Florida

 

Panhandle

Als Panhandle, zu deutsch Pfannenstiel, bezeichnet man, abgeleitet von den Umrissen Floridas, den nördlichen Teil des Staates, der sich von der Atlantikküste im Osten bis zur Grenze zu Alabama im Westen hinzieht. Hier oben gibt es schneeweiße Strände, ein weniger heißes Klima und so manches Mal echte Südstaaten-Atmosphäre, aber trotzdem noch ruhige, vom Tourismus fast noch unberührte Ecken. Ein Grund dafür, dass internationale Reisende vergleichsweise selten in den Nordwesten des Sunshine States kommen, ist die Erreichbarkeit: Die Flughäfen von Pensacola und Tallahassee sind für Besucher aus dem Ausland nur per Umsteigeverbindung zu erreichen. Dabei lohnt sich eine Reise durch den Panhandle vielleicht gerade weil es hier an großen Attraktionen mangelt, man aber trotzdem die Schönheiten Floridas genießen kann.

Je nach Definition ist der Panhandle, der bisweilen auch als “West Florida” bezeichnet wird, etwa 320 Kilometer lang. Mit Ausnahme von Floridas Hauptstadt Tallahassee befinden sich alle nennenswerten Orte dieser Region in der südlichen Hälfte, also am Golf von Mexiko. Davon wiederum wird der östliche Abschnitt, wo sich die touristischen Zentren des Panhandles befinden, wegen der Farbe des Wassers als “Emerald Coast”, also als “Smaragdküste”, bezeichnet. Über den Interstate I-10 kann man diesen Teil Floridas komplett durchqueren, sehenswerter ist aber die Fahrt über die US Route 98, die sich immer an der Küste entlang zieht und so beinahe alle sehenswerten Orte direkt berührt. Von West nach Ost sind dies:

 

Pensacola
Floridas am weitesten westlich gelegene Stadt hat heute rund 52.000 Einwohner und blickt auf eine vergleichsweise lange und wechselvolle Geschichte zurück. Bereits 1559 gegründet, wehten nacheinander die Flaggen Spaniens, Frankreichs, Großbritanniens, bevor sie zu den Vereinigten Staaten kam, dann zu den Konföderierten Staaten des Südens gehörte und schließlich zurück in die USA gelangten. Pensacola bezeichnet sich daher auch als City of Five Flags. Sehenswert sind das National Museum of Naval Aviation zur Geschichte der Marinefliegerei auf dem Gelände der Pensacola Naval Air Station, wo die Kunstflugstaffel Blue Angels stationiert ist und vor allem der Seville Historic District mit dem Historic Pensacola Village, wo einige gut erhaltene historische Gebäude zu bewundern sind. Ein sehr beliebtes Ausflugsziel ist die Gulf Islands National Seashore, die sich vor allem über sieben vorgelagerte Inseln erstreckt, die zum weitaus überwiegenden Teil naturbelassen sind. Die berühmten weißen Strände finden sich sowohl auf dem Festland als auch auf den Barriereinseln davor. Pensacola verfügt über zahlreiche Hotels und andere Unterkünfte.


Gulf Breeze
An der Pensacola Bay liegend, ist der kleine Ort Gulf Breeze mit seinen 5800 Einwohnern ebenfalls auf den Tourismus eingestellt und weist einige Hotels und Restaurants auf. Gulf Breeze erreichte einen zweifelhaften Bekanntheitsgrad als Ort, an dem 1987 angeblich UFOs gesichtet wurden. Irdische Besucher finden in dem Ort einen kleinen Zoo.


Fort Walton Beach
Bekannt als Spring Break-Destination, aber auch als ganzjährig gut besuchter Ferienort mit guten Angeboten für Strandurlauber und Angler, ist Fort Walton Beach mit seinen gut 19.000 Einwohnern einer der Hauptorte für den Tourismus im Panhandle. Hier gibt es mehr als 20 Hotels auch von bekannten Ketten und in verschiedenen Preiskategorien und über 100 Restaurants. Neben dem Tourismus dient das Militär mit einigen hier stationierten Air Force-Einheiten für Einnahmen. Ein wichtiger Eintrag im Veranstaltungskalender von Fort Walton Beach ist das Billy Bowlegs Pirate Festival mit zahlreichen Ereignissen im und am Wasser.


Destin
Sogar noch beliebter als das benachbarte Fort Walton Beach ist Destin, das 12.300 Einwohner hat und das jährlich von mehr als drei Millionen Touristen besucht wird. Destin liegt auf einer Halbinsel und nennt sich selbst das “glücklichste Fischerdorf der Welt”- tatsächlich hat der Ort eine sehr große Flotte an Fischerbooten zu bieten. Die Stadt hat mehr als 30 Hotels aufzuweisen und zahlreiche touristische Attraktionen, unter anderem diverse Anbieter von Bootsausflugsfahrten. Besonders berühmt aber sind die schneeweißen Strände. Der Sand stammt aus den Appalachen und besteht aus Quarzkristallen, die über einen Fluss von dort in den Golf transportiert werden und sich anschließend hier ablagern. Östlich angrenzend befindet sich der Ort Sandestin, der fast ausschließlich aus einem Golfresort besteht.


Seaside
Ein Ausflugstipp besonderer Art ist diese am Reissbrett entstandene Siedlung zwischen Destin und Panama City Beach, denn Seaside ist ein von Grund auf von Architekten und Städteplanern errichteter Ort, der von Experten weltweit wegen seines Designs viel beachtet wird. Die Häuser, deren Gestaltung recht strikten Vorschriften unterliegt, sind alle in sanften Pastelltönen gehalten. Der Ort war Schauplatz des Films Truman Story.


Panama City / Panama City Beach
Obwohl es sich bei den zwei Orten um rechtlich eigenständige Einheiten handelt, werden sie oft gemeinsam betrachtet. Die größere der beiden Städte, Panama City mit 36.500 Einwohnern, liegt dabei an der East Bay, einer Bucht, während Panama City Beach, wo 12.000 Menschen leben, direkt am Golf von Mexiko liegt. Letzterer Ort verfügt ebenfalls über lange weiße Strände, ein Kuriositätenkabinett, ein recht neues Einkaufszentrum und zahllose Unterkunftsmöglichkeiten, die im Frühjahr zum Spring Breeak von bis zu 100.000 Schülern und Studenten aus dem ganzen Land genutzt werden.
Über die Hathaway Bridge erreicht man den Nachbarort Panama City, das seinen ursprünglichen Namen Harrison während des Baus des Panamakanals änderte. Im Gegensatz zum tourismusorientierten Nachbarn ist Panama City in erster Linie eine Stadt zum Wohnen und Arbeiten.
 

Apalachicola
Westlich von Panama City Beach ist die Küstenregion deutlich dünner besiedelt und eher natürlich als touristisch geprägt. Die US 98 führt vorbei an Port St. Joe und dann nach Apalachicola, dessen touristisches Angebot weniger aus Strand, sondern eher aus der Atmosphäre des “Old Florida” besteht. Der nur etwa 2300 Einwohner zählende, an einer Bucht des Golf von Mexico und an der Einmündung des gleichnamigen Flusses liegende kleine Ort ist einen Abstecher wert, ist er doch Floridas Austerhauptstadt. Eine Vielzahl von Austernzuchtbetrieben gibt es hier, dazu Oyster Bars, also Restaurants, in denen Austern täglich auf der Speisekarte stehen.


Tallahassee
Floridas Hauptstadt ist das Ergebnis eines Kompromisses zwischen Abgesandten aus den ältesten Städten des Staates, St. Augustine und Pensacola, die sich zunächst nicht hatten einigen können, welche der beiden Städte die Hauptstadt Floridas werden sollte. Die Stadt liegt rund 130 Kilometer von der Küste entfernt und zählt heute etwa 181.000 Einwohner und zählt noch immer zu den unbekannteren Orten des Sunshine States. Touristen sehen sich hier das Old Capitol an, das 1845 errichtet, in den 1970er Jahren in seiner Funktion von einem wenig attraktiven Neubau abgelöst wurde und heute als Museum dient. Darüber hinaus hat die Stadt, im Gegensatz zu Floridas Metropolen weiter südlich, das Bild der Südstaaten bewahren können und weist einige sehr sehenswerte alte herrschaftliche Villen auf. Weiterhin gibt es einige weitere Museen in der Stadt, darunter eines für Automobile und ein naturwissenschaftliches. Tallahassee ist Standort der gut 40.000 Studenten zählenden Florida State University, deren Sportteams Fans im ganzen Land haben. Das Footballstadion fasst nicht weniger als 82.000 Zuschauer. Zu den beliebtesten Ausflugszielen zählen mehrere Seen und die in ein Freibad sprudelnde Frischwasserquelle im Wakulla Springs State Park.


 

 

 

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