Florida

 

Sanibel Island und Captiva Island

Im Golf von Mexiko, vor der Küste von Fort Myers und Cape Coral, liegt eine kleine Inselkette, die man über den knapp fünf Kilometer langen Sanibel Causeway (Maut in Richtung Inseln, kostenlos auf der Rückfahrt) nördlich von Fort Myers Beach erreichen kann. Zunächst gelangt man so auf Sanibel Island, in nordwestlicher Richtung schließt sich Captiva Island an. Noch ein kleines Stück weiter nördlich, aber nicht mehr per Auto zu erreichen, folgen North Captiva Island und dann die größtenteils als State Park geschützte und ebenfalls nur per Boot erreichbare La Costa Island. Die Inseln stellen dabei ein wunderbares Naturparadies dar, mit einigen der besten Strände Floridas, mit Naturschutzgebieten, schmalen Straßen und schönen Häusern. Der Tourismus hat Sanibel und Captiva Island bereits entdeckt, doch noch findet man hier auch viele ruhige Stellen.

FL Captiva Island

Bis zum Jahr 1963 gab es nur einen Fährbetrieb hinüber zu den Inseln, dann wurde der aus drei Brücken bestehende Sanibel Causeway eröffnet. Die Szenerie auf den Inseln allerdings litt nicht unter der leichteren Erreichbarkeit, noch immer hat man den Eindruck, in einen anderen, ruhigeren Abschnitt von Floridas Golfküste vorzudringen, wenn man die Inseln erreicht. Inzwischen gibt es zwar einige Resorthotels, Ferienwohnungen und kleine Inns auf Sanibel Island, vom Massentourismus und seinen manchmal wenig ansehnlichen Folgen blieb die Inselwelt aber weitgehend verschont. Dabei sind vor allem die Strände eine echte Attraktion. Diese sind bei Badegästen beliebt, noch mehr aber bei Muschelsuchern, denn Sanibel Island gilt wegen seiner geographischen Lage als ein besonders ertragreiches Gebiet, um viele und mitunter auch seltene Muscheln zu finden. Alljährlich im März findet hier sogar eine Muschelmesse statt.

Sanibel Island wird vollständig von der Stadt Sanibel eingenommen, die rund 6000 Einwohner hat. Die Insel ist zudem der Standort eines mehr als 20 Quadratkilometer großen Naturschutzgebiets, das nach einem bekannten Karikaturisten und Umweltschützer benannt ist und den etwas sperrigen Namen J.N. “Ding” Darling National Wildlife Refuge trägt. Das Schutzgebiet dient vor allem dem Erhalt des Ökosystems Mangrove, einem der größten dieser Art im Land. Es wurde 1976 eingerichtet, besteht zu einem großen Teil aus naturbelassenem Wildnisgebiet und zieht jährlich große Populationen verschiedener Zugvogelarten an. Auch einige Exemplare des amerikanischen Alligators leben in dem Gebiet. Über eine Rundstrecke mit einigen Aussichtspunkten, den sogenannten Wildlife Drive (Benutzungsgebühr wird erhoben, freitags geschlossen), bekommt man einen guten ersten Eindruck von dem Schutzgebiet. Ein Besucherzentrum hält weitergehende Informationen bereit.

Eine weitere Sehenswürdigkeit auf Sanibel Island ist der historische Leuchtturm, das Sanibel Island Light. Im Jahr 1884 wurde das Licht auf dem eigentlich wenig sehenswerten, eisernen Turm erstmals entzündet, es war damals das einzige Richtfeuer an der Golfküste nördlich der Florida Keys. Schon der Bau war allerdings von Schwierigkeiten begleitet gewesen, denn das Schiff mit den benötigten Bauteilen sank wenige Meilen vor Erreichen seines Ziels. Im Jahr 1949 war der Leuchtturm automatisiert worden.

Captiva Island, die man über die Hauptstrasse der Insel, die Sanibel-Captiva Road erreicht, war früher ein Teil von Sanibel, bis es etwa 3000 v. Chr. zu einer Erosion kam, bei der sich die Insel abtrennte. Es wird geschätzt, dass früher einmal bis zu 50.000 Angehörige des Volkes der Calusa-Indianer hier gelebt haben. 1888 kam der erste europäische Bewohner auf die Insel, ein österreichischer Auswanderer, dessen Schiff vor der Insel auf Grund gelaufen war. Er sollte für zehn Jahre der einzige Bewohner der Insel bleiben. Captiva Island ist heute in erster Linie eine Wohninsel für die rund 400 festen Einwohner. Neben Privathäusern und einigen Ferienhäusern gibt es einige wenige Inns und ein größeres Resort. Wie auch auf der Nachbarinsel, so sind auch auf Captiva Island die Strände die wichtigste Attraktion für Besucher - zu denen schon berühmte Personen wie Theodor Roosevelt oder Charles Lindbergh gehörten. In dem kleinen Ort auf der Insel befindet sich das Captiva Village, wo man einige Restaurants und Läden findet.

Noch etwas abgeschiedener ist North Captiva Island, das nur per Boot oder Kleinflugzeug erreichbar ist. Autos gibt es auf der Insel nicht, man fährt mit dem Elektrofahrzeug. Ferienwohnungen und -häuser gibt es hier ebenfalls, allerdings so gut wie keine touristische Infrastruktur. Die wunderbaren, sauberen Strände mit dem großen Muschelvorkommen lohnen aber trotzdem einen Ausflug. Bucht man eines der Ferienhäuser, so wird ein eigener Shuttleservice hinüber zur Insel mit angeboten.

La Costa Island folgt nördlich von North Captiva, von dieser getrennt von einer Meerenge namens Captiva Pass und besteht ausschließlich aus dem Cayo Costa State Park. Im Park, der täglich bis Sonnenuntergang geöffnet ist, gibt es mehrere Kilometer oft menschenleerer Strände, von denen aus man mit etwas Glück Delfine beobachten kann. Im inneren der Insel, zwischen Wäldern und Mangroven, sind verschiedene Echsen und Seekühe, aber auch Schlangen und diverse Vogelarten zu hause. Wer die Insel erkunden möchte, kann dies zu Fuß oder mit dem Fahrrad tun und es einige Plätze, an denen man sein Zelt für die Nacht aufschlagen darf; Toiletten und Waschräume sind ebenfalls vorhanden. Ein kleiner Laden verkauft das Nötigste für einen Tag auf der Insel und verleiht auch Kajaks. Die Fähre zum Cayo Costa State Park fährt mehrmals täglich ab Bookelia.


 

 

 

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