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Geschichtlicher Überblick

Die seit Jahrtausenden den amerikanischen Kontinent bewohnenden Völker, die sich im Gegensatz zur allgemeinen Bezeichnung Indianer  voneinander kulturell, sprachlich und gesellschaftlich stark unterscheiden, erlebten das Eindringen der europäischen Pioniere und später der Siedler als entscheidenden Wendepunkt ihrer Geschichte. Die Europäer brachten nicht nur todbringende Krankheiten, gegen die die Ureinwohner nicht immun waren, insbesondere Pocken, sondern auch Gewalt und Unterwerfung bis hin zur Versklavung der Indianer.

Die Pockenkrankheit trat Anfang des 17. Jahrhunderts im Nordosten des Landes auf, wo sie vermutlich von europäischen Händlern auf den Kontinent gebracht worden war. Zwischen 1617 und 1619 starben etwa 90% der Massachusetts Bay Indianer an Pocken und die Infizierten trugen die Krankheit in ihren eigenen Völkern weiter durch das ganze Land. Historiker schätzen, dass innerhalb weniger Jahrzehnte bis zu 80% der gesamten Urbevölkerung Nordamerikas an Krankheiten starb, die von Europäern eingeführt worden waren. Dieser Bevölkerungsrückgang schwächte die sozialen und wirtschaftlichen Strukturen der Ureinwohner nachhaltig und bereiteten den Weg zum weiteren Vordringen der Siedler und Kolonisten - als Mitte des 19. Jahrhunderts die ersten Siedler im Nordwesten ankamen, waren zum Beispiel am Puget Sound in der Nähe des heutigen Seattle nur noch etwa 9000 Indianer am Leben. Erst 1832 nahm sich die amerikanische Regierung des Problems an und legte ein umfangreiches Impfprogramm für die Urbevölkerung auf. 

Indianerhäuptling

Während des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges gegen die Briten, zu einem Zeitpunkt also, als die meisten Ureinwohner bereits Erfahrungen mit den weißen Siedlern gemacht hatten, schlugen sich die meisten der indianischen Völker auf die Seite der britischen Krone, in der Hoffnung, das weitere Vordringen der Amerikaner auf ihren Boden aufhalten zu können. An vielen der während dieses Kriegs verübten Grausamkeiten waren Indianer beteiligt, sowohl als Opfer als auch als Täter. Diese Kriegshandlungen wirkten sich später zusätzlich belastend auf die Beziehungen zwischen neuen und alten Bewohnern des Kontinents aus. In der so genannten Sullivan Expedition von 1779 beispielsweise zogen mehrere Tausend Soldaten durch Ländereien der Irokesen in Upstate New York und zerstörten mindestens 40 Dörfer als Vergeltung für frühere Attacken der Indianer in Unterstützung der Briten. Im Pariser Friedensvertrag von 1783 zwischen Briten und Amerikanern wurden der nun unabhängigen Nation große Mengen Land durch die ehemalige Kolonialmacht übertragen, die als Land der Ureinwohner angesehen werden mussten; diese jedoch wurden von den Briten nicht informiert. Die amerikanische Regierung wollte dieses Land wegen der großen Nachfrage unter den Siedlern nutzen und plante, diese durch Verträge mit den Indianern zu kaufen - auf der anderen Seite jedoch wurden die Ureinwohner vielerorts als eroberte Soldaten betrachtet, da sie an der Seite der britischen Krone den Krieg verloren hatten.

Tatsächlich wurden Pläne zur friedlichen Erweiterung der für Siedler zur  Verfügung stehenden Ländereien bald überholt. Die immer größer werdende Zahl neu ankommender Siedler in den USA bedeutete für die Regierung die Verpflichtung zur Bereitstellung von Land in stetig wachsendem Umfang. Zudem stieg das Interesse an den weiten Flächen westlich des Mississippi, die erst langsam, unter anderem mit der Expedition von Lewis und Clark, zugänglich gemacht wurden. Das stetige Wachstum der  Nation brachte eine immer weiter nach Westen verlagerte, unfreiwillige Umsiedelung der indianischen Bevölkerung mit sich. Offiziell wurde dieses Vorgehen in den Indian Removal Act von 1830 gekleidet, ein Gesetz, das es dem Präsidenten - zu dieser Zeit Andrew Jackson - ermöglichte, den Ureinwohnern im Ausgleich für ihre Ländereien diesseits des Mississippi die noch unerschlossenen Gebiete im Westen anzubieten. Das Gesetz sah die Mitbestimmung der so umzusiedelnden Indianer vor, in der Realität jedoch wurde ein so großer Druck auf diese ausgeübt, dass der Umzug in den allermeisten Fällen nicht freiwillig stattfand. Die Cherokee beispielsweise wurden unter Verweis auf einen Vertrag umgesiedelt, der gar nicht von bevollmächtigten Vertretern dieser Nation unterzeichnet worden war, sondern von einem Teil des Stammes, der sich separiert hatte.

Bei der Umsiedelung der Indianervölker, freiwillig oder nicht, achtete die Regierung auf schnelle und komplette Umsetzung ohne Rücksicht auf die Familien, die auf den teilweise Tausende Kilometer langen Trek in Richtung Westen geschickt worden. Soldaten begleiteten die Umzüge und trieben die Menschen immer weiter. Tausende starben bereits auf dem Weg, der heute als der Trail of Tears bekannt ist. Ziel der Reise war für die Stämme aus dem Osten der USA das als separates Land ausgewiesene Gebiet des so genannten Indian Territory - ein Gebiet, dessen Unberührbarkeit durch die Regierung oder weiße Siedler den Indianern zugesichert wurde. Von der Separation der Indianervölker in diesem Territorium erhoffte man sich die leichtere, von den Traditionen der Völker weniger beeinflusste zwangsweise Angleichung an die europäisch-amerikanische Gesellschaftsstruktur. Die Kinder wurdcen beispielsweise bewusst dem Einfluss der Stämme entzogen und von christlichen Missionaren in Internaten unterrichtet und es wurde ihnen verboten, ihre Muttersprache zu benutzen.

Dieses Konzept jedoch scheiterte und schon bald nach der Zwangsumsiedelung in das auf ewig den Indianern zugesprochene Territorium hatte sich die Besiedelung des Landes so weit nach Westen fortgesetzt, dass auch die neuen Ländereien der Urbevölkerung wieder für die Weißen interessant und von diesen in Anspruch genommen wurden. Ab den 1860er Jahren entstanden immer wieder kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Truppen der Regierung und indianischen Völkern, die als Indian Wars bezeichnet wurden. Viele dieser Kämpfe brachten neue Grausamkeiten mit sich, die Armee verübte zahlreiche Massaker an der Zivilbevölkerung der Indianer, unter anderem das von Wounded Knee im Dezember 1890.

1924 wurde der amerikanischen Urbevölkerung das Recht der US-Staatsbürgerschaft gegeben, nachdem viele Indianer bereits im Ersten Weltkrieg für die Armee gekämpft hatten. Die etwa 2,79 Millionen Mitglieder der heute mehr als 560 anerkannten Indianervölker leben mehrheitlich in Reservaten mit formaler Unabhängigkeit von der US-Regierung, die die Beziehungen zu diesen Nationen durch das Bureau of Indian Affairs organisiert.


 

 

 

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