Florida

 

Key West
 

FL Key West Hemingway House

Einwohner:

25.500

Beiname:

The Conch Republic

Lage:

Südliches Ende der Florida Keys

Offizielle Flagge::

Key West

Vielleicht liegt es daran, dass Key West näher an Havanna als an Miami liegt, dass die Stadt ein bisschen anders ist. Key West ist der südlichste Ort der USA, ist ein wichtiger Anlegepunkt für Kreuzfahrtschiffe, ein ebenso wichtiger Militärstandort, hat eine bemerkenswerte Historie und ist vor allem gerne ein wenig verrückt - ein Image, das die Stadt sorgsam bewahrt und pflegt und das vielleicht mit dazu beigetragen hat, dass sie ein Magnet für Künstler zu sein scheint.

Der erste Europäer, der die Insel Key West betrat, war der spanische Entdecker Ponce de Leon im Jahr 1521, nachdem diese wohl zuvor vom Indianervolk der Calusa vor allem als Friedhof genutzt worden war. Zu Zeiten der spanischen Kolonie in Amerika befand sich hier ein kleines Fischerdorf. 1815 überschrieb der spanische Gouverneur von Kuba die Insel einem Marineoffizier namens Juan Pablo Salas. Nach einigen Verwirrungen verkaufte dieser seinen Besitz im Jahr 1822 für etwa 2000 Dollar an den amerikanischen Geschäftsmann John W. Simonton, der das Potential des Hafens und der strategischen Lage erkannt hatte. Zur Zeit des Kaufs allerdings war trotz des Transfers Floridas an die USA noch gar nicht klar, ob auch Key West nun zu den Amerikanern gehörte. Simonton teilte seinen Besitz in drei Abschnitte und verkaufte zwei davon, wovon einer schnell weiterverkauft wurde. Diese vier Besitzer der Insel werden heute als “Gründungsväter” von Key West bezeichnet.

Schon früh entstand auf Key West eine bunt durchmischte Gesellschaft. Ende des 19. Jahrhunderts war rund die Hälfte der Bevölkerung kubanischer Herkunft. Die zahlreichen Immigranten von den nahegelegenen Bahamas, die vor allem nach 1830 kamen, bezeichneten sich dabei als “Conchs” (“Schellfische”). Diese Bezeichnung wurde nach und nach von allen Einwohnern Key Wests als Selbstbeschreibung übernommen. Die Stadt lockte im 19. Jahrhundert viele Menschen auch aus dem Ausland an, denn durch das “wrecking”, also das Ausschlachten auf Grund gelaufener Schiffe war sie zu einer der reichsten Städte der USA geworden. Während des Bürgerkriegs, als Florida zur Konföderation der Südstaaten gehörte, blieb Key West wegen der hier bestehenden Marinebasis bei der Union des Nordens. 1912 erreichte die von Henry Flagler gebaute Eisenbahnlinie Key West, 1938 der Overseas Highway. Um diese Zeit etwa verließ der wahrscheinlich berühmteste Einwohner Key Wests, Ernest Hemingway, nach seiner Scheidung die Stadt und kehrte bis zu seinem Tod 1961 nur gelegentlich zurück. Ab 1941 kam ein anderer berühmter Schriftsteller, Tennessee Williams, wiederholt nach Key West, er lebte hier bis zu seinem Tod 1983.

Am 23. April 1982 erklärte die Stadt Key West ihre Unabhängigkeit von den USA und erklärte sich zur “Conch Republic”. Dies geschah im Protest gegen Strassensperren auf dem Overseas Highway, die von Grenzschützern errichtet worden waren, um Schmuggler zu entdecken, was den Verkehr auf den Keys aber so gut wie komplett zum Erliegen brachte. Die Conch Republic erklärte den USA sofort nach ihrer Gründung den Krieg und kapitulierte genau eine Minute später, nur um von den USA eine Billion Dollar Entwicklungshilfe zu verlangen. Die Episode gilt bis heute als eines der wichtigsten Marketinginstrumente der für Key West so wichtigen Tourismusindustrie.

Demzufolge ist natürlich die alljährlich am 23. April begangene Conch Republic Independence Celebration einer der wichtigsten Termine im Veranstaltungskalender von Key West. Zum Programm gehören dabei immer eine improvisierte Parade, das Hissen der Flagge der Conch Republic über Fort Taylor und eine “Seeschlacht” mit der amerikanischen Marine. Das Fort spielt auch bei den Feierlichkeiten zu Halloween eine Rolle, wenn es jedes Jahr in ein Spukhaus umgestaltet wird. Der Fort Taylor State Park (601 Howard England Way, täglich 8-17 Uhr geöffnet) ist aber das ganze Jahr über eine der Sehenswürdigkeiten der Stadt. Das nach dem 12. Präsident der USA Zachary Taylor benannte Fort wurde von 1845 bis 1866 gebaut und war ursprünglich komplett von Wasser umgeben. Hundert Jahre später, inzwischen war zum Festland hin Land aufgefüllt und das Fort außer Betrieb gestellt worden, wurde entdeckt, dass sich hier eine der größten Ansammlungen von Kanonen aus der Zeit des Bürgerkriegs befand; Fort Taylor wurde daraufhin unter Denkmalschutz gestellt. Ein Teil des aufgefüllten Landes wurde dann der Marinestation Key West zugeschlagen und als Basis für U-Boote umgerüstet. Dieser Abschnitt wurde als Truman Annex bekannt, denn der 33. US-Präsident Harry S. Truman nutzte die Liegenschaft für mehrere Urlaubsbesuche und als sein “Winter White House”. Aus dieser Zeit ist ein eigens angelegter Strand übrig, der als der beste in Key West bezeichnet wird. Zudem bietet das Gelände Gelegenheit zum Picknicken, Vögel beobachten, Radfahren und Spazieren auf ausgewiesenen Wegen. Das Fort kann auf eigene Faust oder in einer der jeweils um 12 Uhr beginnenden geführten Touren besichtigt werden. Trumans Little White House wurde auch nach dessen Amtszeit von zahlreichen weiteren hochkarätigen Politikern besucht, unter anderem von Bill Clinton und John F. Kennedy. In geführten Touren erfahren Besucher alles über die Geschichte des Hauses.

Neben Truman hinterließen auch die anderen prominenten Teilzeiteinwohner der Insel ihre Spuren. Zu den beliebtesten Attraktionen gehört das Ernest Hemingway House (Foto; 907 Whitehead Street, täglich 9-17 Uhr geöffnet). Der berühmte Autor lebte hier von 1931 bis 1937 und schrieb hier unter anderem “In einem anderen Land” und “Schnee auf dem Kilimandscharo”. Mit ihm lebten angeblich mehrere Katzen hier; Dutzende von deren Nachfahren streifen bis heute durch das Haus. Die Gärten und das Haus mit vielen kleinen Besonderheiten sind in geführten Touren zu erkunden. Gegenüber dem Hemingway House befindet sich das Key West Light (938 Whitehead Street, geöffnet täglich 9:30-16:30) . Dieser historische Leuchtturm wurde 1849 errichtet, nachdem der Vorgänger von einem Hurrikan zerstört worden war. 1969 wurde der Leuchtturm außer Dienst gestellt. Besucher können heute die 88 Stufen im Inneren des Turms herauf steigen. Ebenfalls in derselben Strasse befindet sich der Punkt, der mit Vorliebe für das Erinnerungsfoto nach der Fahrt über den Overseas Highway aufgesucht wird: Der Southernmost Point, der südlichste Punkt der kontinentalen USA, wird durch den Nachbau einer Boje gekennzeichnet, auf dem “90 miles to Cuba” zu lesen ist. Beides stimmt allerdings nicht wirklich: Es gibt noch südlichere Punkte, die allerdings für Touristen nicht zugänglich sind - eine Insel im Privatbesitz und Land im Truman Annex, das dem Militär gehört - und bis nach Kuba sind es von hier aus noch 94 Meilen. 

Die meisten Touristen zieht es von hier aus aber nicht nach Havanna, sondern in die Gegend rund um die Duval Street, die zentrale Straße in Downtown. An der Duval Street befinden sich zahlreiche Souvenirshops, Restaurants und Bars. Unter letzteren ist besonders die seit 1933 bestehende Bar Sloppy Joe’s bekannt, denn diese war das Stammlokal von Ernest Hemingway. Seit 1981 organisiert Sloppy Joe’s jedes Jahr einen Hemingway-Ähnlichkeits- Wettbewerb, der regelmäßig auch in internationalen Medien publiziert wird. Auf dem Mallory Square am nördlichen Ende der Duval Street, nahe den Anlegestellen der Kreuzfahrtschiffe, versammeln sich jeden Abend hunderte Menschen, um den Sonnenuntergang zu beobachten. Dieses tägliche Event ist unter dem Namen “Sunset Celebration” bekannt und wird von Straßenkünstlern und Kunsthandwerkern mit ihren Ständen begleitet. In der Nähe befindet sich mit dem Old Post Office and Customshouse (281 Front Street) ein sehenswertes historisches Gebäude aus dem Jahr 1891, in dem heute das Museum für Kunst und Geschichte untergebracht ist. Zu dessen Sammlung gehören anschauliche Beschreibungen der wechselhaften Geschichte von Key West und seiner prominenten Einwohner. Das Museum ist täglich von 9:30 bis 16:30 Uhr geöffnet. Nur ein paar Schritte weiter gelangt man zum Shipwreck Historeum Museum (1 Whitehead Street), das sich der Geschichte der ehemals reichsten Stadt des Landes im Abwracken auf Grund gelaufener Schiffe widmet. Das Museum ist im Nachbau eines Lagerhauses aus dem 19. Jahrhundert untergebracht und verfügt über einen Aussichtsturm. Zur Ausstellung gehören viele Exponate, die aus versunkenen Schiffen geborgen wurden.

Zum heutigen Bild von Key West gehört natürlich die Natur. Bestaunen kann man diese unter anderem im Tropical Forest & Botanical Garden (5210 College Road, täglich 10-16 Uhr geöffnet), der sich damit rühmt, der einzige frostfreie botanische Garten der USA zu sein - kein Wunder, denn in Key West wurden noch nie Temperaturen unter 5° C gemessen. Zwischen Pflanzen und Wasserfällen begegnet man hier auch Vögeln, Schildkröten und Schmetterlingen. Besonders letztere sind auch im Butterfly and Nature Conservatory (1316 Duval Street in großer Zahl zu finden. 50 bis 60 verschiedene Arten leben hier in einer liebevoll gestalteten Landschaft unter einer Glaskuppel, gemeinsam mit einigen Vogelarten.

Eher gewöhnliches Federvieh stellt seit vielen Jahren eine Besonderheit Key Wests dar. Als die ersten Supermärkte auf die Insel kamen, waren die Einwohner nicht mehr auf Fleisch und Eier ihrer Hühner angewiesen und ließen die Tiere aus den Augen. Die Nachfahren dieser nun wilden Hühner sind auf den Straßen der Insel nun überall zu finden, inzwischen wird ihre Zahl auf gut 2000 geschätzt. Ab und an lässt die Stadtverwaltung einige davon einfangen und auf Farmen auf dem Festland abschieben, wenn die Beschwerden der Bewohner überhand nehmen. Touristen allerdings wissen die wilden Hühner als Fotomotiv in der Regel sehr zu schätzen.


 

 

 

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