloons. In der 1881 erbauten Schieffelin Hall (215 North 5th Street), errichtet vom Bruder des inzwischen weitergezogenen Stadtgründers, fanden Theater- und Opernvorführungen statt, das Gebäude war der Mittelpunkt des sozialen Lebens. Es ist heute eines der größten Beispiele für den Adobe-Baustil im Südwesten der USA. Leichtere Unterhaltung fand dagegen im weit über die Grenzen Arizonas hinaus bekannten Bird Cage Theatre statt (535 East Allen Street, täglich 8-18 Uhr für Besichtigungen geöffnet). Dieses ebenfalls 1881 eröffnete Gebäude hatte als besonderes Feature mehrere Separées - die sogenannten bird cages (Vogelkäfige) - in denen die Damen des horizontalen Gewerbes ihrem Beruf nachgingen. Daneben gab es unter anderem eine Theaterbühne, Spieltische und natürlich eine Bar. Für die einfachen Menschen Tombstones war das Bird Cage Theatre das Unterhaltungszentrum der Stadt. Bis 1889 war es jeden Tag und rund um die Uhr geöffnet. Danach blieb es mehr als 40 Jahre lang geschlossen und ist heute wieder eine Attraktion in der Stadt. Angeblich soll es in dem Gebäude auch spuken - die rund 120 erhalten gebliebenen Einschusslöcher in den Wänden sprechen jedenfalls dafür, dass es hier nicht immer friedlich geblieben war.

In Tombstone etablierte sich bald eine durchwachsene Gemeinschaft unterschiedlicher gesellschaftlicher Schichten. Anwälte und Geologen lebten hier ebenso wie Ganoven, mittellose europäische Einwanderer und chinesische Servicekräfte. Die nächste Ortschaft war weit entfernt, rund um die Stadt gab es nur Wüste und auch der erhoffte Anschluss an das Eisenbahnnetz blieb aus. Ebenso gab es kein System zur Wasserversorgung, was dazu beitrug, dass bei einem in einer Wäscherei ausgebrochenen Feuer im Mai 1882 nicht effektiv gelöscht werden konnte, so dass die Flammen auf die umliegenden Gebäude übergriffen und unter anderem das Grand Hotel zerstörten. Wasser war auch an anderer Stelle ein Problem, denn bei der Anlage der Minen war der Boden oftmals ohne Berücksichtigung geologischer Überlegungen durchzogen worden. Bald schon trat Grundwasser in einige der Bergwerke ein, schnell auch in so großen Mengen, dass die Minen überflutet wurden. Der anhaltende Boom Tombstones erlitt dadurch einen ersten Rückschlag, doch die Betreiber eines der größten Bergwerke schafften sehr teure Pumpen herbei, die bald täglich mehr als zwei Millionen Liter Wasser aus dem Minensystem holten.

Die Gefahr für die Minen und die Stadt schienen damit gebannt. Doch im Mai 1886 fing die Pumpenstation Feuer, wodurch nicht nur die Mine unbenutzbar gemacht, sondern vor allem die Möglichkeit zerstört wurde, die eintretenden Wassermassen umzuleiten, weil es kein Backup gab. HinzuAZ Tombstone Allen Street kam, dass der Preis für Silber spürbar zurückging. Die Kombination aus beiden sorgte dafür, dass eine großer Teil der Bevölkerung Tombstones die Stadt ebenso schnell verließ, wie er gekommen war. Im Großen und Ganzen hatte Tombstones Ruhm, Wachstum und Reichtum gerade einmal vierzehn Jahre lang angehalten. In diesen Jahren war Tombstone zur Hauptstadt des Cochise County geworden und diese Tatsache hat vermutlich dafür gesorgt, dass der Ort nach dem Ende des Silberbooms nicht zur Ghost Town geworden ist. Der Sitz der County-Verwaltung wechselte 1929 nach Bisbee.

Touristen suchen - und finden - in Tombstone heute in erster LInie den Flair des Wilden Westens. Neben der Nachstellung des Gunfight at the O.K. Corral und dem Bird Cage Theatre erfreut sich vor allem Allen Street großer Beliebtheit. Die Hauptstrasse von damals ist bis zum heutigen Tag so gestaltet, dass man sich sofort an die Zeiten von Wyatt Earp erinnert fühlt. Für den Autoverkehr ist die Strasse gesperrt, es gibt Saloons und zahlreiche Geschäfte mit den typischen Westernutensilien und die Fassaden der Gebäude werden mit viel Mühe so gestaltet, wie sie damals ausgesehen haben. Vor allem in der Hauptsaison lassen es sich viele der Ladenbetreiber auch nicht nehmen, ihre Kunden in historischen Kostümen zu bedienen. Zu den zahlreichen historischen Gebäuden, die es hier und in den Nebenstrassen zu sehen gibt, gehören unter anderem das ehemalige Gerichtsgebäude des Cochise County und der “Crystal Palace”, in dem ein altehrwürdiger Saloon untergebracht ist.


 

 

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