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Duluth

MN Duluth

Duluth ist eine Hafenstadt am Oberen See (Lake Superior) im Nordosten von Minnesota, die über die Seewege auch von Ozeanschiffen angesteuert werden kann. Gute 86.000 Menschen leben in der Stadt selbst, im erweiterten Ballungsgebiet sind es insgesamt fast 280.000. Gemeinsam mit dem benachbarten Ort Superior bildet Duluth eine Hafengemeinschaft, über die vor allem Kohle, Erz und Getreide verschifft werden. Vom Ufer des Sees und des Saint Louis Rivers aus hebt sich die Landschaft immer höher, so dass sich der Ort in erster Linie entlang des Seeufers zieht und dort immer weiter in die Länge gewachsen ist. Gemessen an der Fläche ist Duluth die zweitgrößte Stadt Minnesotas.  

Viele Generationen unterschiedlicher Ureinwohner-Völker besiedelten das Gebiet rund um die Great Lakes seit mehreren Jahrhunderten. Zu dem Zeitpunkt, als die ersten Europäer, hauptsächlich in Gestalt von Pelzjägern, in die Region vordrangen, lebten vor allem die Ojibwe am Oberen See. Dieses Volk handelte mit den bald nachfolgenden englischen Siedlern Verträge aus, die ihnen Garantien bringen sollten, doch auch hier war der Landhunger der Weißen so groß, dass die Ojibwe sich bald aus ihrer Heimat vertrieben sahen. Die Erschließung der Gegend oblag zunächst hauptsächlich den Pelzjägern, einige Kompanien errichteten Handelsposten. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden dann Bodenschätze in der Region gefunden, zudem wurden die Wasserwege bis hierher schiffbar gemacht. Zu den ersten festen Ansiedlungen am Ufer des Saint Louis gehörte auch Duluth. Der Ort wurde innerhalb weniger Monate zum Knotenpunkt für Transport und Handel von Holz und Bodenschätzen und war um 1870 die am schnellsten wachsende Stadt Nordamerikas. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Duluth einer der wichtigsten Häfen des Landes. Das zog zunächst einige Unternehmen an und diese dann wiederum eine große Zahl sich hier ansiedelnder Immigranten aus Europa. Vor allem aus Finnland kamen viele Einwanderer in die Gegend, aber auch aus anderen Ländern Nord- und Osteuropas. Ab der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde der Abbau von Eisenerz in der Region zunehmend unrentabel. Später schlossen erst das Stahl-, dann das Zementwerk und zahlreiche andere Fabriken. Duluth hat diese schwere Krise seither überwunden und hat sich erfolgreich anderen Wirtschaftszweigen zugewandt, darunter in zunehmendem Maße auch dem Tourismus.

Die wichtigste Sehenswürdigkeit und zugleich das historische Wahrzeichen der Stadt ist die Aerial Lift Bridge (Zufahrt über South Lake Avenue). Die Schwebefähre, 1905 erbaut,MN Duluth Aerial Bridge and Canal Park ist die einzige verbliebene in den USA. Sie dient dem Transport von Personen und Gütern über den für den Schiffsfrachtverkehr angelegten Kanal, wozu früher eine Gondel installiert war, die diverse Fahrzeuge und bis zu 350 Personen aufnehmen konnte. In dieser Gondel schaffte man es in einer guten Minute auf die andere Seite des Kanals. Als der Verkehr immer weiter zunahm, wurde die Gondel entfernt und die Brücke trägt seitdem eine Fahrbahn auf einer Plattform. Wenn ein großes Frachtschiff den Kanal befährt, wird die Brücke angehoben, sie kann in einer knappen Minute etwa 40 Meter hoch gehoben werden. Das geschieht mehrmals am Tag, oft sogar mehrmals pro Stunde. Schiffe geben ihren Passagewunsch per Hornsignal bekannt, die Brücke antwortet dann mit demselben Signal. Am Fuß der Aerial Bridge befindet sich das Lake Superior Maritime Visitor Center, ein Museum, das dem Frachtverkehr auf den Großen Seen gewidmet ist. Auch Schiffsmodelle gibt es zu sehen. Vom Museum aus hat man einen hervorragenden Blick auf die unter der Brücke durchfahrenden Schiffe. 

Am Ende der Brücke beginnt der Stadtteil Canal Park, in dem ein ehemaliges Gebiet von Lagerhäusern und Fertigungsstätten zu einem Entertainment-Distrikt umgewandelt wurde. Hier finden im Sommer Freiluftveranstaltungen wie das Bayfront Blues Festival statt (im August), hier befinden sich zahlreiche Restaurants und Geschäfte und hier befindet sich die 2010 eröffnete Multifunktionsarena Amsoil Arena (350 Harbor Drive). Sie ist der Ort für Konzerte und andere Aufführungen und die Heimspielstätte für das in der Stadt sehr beliebte Eishockeyteam der Universität. Entlang des Seeufers lädt der Lakewalk zum Joggen, Spazieren und Radfahren mit Blick auf die Aerial Bridge ein. Hier gibt es Dünen und Strände, allerdings lädt der See angesichts seiner Temperaturen nur äußerst selten zum Baden ein. Nicht weit entfernt befindet sich das Great Lakes Aquarium (353 Harbor Drive, täglich geöffnet 10-19 Uhr). Das beliebte Aquarium besteht seit 2000 und ist Heimat von vielen Arten von Fischen, Reptilien und Amphibien. In den Becken des Aquariums wurden heimische Lebensräume an den Great Lakes naturgetreu rekonstruiert.  

Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten von Duluth gehört das Children’s Museum (115 S. 29th Ave, geöffnet Dienstag-Samstag 10-17 Uhr, Sonntag 12-17 Uhr). Das interaktive Museum für Kinder gehört zu den ältesten seiner Art in den USA. Es beschäftigt sich hauptsächlich mit der Darstellung der Geschichte der Region. Für Kinder ebenfalls interessant ist der Lake Superior Zoo (7210 Fremont Street, geöffnet täglich 10-17 Uhr). Der kleine Tierpark verfügt unter anderem über einen Streichelzoo, einen Abschnitt mit Farmtieren und ein Schmetterlingshaus.

Der alte Bahnhof der Stadt, das Duluth Depot (506 West Michigan Avenue) ist heute das Zuhause des Kulturverbands der Stadt und damit von mehreren Theatergruppen. Außerdem ist hier das Lake Superior Railroad Museum untergebracht (geöffnet täglich 9-17 Uhr), das zahlreiche historische Lokomotiven und Waggons ausstellt. Dazu gehört die Lok, die 1861 als allererste in Minnesota unterwegs gewesen war. Von Mai bis Dezember werden nostalgische Bahnfahrten mit grandiosem Blick auf den Oberen See angeboten, von hier aus nach Two Harbors und zurück. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der Enger Tower, ein 24 Meter hoher Aussichtsturm auf dem Enger Hill. Die Umgebung ist bei Spaziergängern und Wanderern beliebt und dank der Lage des Turms fast 140 Meter über dem Oberen See bietet dieser einen tollen Ausblick auf die Gegend. Grünanlagen und Parks finden sich in großer Zahl auch im Stadtgebiet selbst, das von mehr als 20 Flüssen und Bächen durchzogen wird. Dazu gehören der Rosengarten mit vielen tausend Pflanzen und schönen Spazierwegen im Leif Erikson Park (11the Avenue und London Road). Der Park wurde benannt nach einem isländischen Entdecker, der der Sage zufolge etwa im Jahr 1000 Amerika entdeckte. Eine Statue des Namensgebers befindet sich im Park, der direkt am Ufer des Sees liegt. 

Besonders gefragt sind solche Aussichtspunkte während der Zugvogelsaison. Die Region ist bekannt dafür, sehr gute Bedingungen zur Beobachtung von Raubvögeln zu bieten. Jedes Jahr im Herbst fangen Vogelschützer vor zahlreichen Schaulustigen Vögel ein, um sie zu beringen. Duluth ist Mittelpunkt eines Gebiets mit einer Vielzahl von Outdoor-Möglichkeiten. Insbesondere zum Wandern gibt es zahlreiche Optionen, zum Beispiel einen langen Abschnitt des insgesamt 500 Kilometer langen Wanderwegs Superior Hiking Trail und am See sind verschiedene Wassersportarten möglich, darunter Segeln, Kanufahren und erstaunlich gute Bedingungen zum Surfen. Im Winter finden sich viele Möglichkeiten zum Langlauf, mehrere Flächen zum Eislaufen und am Spirit Mountain auch zum alpinen Skilaufen. Zudem findet immer im Januar ein Marathon für Schlittenhunde statt, eines der Highlights im Veranstaltungskalender.              


 

 

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