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Frank Sinatra

Frank Sinatra

Gegenüber von Manhattan, in der unspektakulären Hafenstadt Hoboken, New Jersey, kam am 12. Dezember 1915 der Mann zur Welt, dessen Name über viele Jahre untrennbar mit dem Begriff “Entertainment” verbunden sein sollte und der wie kein zweiter eine ganze Ära durch seine Präsenz und deren Sound durch seine Stimme geprägt hat. Frank Sinatra, der eigentlich Francis Albert hieß, produzierte über Jahrzehnte hinweg zahllose Platten und Filme, war eine Figur auf der unruhigen politischen Bühne des Landes in seiner Zeit und stand immer wieder auch wegen seiner Verbindungen zum organisierten Verbrechen im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Für sein künstlerisches Wirken wurde Sinatra mit unzähligen Preisen ausgezeichnet, darunter einen Oscar, elf Grammys, die Goldmedaille des Kongresses und die Presidential Medal of Freedom aus den Händen von Ronald Reagan.

Sinatra, einziger Sohn der 20 Jahre vor seiner Geburt eingewanderten, aus Italien stammenden Famile, beschloss bereits in jungen Jahren, sich professionell mit Musik zu beschäftigen und hatte ab 1935, zunächst mit der Band Hoboken Four, bereits erste Erfolge zu verzeichnen. 1939 wurde ein Jahr mit besonderer Bedeutung für ihn. Sinatra heiratete Nancy Barbato, die er bereits als 14jähriger kennengelernt hatte und nahm mit der Frank Mane Band seinen ersten Song auf. Dieser öffnete ihm die Tür zum Musikgeschäft und bereits 1940 erreichte er mit der Band von Tommy Dorsey, mit der er schon im ersten Jahr 40 Stücke aufnahm, seine erste Nummer-Eins-Platzierung mit dem Song I´ll never smile again. Im gleichen Jahr hatte er eine erste Nebenrolle in einem Kinofilm. Sinatras Popularität wuchs schnell und wurde bald zu groß für die Band von Dorsey, die er 1943 verließ und einen Vertrag als Solkünstler bei Columbia Records unterzeichnete. In diesen Jahren veränderte er die Musik, öffnete sie einem breiteren Publikum und erreichte eine neue Art von Verehrung durch seine Fans, die sich am besten in den insgesamt 23 Top Ten-Platzierungen seiner Singles zwischen 1940 und 1943 widerspiegelt. Der Spitzname The Voice wurde in diesen Jahren geboren.

Sinatra widmete sich dann, belohnt durch einen Vertrag, der insgesamt 1,5 Millionen Dollar einbrachte, verstärkt seiner Filmkarriere, was ihn seinem Publikum noch zusätzlich nahe brachte. Wo immer er in den folgenden Jahren auftrat, erwarteten ihn bereits unzählige, häufig jugendliche, kreischende Fans - ein Bild, das im Entertainment-Geschäft bis dahin in dieser Form nicht bekannt war. 1945 drehte er seinen ersten Film mit Gene Kelly, dem noch weitere, sehr erfolgreiche Produktionen folgen sollten. Eine vorübergehende Krise in den Verkaufszahlen seiner Alben in den folgenden Jahren zum Beispiel - begleitet von Experimenten in anderen Stilrichtungen als dem Big Band Sound - fand ihr Ende durch die filmischen Erfolge mit Kelly in den Streifen Take me out to the Ball Game und On The Town.

1951 schließlich kam Sinatra nach Las Vegas, wo er im Desert Inn auftrat. Im gleichen Jahr trennte er sich von seiner Frau Nancy und heiratete die Schauspielerin Ava Gardner, deren Popularität jedoch nicht verhindern konnte, dass viele der folgenden Projekte Sinatras, sowohl in Film als auch in der Musik, zu Misserfolgen wurden. 1953 jedoch gelang es ihm, seiner Karriere neuen Schub zu verleihen: Für seine Nebenrolle in dem Film From Here to Eternity erhielt er einen Oscar und sein Vertragsabschluss mit Capitol Records ermöglichte die Aufnahme erfolgreicher Stücke zusammen mit berühmten Musikern der Zeit. In dieser Zeit traf er mit der Gruppe um Humphrey Bogart und Lauren Bacall zusammen, aus deren Kreis später das in dem Medien so bezeichnete Rat Pack entstehen sollte. Sinatra arbeitete an einer Vielzahl von Projekten in den 50er Jahren, als besonders lukrativ entpuppte sich dabei allerdings sein Engagement abseits der Bühnen. Er erwarb Anteile am Sands Hotel in Las Vegas und war erfolgreich als Filmproduzent. 1957 begann die Frank Sinatra Show auf ABC, die vom Publikum aber nur zurückhaltend aufgenommen wurde.

Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre markiert den Zeitpunkt, an dem Frank Sinatras Biographie einige Fragezeichen enthält. Fest steht, dass er zu einem Freund der Kennedy-Familie wurde und sich im Wahlkampf von JFK offen für diesen einsetzte. Allerdings gibt es eine Vielzahl von Indizien dafür, dass sich das Engagement nicht nur auf legale Aktivitäten beschränkte - so soll The Voice zusammen mit Sam Giancana, einer bekannten Mafiagröße aus Chicago, an der Manipulation von Vorwahlergebnissen beteiligt gewesen sein. Über diese Nähe zur Mafia, die Sinatra fortan immer wieder nachgesagt wurde, zerbrach das Verhältnis zu den Kennedys; später betätigte er sich als Unterstützer der Republikanischen Partei. Die Verbindung zu Giancana aber brachte für Sinatra 1963 den Verlust seiner Lizenz zum Angebot von Glücksspiel in Nevada, die er erst 1980 wiedererlangte. 1970 teilte er sein Wissen über das Organisierte Verbrechen einem Untersuchungsausschuss in New Jersey mit. Sinatras Akte im FBI, inzwischen öffentlich zugänglich, umfasst mehr als 2400 Seiten.

Auf der anderen Seite machte sich Sinatra verdient um soziale Themen. 1961 gab er ein Benefizkonzert für Martin Luther King Jr. und wurde nicht müde, seine Kritik an der Rassentrennung immer wieder öffentlich zu machen. Gemeinsam mit den anderen Mitgliedern des Rat Pack trat er in Las Vegas nicht in Hotels auf, in denen schwarze Gäste separat untergebracht wurden. 1962 trat er mit großem Erfolg in verschiedenen Städten der Welt auf, um Geld für Kinderhilfsprojekte zu sammeln. Zugleich gelang es ihm, seine Karriere noch zu erweitern: 1965 gab Sinatra sein Regiedebut mit einer japanisch- amerikanischen Koproduktion, der ersten seit Pearl Harbor und Hiroshima. Auch privat brachten die 60er Jahre neue Entwicklungen für ihn: 1966 heiratete Sinatra, inzwischen 50 Jahre alt und bereits seit 1957 von Ava Gardner geschieden, die damals 21jährige Mia Farrow. Die Ehe sollte allerdings nur kurz halten.

Sinatra begann kurz darauf, über das Ende seiner Karriere nachzudenken, sich von dem Geschäft zu verabschieden, dessen Auswüchse ihn inzwischen abstießen. Paul Anka nahm diese Stimmung in dem Song My Way auf, dessen Text er schrieb und mit dem The Voice große internationale Erfolge hatte. Mit einem Konzert am 12. Juni 1971 nahm Sinatra Abschied von der Bühne. In der Öffentlichkeit präsent war er in den folgenden Jahren als Unterstützer des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Richard Nixon und mit einigen Benefizveranstaltungen. Schon zwei Jahre später allerdings war er zurück, veröffentlichte ein Album und 1974 kehrte er für eine Bühnenshow zurück nach Las Vegas. Trotz dieses Rücktritts vom Rücktritt bedeutete diese Zeit einen Wendepunkt in der Karriere. Sinatra, seit 1976 zum vierten Mal - mit Barbara Marx - verheiratet, der zuvor in manchen Jahren gleich mehrere Alben und Filme veröffentlich hatte, war deutlich weniger präsent. Bis zu seinem nächsten Album, in dem das weltberühmte Stück Theme from New York, New York enthalten war, erschien erst sechs Jahre später, 1980. Dennoch war er auch zu seinem 75. Geburtstag 1990 noch im Musikgeschäft tätig. Mit der Veröffentlichung zweier Alben mit Duetten 1994 beendete Sinatra seine Studiokarriere; 1995 gab er sein letztes Konzert. Zu Ehren seines 80. Geburtstags wurde das Empire State Building in New York City am 12. Dezember 1995 in blaues Licht getaucht.

Nur drei Jahre später signalisierte Licht, diesmal die herunter gedrehten Lichter des Las Vegas Strip, den Tod der großen Legende. Frank Sinatra war am 14. Mai 1998 an den Folgen eines Herzinfarktes gestorben. Er hinterließ seine Ehefrau Barbara ebenso wie alle früheren Ehefrauen sowie seine Kinder Nancy, Frank Jr. und Tina, die alle aus der ersten Ehe stammten. Frank Sinatra gilt bis heute als einer der größten Entertainer aller Zeiten.


 

 

 

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