Florida

 

Dry Tortugas Nationalpark

Wohl kaum einer der amerikanischen Nationalparks südlich von Alaska ist so schwer zu erreichen wie der Dry Tortugas National Park am südwestlichen Ende der Florida Keys. Der Park umfasst eine Fläche von insgesamt mehr als 260 km², von denen allerdings der größte Teil Wasser ist und liegt rund 110 Kilometer westlich von Key West. Im Mittelpunkt steht dabei das riesige, ab 1847 erbaute Fort Jefferson, doch die das Fort umgebende Unterwasserlandschaft ist wegen ihrer Artenvielfalt und der Korallenriffe ebenso bedeutsam. Auf Grund seiner Lage ist der Nationalpark nur mit privaten Booten, ab Key West verkehrenden Fähren oder mit Wasserflugzeugen erreichbar. Die Dry Tortugas wurden 1935 von Präsident Franklin D. Roosevelt zunächst in den Status eines National Monuments erhoben; im Jahr 1992 wurde daraus der Nationalpark.

FL Dry Tortugas

Das Atoll erhielt seinen Namen vom spanischen Entdecker Juan Ponce de Leon, der im Jahr 1513 hier Station machte und während seines Aufenthalts eine große Zahl Meeresschildkröten einfing, die auf spanisch “tortugas” heißen. Der Zusatz “dry”, also “trocken” kommt von der Tatsache, dass es keine Wasserläufe auf den Inseln gibt. Nach Ponce de Leons Besuch dauerte es mehrere Jahrhunderte, bis die Gegend wieder Gegenstand öffentlichen Interesses wurde. Die USA hatten Florida gerade den Spaniern abgekauft, als 1825 ein Leuchtturm auf der kleinen Insel Garden Key errichtet wurde, das Schiffe um die Korallenriffe herum leiten sollte. 1829 inspizierte der Marineoffizier John Rodgers die Inseln und berichtete seinen Vorgesetzten in Washington, das er mit den Tortugas den idealen Standort für ein Fort zum Schutz der amerikanischen Golfküste und zur Eindämmung der Piraterie in der Karibik gefunden habe. Es dauerte dann allerdings weitere 17 Jahre, bis tatsächlich mit dem Bau des Forts begonnen wurde.

FL Fort Jefferson

Letztendlich wurde das nach dem dritten US-Präsidenten benannte Fort Jefferson nie fertiggestellt, seine pure Größe aber reichte aus, um eine Festung zum Schutz der eigenen Küste zu sein. Mehr als 16 Millionen Steine wurden zu einem der größten gemauerten Bauwerke der Welt verarbeitet. Das sechseckige Gebäude hat bis zu 145 Meter hohe Wände und an den Ecken Bastionen, von denen aus zur Verteidigung gefeuert werden konnte. Im Inneren des mächtigen Gebäudes befinden sich ein Paradeplatz und weitere Einrichtungen wie die Arztpraxis, Lagerräume und das Gefängnis. Während des amerikanischen Bürgerkriegs in den 1860er Jahren erreichte die Zahl der im Fort lebenden Menschen mit rund 2000 den höchsten Stand. Von den Park Rangers werden geführte Touren durch das imposante Bauwerk angeboten, man kann Fort Jefferson aber auch auf eigene Faust erkunden.

Das Fort blieb auch während des Civil War in Händen der Nordstaaten und noch immer wurde am Bau selbst gearbeitet - doch trotz jahrelanger Arbeiten wurde es nie komplettiert. Nach Ende des Krieges wurde das Bauwerk vornehmlich als Gefängnis genutzt, sowohl für militärische als auch für zivile Gefangene. Ab 1865 wurden vier Männer hier untergebracht, die wegen der Verschwörung zur Ermordung Abraham Lincolns verurteilt worden waren. Ab 1888 hatte Fort Jefferson dann für das Militär ausgedient und wurde zur Quarantänestation der Marine umfunktioniert. Während des Ersten Weltkriegs existierte noch einmal für einen kurzen Zeitraum eine Basis für Wasserflugzeuge. Präsident Theodore Roosevelt erkannte 1908 die Bedeutung der Inseln für die Natur und stellte sie unter Naturschutz.

Diese natürliche Schönheit lockt bis heute mindestens ebenso viele Besucher des Nationalparks an wie die militärische Bedeutung der Dry Tortugas. Viele Gäste kommen hierher, um zu tauchen, schnorcheln, angeln oder um Vögel zu beobachten. Knapp 300 verschiedene Arten werden hier mehr oder weniger regelmäßig gesichtet. Die beste Zeit zur Vogelbeobachtung ist im Frühjahr, wenn viele Zugvogelarten hier Station machen. Neben den Vögeln kann man auf den Inseln und in den Gewässern Meeresschildkröten, Ammenhaien und diversen Fischarten begegnen, zudem liegt unter dem klaren Wasser ein Korallenriff mit rund 30 verschiedenen Korallenarten.

Das Dry Tortugas- Atoll besteht aus mehreren Inseln, deren Zahl sich hin und wieder verändert, denn mitunter lässt zum Beispiel ein Hurrikan eine der kleineren Eilande versinken. Die westlichste Insel, Loggerhead Key, ist die größte und Standort des Dry Tortugas Leuchtturms (Foto oben). Von 1903 bis 1939 bestand hier ein hervorragend ausgestattetes Labor für Meeresbiologie. Dann folgen Garden Key mit Fort Jefferson, und die manchmal über eine Sandbank mit Garden Key verbundene Insel Bush Key. Daran schließt sich Long Key an und dann Hospital Key, so genannt, weil hier ein Gefängniskrankenhaus erbaut worden war. Bush Key, Hospital Key und Long Key dürfen allerdings nicht betreten werden, zwei weitere Inseln sind während der Zeit der Schildkrötenbrut geschlossen. Besucher kommen mit Booten und Flugzeugen auf Garden Key an; der Eintrittspreis von derzeit $5 wird während der Überfahrt erhoben. Wer möchte, kann auch eine Nacht auf dem kleinen Campingplatz verbringen, allerdings sollte dabei beachtet werden, dass es auf den Inseln selbst keinerlei Gelegenheit gibt, etwas zu kaufen. Das Besucherzentrum des Parks befindet sich beim Eingang zum Fort Jefferson.

 

 

 

Weitere Informationen über den Dry Tortugas Nationalpark auf der Webseite des National Park Service.


 

 

 

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