Florida

 

Palm Beach / West Palm Beach
 

Palm Beach und West Palm Beach sind rechtlich eigenständige Nachbarstädte im Südosten Floridas mit zusammengerechnet rund 110.000 Einwohnern. Beide Städte grenzen direkt an den Atlantik und sind dank dieser Lage und tropischem Klima, bei dem die monatlichen Durchschnittstemperaturen das ganze Jahr über nicht unter 18° C liegen, beliebte Urlaubsorte vor allem für recht gut betuchte Touristen. Während der Saison kann sich die Zahl der Einwohner von Palm Beach schon einmal verdreifachen. Diese Beliebtheit bei Touristen ist jedoch mehr oder weniger der Grund dafür, dass beide Ortschaften existieren und hat neben der geschichtlichen Bedeutung heute den größten Anteil an der Wirtschaftsleistung der Region. West Palm Beach ist Verwaltungssitz des Palm Beach County, des flächenmäßig größten Regierungsbezirks Floridas.

FL Palm Beach Breakers

Im Mittelpunkt der Geschichte beider Orte steht wieder einmal Henry Flagler, dessen Eisenbahnlinien der zündende Funken für die Erschließung weiter Teile Floridas war. Hier allerdings war es Flaglers Bau eines Hotelresorts auf einer Insel im Atlantik. Die beiden Häuser, das Breakers Hotel und das Royal Poinciana Hotel, bildeten den Kern des heutigen Palm Beach. West Palm Beach wurde angelegt als Siedlung für die zahlreichen Angestellten des Resorts. Flagler selbst ließ sich in Palm Beach ein Haus errichten und sorgte so mit für das steigende Interesse gehobener gesellschaftlicher Kreise an der Gegend. 1894 verlieh West Palm Beach sich das Stadtrecht und in diesem Rahmen wurden Baurichtlinien und Gesetze erlassen, die dafür sorgten, dass die bis dahin bisweilen recht ärmlichen Unterkünfte stabilen Bauten Platz machen mussten. Dies erwies sich als Glücksfall, denn als in den 1920ern scharenweise Investoren nach Florida kamen, stießen sie hier auf bereits gut entwickeltes Gebiet, das vom einsetzenden Boom nachhaltig profitieren konnte. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts erlebte vor allem West Palm Beach dann einen Niedergang mit steigenden Kriminalitätsraten und dem Wegzug von Einwohnern und Betrieben, seit den 1990ern hat der Ort aber dank vieler Investitionen den Umschwung wieder geschafft. In diesem Rahmen wurden viele Gebäude aus der Boomzeit der Zwanziger Jahre restauriert, Beispiele sind unter anderem an der Clematis Street zu finden.

Weite Teile des heutigen Stadtgebiets von West Palm Beach waren früher tropische Wildnis oder Agrarland. Im Bel Air Historic District und im Viertel Flamingo Park etwa wurden einst Ananasplantagen betrieben. Die meisten der Stadtteile wurden in den 1920er Jahren entwickelt, so auch El Cid. In diesem Stadtviertel allein befinden sich mehr als 250 Gebäude aus dieser Zeit, zumeist im mediterranen oder spanischen Missionsstil errichtet.

Im Nachbarort Palm Beach richten sich die Blicke der Besucher oft weniger auf Fassaden und dafür mehr in Schaufenster. Dies gilt besonders für die Worth Avenue, im Volksmund auch als “Rodeo Drive von Florida” bezeichnet. Ebenso wie entlang der zitierten Straße in Beverly Hills finden sich hier exklusive Boutiquen, teure Restaurants und Kunstgalerien. Worth Avenue verbindet dabei die “Lake Worth” genannte Lagune zwischen Palm Beach und dem Festland auf der einen und der Atlantikküste auf der anderen Seite. Dem Begründer des Wohlstands von Palm Beach ist das Flagler Museum (One Whitehall Way, geöffnet Di-Sa 10-17 Uhr, So 12-17 Uhr) gewidmet. Dieses ist in dem prachtvollen, 55 Zimmer zählenden Haus untergebracht, das der Öl- und Eisenbahnmagnat 1902 als Winterresidenz errichten ließ. Auch das Mar-A-Lago (1100 South Ocean Boulevard), heute im Besitz von Donald Trump und als exklusiver Club nur Mitgliedern zur Verfügung stehend, war einst als Privathaus errichtet worden. Marjorie Merriweather Post, Inhaberin des Nahrungsmittelkonzerns General Foods, hatte das 126-Zimmer-Gebäude in den Jahren 1924 bis 1927 errichten lassen. Michael Jackson und Lisa Marie Presley verbrachten hier 1994 ihre Flitterwochen.

Die wichtigste Sehenswürdigkeit Palm Beachs bleibt aber das Hotel The Breakers (Foto; One South County Road), das 1896 seine Pforten öffnete und von Flagler erbaut worden war, um die Passagiere seiner neuen, in den Ort führenden Eisenbahnlinie zu beherbergen. Das Haus war ursprünglich eine Ergänzung zum riesigen Royal Poinciana Hotel mit seinen Unterkünften für 2000 Menschen. Obwohl das Breakers in Großfeuern 1903 und 1925 schwer beschädigt wurde, lief es dem Nachbarhotel bald den Rang ab, so dass vom Royal Poinciana heute nur noch eine Gedenktafel existiert - das Gebäude wurde 1935 abgerissen.

Im Gegensatz zum mondänen Palm Beach gibt sich West Palm Beach etwas bodenständiger. Zu den Attraktionen gehören ein Wasserpark (im Nachbarort Riviera Beach) und der Palm Beach Zoo (1301 Summit Boulevard, täglich 9-17 Uhr geöffnet) mit seinen rund 1700 Tieren auf einer Gesamtfläche von 9 Hektar, der auch ein Aquarium mit einschließt. Mehrere hundert Aufführungen aller Art, von Ballet über Aufführungen der Palm Beach Opera bis zu Konzerten und Auktionen finden im Kravis Center for the Performing Arts (701 Okeechobee Boulevard) statt. Das multifunktionale Center wurde 1992 eröffnet und bietet mehrere Bühnen mit verschiedenen Kapazitäten. Ebenfalls der Kunst gewidmet ist das Norton Museum of Art (1451 South Olive Avenue, Di-Sa 10-17 Uhr, Do 10-21 Uhr, So 11-17 Uhr), das 1941 gegründet und 2003 erweitert wurde und zu dessen Ausstellung etwa 5000 Werke aus Amerika, Europa und Asien zählen. Regelmäßige Sonderschauen beschäftigen sich mit verschiedenen Themenschwerpunkten.

Zu den wichtigsten Veranstaltungen im Kalender der beiden Städte zählt das Palm Beach International Film Festival, das jährlich im April stattfindet. Im Rahmen des seit 1996 bestehenden Festivals werden gut 100 Independent-Produktionen aus aller Welt gezeigt und Preise in sechs Kategorien vergeben, darunter ein Publikumspreis. In der ersten Maiwoche folgt dann jedes Jahr das SunFest, ein groß angelegtes Volksfest am Wasser, das seit 1982 gefeiert wird. Das SunFest wurde ursprünglich mit dem Ziel ausgerichtet, auch in der Nebensaison Gäste in die Region zu locken. Heute werden alljährlich mehrere Hunderttausend Besucher begrüßt und es treten hochkarätige Musiker zu Open Air-Konzerten auf. Zum Programm gehört außerdem auch eine Ausstellung für Kunst und Kunsthandwerk.


 

 

 

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