Virginia

 

Colonial National Historical Park

Der vom National Park Service verwaltete historische Park besteht aus insgesamt fünf einzelnen Stätten im Südosten Virginias, die in Verbindung mit der amerikanischen Geschichte von der frühen britischen Kolonialisierung bis zum Civil War stehen. Neben der historischen Bedeutung des Park berührt dieser auch die Lebensräume zahlreicher Tier- und Pflanzenarten und bietet so die Gelegenheit zur Naturbeobachtung. Die Erkundung des Parks ist mit dem Auto oder mit dem Fahrrad möglich, zwischen März und November verkehrt darüber hinaus ein Shuttleservice zwischen den einzelnen Abschnitten des National Historical Parks. Es bestehen außerdem verschiedene Optionen für von Park Rangers geführten Touren durch das Gebiet. 

VA Colonial Historical Park

Historic Jamestowne
In einer langgezogenen Bucht, die beim heutigen Newport News an Virginias Atlantikküste beginnt, wurde im Jahr 1607 die erste englische Kolonie auf amerikanischem Boden angelegt. Als Hauptstadt der “Colony of Virginia” legte Captain John Smith das Fort namens Jamestown an, benannt nach dem englischen König James I, der den Auftrag zur Koloniebildung gegeben hatte. Smith wurde später von den hier lebenden Ureinwohnern gefangen genommen und sollte hingerichtet werden, doch in einer der berühmtesten Wendungen der amerikanischen Geschichte wurde er von der Häuptlingstochter Pocahontas gerettet. Die Kolonie war zwar anfangs wenig erfolgreich, konnte aber - nicht zuletzt dank der Hilfe von Pocahontas’ Volk - doch aufrechterhalten werden und wuchs im Laufe der Jahre. 1698 wurde die Hauptstadt nach einem Brand an einen anderen Ort verlegt und Jamestown verlor an Bedeutung. Während des Unabhängigkeits- und später während des Bürgerkriegs stand die Gegend aus militärischen und strategischen Gründen nochmals im Mittelpunkt, doch das politische Geschehen hatte sich inzwischen nach Richmond verlagert.
Besucher können an dem historischen Ort heute die Stelle betreten, an der einst das Fort Jamestown zu finden gewesen ist und viel darüber erfahren, unter welch schwierigen Bedingungen die Kolonialisten hier lebten und wie die Ureinwohner mit Nahrung und Wasser ihr Überleben sicherten - die Grundlage des heutigen Thanksgiving-Fests in den USA. Ein kleines Stück von der Stelle des Forts entfernt liegt die sogenannte “New Towne”, wo später eine kleine Ortschaft entstanden war. Es werden geführte Touren angeboten, Historic Jamestowne kann aber auch auf eigene Faust erkundet werden. Es gibt einen mehreren Kilometer langen Rundweg um die Halbinsel. Dabei kann man auch das Glasshouse entdecken, in dem die Kolonialisten versucht hatten, eine Glasmanufaktur einzurichten, was letztlich aber gescheitert war.
Das Besucherzentrum von Jamestown ist täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet, Zugang zum Gelände ist von 8:30 bis 16:30 Uhr möglich

 

Yorktown Battlefield
Der zweite, große Abschnitt des Colonial National Historical Parks befindet sich rund 35 Kilometer von Jamestown entfernt. Auch dieser Ort ist von herausragender Bedeutung sowohl für die Entstehung der USA als auch für die amerikanischen Beziehungen zum britischen Mutterland. Hier fand 1781 die letzte Schlacht des amerikanischen Unabhängigkeitskriegs statt. Die amerikanischen Truppen unter George Washington belagerten, unterstützt von französischen Soldaten, die britische Armee unter General Cornwallis so lange, bis dieser aufgab. Die Amerikaner hatten damit die Kolonialherren besiegt und ihre Unabhängigkeit, die 1776 in der Declaration of Independence ausgesprochen worden war, endgültig gewonnen.

In dem damals rund 2000 Einwohner zählenden Ort leben inzwischen nur noch gut 200 Menschen, doch neun historische Gebäude haben die Zeiten überstanden und können heute besichtigt werden. Unter diesen ist vor allem das Nelson House an der Main Street zu nennen, das etwa um 1730 von einem englischen Immigranten, Thomas Nelson, erbaut worden war. Nelsons Sohn und Enkel sollten später Gouverneure von Virginia werden. 
Ebenfalls sehenswert ist das Plantagengebäude, das heute als Moore House bekannt ist. In diesem Haus hatte Cornwallis damals seine Kapitulation unterzeichnet - streng genommen wurde hier also die Unabhängigkeit der USA de facto besiegelt. Während  des Civil War kam es in der Region ebenfalls zu Kriegshandlungen und dabei war das Moore House beschädigt worden. 1881 und 1934 wurde das Gebäude renoviert und in den Zustand versetzt, wie es im 18. Jahrhundert ausgesehen hat.

Schlacht von Yorktown

Kapitulation von General Cornwallis, Gemälde von John Trumbull

Schon 1781 hatte der Kongress beschlossen, dass Washingtons Sieg mit einem Monument gewürdigt werden sollte, doch es dauerte mehr als 100 Jahre, bis 1884 endlich das Denkmal eingeweiht wurde. Dieses steht heute am Rand des historischen Schlachtfelds, das mit Audio-Touren erkundet werden kann, wobei man auch die teilweise noch im Originalzustand erhaltenen Erdwälle entdecken kann, die von den amerikanischen Truppen angelegt worden waren. Die Audio-Tour kann man im Besucherzentrum leihen, wo sich auch ein kleines Museum befindet.
Das Besucherzentrum (1000 Colonial Parkway) ist täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet

 

Colonial Parkway
Die Verbindung zwischen dem Yorktown Battlefield und Historic Jamestowne beziehungsweise zwischen York River und James River bildet diese 37 Kilometer lange Parkstrasse. Der Parkway stellt damit nicht nur die Verknüpfung zwischen zwei Orten mit großer historischer Bedeutung dar, sondern bietet zugleich auch einen Einblick in Virginias Natur. Die Designation der Strasse als National Scenic Byway sorgt dafür, dass entlang der Strecke keine Werbeschilder, kommerziell genutzte Gebäude oder ähnliches zu finden sind und stattdessen zahlreiche Aussichts- und Haltepunkte eingerichtet worden sind.
Mit der Planung für die Strecke war 1931 begonnen worden, doch sechs Jahre später reichte die Strasse nur von Yorktown bis nach Williamsburg und es sollte sogar noch bis 1955, bis die gesamte Verbindung bis nach Jamestown fertiggestellt werden konnte. Williamsburg, der dritte Punkt von Virginias “historischem Dreieck”, war von 1699 bis 1780 die Hauptstadt der Colony of Virginia. Der Schwerpunkt der Strasse liegt nach wie vor auf dem Erleben der Gegend, so gibt es zum Beispiel rechts und links der Strecke mehrere Feuchtgebiete, die Lebensraum für Wasservögel und Amphibien sind. Der Colonial Parkway ist nicht die kürzeste oder schnellste Verbindung zwischen den Eckpunkten des Dreiecks.

 

Cape Henry Memorial
Bevor die Kolonisten unter Captain John Smith Jamestown als Ort ihres Forts auswählten, setzten sie am Ufer der Chesapeake Bay erstmals Fuß auf amerikanisches Land. An dieser Stelle im heutigen Stadtgebiet von Virginia Beach, wo die Chesapeake Bay Bridge beginnt, befindet sich heute das Cape Henry Memorial, ein eher unauffälliges Monument in Form eines Kreuzes. Das Denkmal gehört zum Colonial National Historical Park, hier gibt es jedoch keine Einrichtungen oder Besucherinformationen. Stattdessen befindet es sich auf dem Gelände einer Militäranlage, so dass Besuche zwar möglich sind, eine Kontrolle durch militärisches Personal bei der Einfahrt aber wahrscheinlich ist. In unmittelbarer Nachbarschaft befinden sich die beiden historischen Leuchttürme von Cape Henry, das Originalbauwerk von 1792 und die bis heute in Betrieb befindliche Version von 1881.

 

Green Spring Plantation
Etwa 8 Kilometer außerhalb von Williamsburg legte Sir William Berkeley, über viele Jahre Gouverneur von Virginia, im Jahr 1645 seine Plantage mit großem Herrenhaus an, auf der er mit Tabakpflanzen und Variationen des Anbaus experimentierte, um das wichtigste Exportgut der Kolonie weiter zu verbessern. Darüber hinaus baute Berkeley hier auch andere Nutzpflanzen wie Reis und Früchte an und schaffte es, auch diese so weit zu entwickeln, dass sie verschifft werden konnten. Der Gouverneur nutzte seinen stattlichen Wohnsitz aber auch für gesellschaftliche Anlässe und das Hauptgebäude galt in der damaligen Zeit als prächtigstes Wohnhaus weit und breit.
Nachdem der sehr beliebte Gouverneur seinen Posten in Folge des Sturzes des englischen Königshauses hatte aufgeben müssen, wurde die Green Spring Plantation zum Hauptquartier von Rebellen, die sich mit den Ureinwohnern erbitterte Auseinandersetzungen lieferten. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts, nachdem die Plantage auch während des Unabhängigkeitskriegs Schauplatz von Kämpfen geworden war, war der einst prächtige Bau so weit beschädigt, dass die neuen Besitzer es zum Teil abreißen ließen.
1966 übernahm der National Park Service Teile des Grundstücks und öffnete es für Besichtigungen. Zu sehen gibt es hier in erster Linie die Reste des Haupthauses und einiger Nebengebäude. Trotz langgehegter Pläne befindet sich an der Stelle der Green Spring Plantation bisher aber noch kein Besucherzentrum oder andere Einrichtungen.


 

 

Find us on Facebook

 

Follow us on Twitter

 

 

 

 

Americanet.de

 

Visit us on Pinterest

 

bl

 

 

 

 

Übersicht Bundesstaaten

 

Impressum

 

 

 

 

This page in English: Virginia