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Kissimmee

FL Kissimmee

Im Vergleich zur angrenzenden Entertainment-Metropole Orlando wirkt Kissimmee mit seinen 59.700 Einwohnern beinahe beschaulich, die Downtown besteht aus flachen, unspektakulären Gebäuden und hier und da findet man noch Spuren der landwirtschaftlich geprägten Vergangenheit. Trotzdem lebt auch Kissimmee heute vor allem vom Tourismus und ist beispielsweise für Hotels und Restaurants oft eine gute und nahegelegene Alternative zu Orlando. Der Name der Stadt ist indianischen Ursprungs und ist vermutlich auf den Namen eines früher in der Region lebenden Volkes zurück zu führen. Kissimmee ist der Verwaltungssitz des Osceola County, einem der am schnellsten wachsenden Landkreise der USA.

Der Ort benannte sich erst anlässlich der Erlangung der Stadtrechte im Jahr 1883 in Kissimmee um, zuvor hatte er noch Allendale geheißen. Der Stadtgründung zuvor gegangen war der Verkauf riesiger Ländereien in der Mitte Floridas an den Immobilienhändler Hamilton Disston aus Pennsylvania. Disston hatte die Auflage, das weitgehend sumpfige Gebiet trocken zu legen und zu erschließen - der Kauf machte den Geschäftsmann damals zum größten Grundbesitzer der USA. Disston wählte Kissimmee zum Standort der Werft, in der die Schiffe gebaut wurden, die er zum Transport der Arbeitsmaterialien benötigte. Fast zeitgleich erreichte auch die Eisenbahn die Stadt. Schon bald darauf aber, je weiter die Erschließung Richtung Südflorida voranging, war der Aufschwung vorüber. 1893 glitt die amerikanische Wirtschaft in die Rezession, in den beiden folgenden Jahren vernichtete  Frost die Ernten der Zitrusindustrie. Als dann auch noch der Schiffsbau an den Lake Okeechobee im Süden verlegt wurde, verlor Kissimmee nachhaltig und andauernd an Bedeutung und blieb für lange Zeit ein überschaubarer Ort mit weniger als 5000 Einwohnern, der von Land- und Viehwirtschaft geprägt war. Das änderte sich, wie für die gesamte Region, mit der Eröffnung von Disney World im Jahr 1971, die deutliches Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum nach Kissimmee brachte. Heute leben zum überwiegenden Teil Menschen mit mittel- und lateinamerikanischen Wurzeln in der Stadt; der Anteil der Hispanics liegt bei knapp 60%. Mehr als ein Viertel der Einwohner ist jünger als 18 Jahre.

Während des alljährlichen Frühjahrstrainingslagers der Teams der höchsten Baseball-Spielklasse Amerikas, dem Spring Training, macht das Team aus Houston in Kissimmee Station und trägt hier immer im März Testspiele gegen andere namhafte Teams aus. Austragungsort dafür, wie auch für reguläre Saisonspiele eines heimischen, unterklassigen Teams ist das 5000 Zuschauer fassende Osceola County Stadium (631 Heritage Park Way). Das andere große Stadion der Stadt ist die Silver Spurs Arena, eine Mehrzweckarena mit Kapazität für 10.000 Menschen. In dieser Anlage findet neben gelegentlichen Konzerten zweimal im Jahr das Silver Spurs Rodeo statt, eine seit 1944 bestehende, traditionelle Veranstaltung.

Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt zählen die beiden Kirchengebäude der First United Methodist Church (215 East Church Street) und der Old Holy Redeemer Catholic Church 120 North Spoule Avenue). Im Innenstadtbereich, in etwa begrenzt von den Straßen Aultman Street und Randolph Avenue, befindet sich ein Stadtviertel, das mitsamt knapp 200 dort befindlichen Gebäude auf der nationalen Liste historischer Stätten verzeichnet ist. Auf derselben List zu finden ist auch das 1888 errichtete Osceola County Courthouse, das älteste Gerichtsgebäude Floridas (2 Courthouse Square), das - zumindest teilweise - noch in Benutzung ist.

Kissimmee liegt am gleichnamigen Fluss, der sich über 216 Kilometer durch die Mitte Floridas zieht. Der Fluss war im Laufe der Jahre immer mehr korrigiert und kanalisiert worden, ohne Rücksicht auf die Tatsache, dass der Kissimmee River eine wichtige Rolle für das natürliche Gleichgewicht der Everglades spielt. Erst mit den groß angelegten Bemühungen zur Renaturierung des einzigartigen Ökosystems insgesamt hat man nun auch mit Maßnahmen begonnen, um dem Kissimmee River seine ursprüngliche Gestalt und seinen natürlichen Verlauf wiederzugeben. Erste Erfolge haben sich bereits eingestellt und einst hier lebende Tiere sind an den Fluss zurückgekehrt.

Die gesamte Umgebung Orlandos und Kissimmees ist durchzogen mit zahllosen Seen. Direkt an das Stadtgebiet angrenzend befindet sich der gut 90 km² große Lake Tohopekaliga, der für seine guten Angelmöglichkeiten bekannt ist.


 

 

 

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