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Colorado

 

Mesa Verde Nationalpark

CO Mesa Verde Cliff Palace

Der bereits seit 1906 bestehende Nationalpark, der seit 1978 auch UNESCO-Welterbestätte ist, liegt im äußersten Südwesten des Bundesstaats Colorado in der Nähe der sogenannten “Four Corners”, also der Grenze zu den benachbarten Arizona, Utah und New Mexico. Der Mesa Verde Nationalpark umfasst die größte archäologische  Fundstelle in den USA und schützt, als einziger kultureller National Park des Landes, die außerordentlich gut erhaltenen, in den Fels geschlagenen Behausungen der Anasazi, die diese ab etwa 600 n. Chr. errichtet hatten. Insgesamt befinden sich auf den gut 21.000 Hektar rund 5000 bekannte Fundstellen. Der Name des Parks, der auf spanisch so viel wie “grüner Tafelberg” bedeutet. Dieser erhebt sich rund 600 Meter über seine Umgebung und erreicht eine Gesamthöhe von 2600 Metern.

Das Volk der Anasazi ist dafür bekannt, dass sie Tafelberge wegen der günstigen klimatischen Bedingungen landwirtschaftlich nutzten, hauptsächlich zum Anbau von Mais. Schriftliche Hinterlassenschaften gibt es von ihnen nicht, gefunden wurden aber unzählige Belege für die Töpfer- und Korbflechtkunst, die von den Frauen des Volkes betrieben wurde. Die Forscher haben herausgefunden, dass die Anasazi, die auch als Pueblo-Völker bezeichnet werden, im 8. Jahrhundert damit begannen, Adobe-Dörfer auf dem Mesa Verde zu errichten. Die bekanntesten dieser Gebäude wurden unter Felsvorsprüngen oder in Höhlen hinein gebaut. Die Wohngebäude, in denen in zahllosen kleinen Räumen oft mehrere Dutzend Menschen lebten, standen dicht beieinander, dazu gab es Türme, die vermutlich als Wachtposten dienten. Auch eine Wasserversorgung für das Dorf gab es bereits. Im Nationalpark gibt es etwa 600 solcher Strukturen am Rand des Canyons, doch daneben gab es auch Gebäude, die in flachen Landstücken auf dem Berg errichtet wurden.

Die Anasazi verließen die Region im 13. Jahrhundert, vermutlich in Folge einer mehrjährigen Dürreperiode. Nachfolgende indianische Völker, die in der Gegend lebten, kannten die Hinterlassenschaften ihrer Vorgänger zwar, bewohnten diese aber nicht, weil sie sie als heilige Stätten betrachteten. Die ersten europäischen Entdecker, die im 18. Jahrhundert über das Colorado Plateau zogen, sahen das berühmte Felsdorf dagegen nicht, wie aus ihren Aufzeichnungen hervorging. Erst ab etwa 1870 kamen gelegentlich Jäger und Landvermesser vorbei, die einzelne der Gebäude zu sehen bekamen; 1874 wurde ein erstes Foto publiziert. In der Folge wurde das Gebiet mehr und mehr erschlossen, auch Forscher kamen jetzt häufiger. Einer davon, der Schwede Gustaf Nordenskiöld, beschäftigte sich intensiv mit dem Gestein und den Gebäuden und sandte einige Proben zur genaueren Untersuchung nach Schweden. Da auch andere Besucher immer wieder einzelne Fundstücke entwendeten und dabei häufig nicht besonders wissenschaftlich vorgingen, entstand eine Bewegung mit dem Ziel, das Gebiet zu schützen. Die folgenden, nun häufiger werdenden Berichte über die Fundstelle in verschiedenen Zeitungen führten zu erhöhter Aufmerksamkeit, auch der von Theodore Roosevelt, der 1901 Präsident geworden und als Bewahrer und Naturschützer bekannt war. Er erhob das Gebiet 1906 in den Status eines Nationalparks. Der Park war bis zu diesem Zeitpunkt weder wissenschaftlich erschlossen - das erfolgte in den folgenden Jahrzehnten und förderte viele weitere Entdeckungen zu Tage -, noch touristisch. Erst mit den Arbeitsprogrammen unter dem New Deal ab 1933 wurde der Park mit den notwendigen Einrichtungen wie Straßen und Gebäuden ausgestattet, um ihn zu der Touristenattraktion zu machen, die er bis heute geblieben ist. CO Mesa Verde Spruce Tree House

Die meistbesuchte Attraktion im Nationalpark ist der Cliff Palace (Foto), das größte der Dörfer in dem Monument, das ab etwa 1200 aus Sandstein und Holzbalken erbaut worden ist. Der Komplex besteht aus 150 Wohnräumen auf mehreren Stockwerken, 23 Kivas (runde Räume, in denen religiöse Rituale stattfanden) und einem Wachtturm, der in Trümmern aufgefunden und sorgsam rekonstruiert wurde. Cliff Palace ist nur von April bis November und nur in von den Park Rangers geführten Touren zu besichtigen. Die zweitgrößte Konstruktion ist das Long House, in dem etwa 150 Menschen gelebt haben. Dieses ist in der Bauweise weniger kunstvoll als der Cliff Palace, gibt aber einen guten Einblick in die Wasserversorgung für die Bewohner über eine nahegelegene Quelle. Neben zahlreichen weiteren, kleinen Bauwerken ist schließlich auch das Spruce Tree House (Foto rechts) bei Besuchern beliebt, ein Anfang des 13. Jahrhunderts entstandenes und besonders gut erhaltenes Konstrukt, das für bis zu 80 Bewohner Platz hatte und über einen kurzen Wanderweg vom archäologischen Museum aus erreichbar ist, das ebenfalls zum Nationalpark gehört und in dem einige Fundstücke gezeigt werden.

Neben den kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten ist die Region auch für viele Tier- und Pflanzenarten ein wenig von Menschen beeinträchtigtes Habitat. Pumas, Stachelschweine, Kojoten, Schwarzbären und Wildpferde gehören zu den Bewohnern der Gegend, daneben leben hier zahlreiche Vogelarten. Ein Teil des Nationalparks ist als Wildnisgebiet ausgewiesen. Erkunden kann man alle Sehenswürdigkeiten des Parks über Wanderwege, wobei zu beachten ist, dass der Zugang zu den Klippengebäuden mitunter sehr schwierig ist und über Leitern, Anstiege und unbefestigte Wege führt. In den Sommermonaten sollte man für ausreichenden Sonnenschutz und Wasser sorgen, oft gibt es nur wenig Schatten auf den Wegen. Einige der historischen Behausungen sind nur in einem Teil des Jahres auf eigene Faust erkundbar, andere generell nur in geführten Touren, darunter das Long House, und auch das nur während der Sommermonate. Die Tickets für diese Touren kosten nur $3, allerdings findet nur eine begrenzte Zahl an Führungen pro Tag statt, frühes Ankommen ist also geboten.

Alle Informationen zu den angebotenen Führungen und sonstigen Programmen erhält man im neu errichteten Visitor Center (täglich geöffnet, Mai-September 7:30-19:00 Uhr, sonst kürzere Öffnungszeiten), wo es auch einige Ausstellungsstücke zu sehen gibt. Der Park selbst ist ganzjährig geöffnet, wegen der beschränkten Zugangsmöglichkeiten sollte aber ein Besuch außerhalb der Wintermonate vorgezogen werden. Dasselbe gilt für das Camping: Der Campingplatz ist ebenfalls nur von Mai bis Oktober geöffnet. Daneben steht eine Lodge zur Verfügung, die bei gehobenen Preisen aber eher geringen Komfort anbietet. Die Zufahrt zum Park erfolgt über den Highway 160, aus Cortez dauert die Fahrt etwa eine Stunde, aus Durango etwa 1,5 Stunden.


 

 

 

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