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Arizona

 

Yuma

Ganz im äußersten südwestlichen Zipfel Arizonas, direkt an den Grenzen zu Mexiko und zu California, liegt mit Yuma eine Stadt, die bisher außerhalb Amerikas noch kaum bekannt ist, aber zunehmend an Bedeutung gewinnt, auch in touristischer Hinsicht. Yuma hat in den Sommermonaten, wenn die Temperaturen im Schnitt um die 40° C liegen, eine Einwohnerzahl von etwa 90.000, in den milden Wintermonaten kommt noch einmal die gleiche Zahl Menschen hinzu. Die so genannten snowbirds, die hier im Winter ihr Quartier aufschlagen, kommen vor allem as den nördlich gelegenen US-Bundesstaaten und genießen in Yuma Winter, in denen das Thermometer selten unter 10° C fällt. Die Stadt steht im Guinness Buch der Rekorde als sonnigster Ort der Welt, denn die Sonne scheint hier durchschnittlich in über 90% der Tageslichtstunden eines Jahres, während nur knapp 8 Zentimeter Niederschlag pro Jahr fallen. Der Alltag in Yuma wird in nicht geringem Maß von diesen klimatischen Bedingungen geprägt, ebenso wie von der nahegelegenen Grenze. Die Erfahrung als Grenzort teilt Yuma mit ihrer deutschen Partnerstadt Frankfurt an der Oder.

AZ Yuma

Die Nachfahren der Ureinwohner, die schon lange Zeit vor Ankunft der ersten Weißen in der Region ansässig waren, leben heute in Reservaten in der Umgebung. Das Volk der Cocopah (auch River People genannt) hat heute etwa 1000 Mitglieder und betreibt etwas südlich der Stadt unter anderem ein Casino, ein Museum und ein Golf-Resort, das der Quechan lebt mit seinen etwa 1200 Angehörigen auf der Fort Yuma Indian Reservation, die zum größten Teil auf kalifornischem Gebiet liegt. Von diesem Volk und der von ihnen gesprochenen Sprache stammt der Name der Stadt. Zuvor jedoch war die kleine Ansiedlung, die aus einem 1851 errichteten Fort entstanden war, unter dem Namen Colorado City eingetragen worden, bezogen auf den Fluss, an dessen Ufer sie lag. Dem Fluss war es auch zu verdanken, dass schon 1540 spanische Expeditionen die Region erkundeten und den späteren Standort des Forts an der einzigen engen und damit überquerbaren Stelle des Colorado River für hunderte Meilen entdeckten. Dieser Übergang bestimmte die Bedeutung des Ortes für viele Jahre; 1877 baute die Southern Pacific Railroad hier eine Eisenbahnbrücke.

In der neueren Geschichte ist jedoch die Nähe zu Mexico mindestens ebenso bedeutsam geworden. Das lässt sich auch an der Bevölkerung Yumas ablesen, in der sich nur 1,5% zu den Ureinwohnern zählen, aber etwa die Hälfte aller Einwohner Latino ist. Viele dieser Menschen sind in der Agrarwirtschaft beschäftigt, dem stärksten Wirtschaftszweig der Gegend, und wegen der saisonalen Tätigkeiten nicht das ganze Jahr über beschäftigt. Dies ist ein Grund dafür, dass Yuma in den nationalen Arbeitslosenstatistiken regelmäßig einen der hintersten Plätze einnimmt. Außer in der Landwirtschaft gibt es noch eine größere Zahl Arbeitsplätze in Transport und Logistik, wofür Yuma wegen seiner Grenzlage noch immer ein wichtiger Knotenpunkt ist. Weiterhin wird in der Stadt ein Stützpunkt der Marineflieger betrieben und einige KIlometer außerhalb liegt mit dem Yuma Proving Ground eines der größten Militärübungsgelände der Welt..

Angehörige der Militärbasis veranstalten jährlich eine groß angelegte Flugschau, die zu den Highlights im Veranstaltungskalender zählt. Im Februar gibt es daneben mit dem Yuma River Daze ein mehrtägiges Volksfest, bei dem sich alles um den Colorado River und seine Bedeutung für die Entwicklung der Stadt dreht. Ebenfalls im Februar findet alljährlich ein großes Rodeo mitsamt Parade statt, im März gefolgt von den Yuma Lettuce Days, bei denen nicht nur die Ernte von den Salatfeldern der Gegend gefeiert wird, sondern mit der Unterstützung bekannter Köche und Kochdemonstrationen auch kulinarische Highlights gesetzt werden. 

Die wichtigste Sehenswürdigkeit der Stadt ist die Yuma Crossing National Heritage Area, die sich mit der historischen Bedeutung des Überwegs über den Colorado River beschäftigt. Während der Zeit der Eroberung des Westens führte hier der Weg nach Kalifornien entlang, ebenso zur Zeit des Goldrauschs, doch schon die hunderte Jahre zuvor hier lebenden Indianervölker nutzten die Stelle, an der Felsvorsprünge von beiden Seiten die engste Stelle des Flusses für fast tausend Meilen bilden. Auch der Juan Bautista de Anza National Historic Trail führt hier entlang, die Tatsache würdigend, dass an dieser Stelle die Kulturen Mittelamerikas, der amerikanischen Ureinwohner und der Anglo-Amerikaner aufeinander trafen.
Zu der Heritage Area gehört das Fort Yuma, das 1851 zunächst zum Schutz der neuen Grenze zu Mexiko errichtet worden war, später als - allerdings beschäftigungsloser - Posten der Union im Civil War diente und heute auf dem Gelände des Quechan-Reservats liegt. Ebenfalls zu der Anlage gehört das Yuma Territorial Prison, ein 1876 eröffnetes Gefängnis, das bis 1909 in Betrieb war und in einigen Westernfilmen Erwähnung findet. In dem Gebäude befindet sich heute ein Museum, das den Gefängnisalltag von damals rekonstruiert. Adresse: 1 Prison Hill Road, geöffnet 9 bis 17 Uhr, im Sommer 8 bis 15 Uhr,
Der Hauptteil des Museumsparks besteht aber aus dem Quartermaster Depot State Historic Park. Die ehemalige Intendantur war 1864 eröffnet worden, um Militärposten im ganzen Südwesten mit Nahrung, Kleidung und Munition zu versorgen. Die Güter wurden über den Colorado mit dem Schiff bis nach Yuma gebracht und von hier mit Mauleseln weiter zu den Forts. Mit dem Bau der Eisenbahnlinie wurde die Versorgungsstation nicht mehr gebraucht. Für einige Jahre zog der US Weather Service ein, später nutzte der Grenzschutz einige der Gebäude, der Rest jedoch drohte zu verfallen. Ab den 1960er Jahren begann man mit erhaltenden Maßnahmen und heute sind noch fünf der Gebäude zu besichtigen. In vier dieser fünf Bauten können sich Besucher heute über die Geschichte des Depots informieren. Dazu wurde dieses in Teilen originalgetreu wie in den 1870ern rekonstruiert, auch Kutschen aus der Zeit gehören zur Ausstellung. Weiterhin gehört eine Ausstellung von Fischen des Colorado zum Angebot. Der Fluss selbst wird in der Region mit Millionenaufwand wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurück versetzt. Im Quartermaster Depot State Park ist auch das Informationsbüro des Tourismusverbands der Stadt Yuma untergebracht. Adresse: 201 North 4th Avenue. State Park geöffnet täglich 9 bis 17 Uhr.

Aus historischer Sicht ebenfalls interessant ist die Downtown Yumas, insbesondere das North End. Hier findet sich unter anderem das Historic Yuma Theatre von 1911 mit seinen Art Deco-Wandbildern, das heute Mittelpunkt des Yuma Art Center ist und in dem, nach einer vorübergehenden Nutzung als Filmtheater, heute wieder Aufführungen stattfinden.  Die neueste Attraktion Yumas befindet sich an der Madison Avenue. In einem Stadtpark am Pivot Point wurde hier eine Lokomotive aus dem Baujahr 1907 installiert, dazu gibt es eine Audioinstallation und Laserstrahlen, die nach Einbruch der Dunkelheit symbolisch den Verlauf der Schienen darstellen sollen, denn genau an dieser Stelle verlief damals die Bahnlinie, die anschließend an der Yuma Crossing über den Fluss führte. Ebenfalls an der Madison Avenue befindet sich das Sanguinetti House Museum in einem der ältesten Gebäude der Stadt, in dem sich Besucher heute in die frühen Tage Yumas zurückversetzen lassen können. Eine Demonstration der Tatsache, dass auch in der harschen Wüstenumgebung einige interessante Pflanzenarten gedeihen können, liefert der Moody Demonstration Garden an der 28th Street, der das ganze Jahr über kostenlos zu besuchen ist.

In der Umgebung der Stadt liegen weitere interessante Ausflugsziele. Dazu gehört das Castle Domes Mine Museum etwas außerhalb in nördlicher Richtung. In dieser nachgebauten Wildweststadt,  ist aus privater Initiative eine vielseitige Sammlung authentischer Artefakte in Erinnerung an den einst hier bestehenden Minenort Castle Dome City entstanden. In dem Ort Felicity im benachbarten Bundesstaat California befindet sich das Museum of History in Granite. Dabei handelt es sich um 18 Granitmonumente, in die unzählige Zeilen Text - unter anderem eine Zusammenfassung der Geschichte der Menschheit - gemeißelt wurden.


 

 

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