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Indianerreservate

Die meisten Touristen kennen von den Indianerreservaten auf dem Gebiet der USA nur die riesigen, glitzernden Gebäude der hier befindlichen Casinos, die viele Stämme betreiben, so wie das Golden Moon Casino der Choctaw in Mississippi. Selten einmal fällt der Blick von Besuchern - das trifft auch auf amerikanische Touristen zu - hinter die Kulissen und auf das Alltagsleben der Indianer in den Reservaten, das in aller Regel ein gutes Stück abseits der Casinogebäude geführt wird. In den USA gibt es 310 Reservate - wobei nicht alle anerkannten indianischen Völker ein eigenes Reservat haben - die sich vor allem im westlichen Teil des Landes befinden und insgesamt eine Landfläche von mehr als 225.000 km² einnehmen, was etwas mehr als 2% der Gesamtfläche der USA entspricht.

MS Choctaw Golden Moon Casino

Das Land, auf dem die Reservate liegen, gehört dem Staat, verwaltet wird es von den dort lebenden Völkern über das Bureau of Indian Affairs. Die Völker geben sich jeweils eine eigene Rechtsprechung. Wo sich die Reservate befinden, lag zu Zeiten der Umsiedelung der Indianer fast gänzlich in der Entscheidungsgewalt der Bundesregierung und ihrer Unterhändler. So kommt es, dass viele der Ländereien, auf denen Stämme angesiedelt wurden, für die landwirtschaftliche Bebauung nahezu ungeeignet waren, was den so umgesiedelten Menschen von Beginn an schwere Startbedingungen gab. Versuche der Indianer, den Grenzen der so zugeteilten Reservate zu entfliehen, wurden von der Armee beendet.

Nach vielen kriegerischen Auseinandersetzungen, den Indian Wars, zwischen den Ureinwohnern und Soldaten und nachdem offensichtlich war, dass die Lebensgrundlage für viele indianische Völker in den neuen Reservaten nicht ausreichend war, ging die Regierung ab 1887 mit dem Dawes Act einen neuen Weg und sprach einzelnen Stammesmitgliedern eigene kleine Parzellen zu, statt größere Flächen an ganze Völker zu verteilen. Diese Politik wurde bis zum Jahr 1934 verfolgt.

Seitdem änderte sich die gesamte Politik der USA gegenüber seinen Ureinwohnern nachhaltig. Wo zuvor versucht worden war, die Indianer zum Christentum zu missionieren und sie an die Kultur der weißen Siedler anzugleichen, wurde nun mehr Wert auf Selbstbestimmung und Pflege der traditionellen Kultur gelegt. Zu dieser Zeit begann auch die Unterstützung der Völker zum Beispiel im Hinblick auf Schulerziehung und medizinische Versorgung. Trotz dieser Veränderungen jedoch blieben die Bedingungen in vielen Reservaten trostlos und aussichtslos und sind es bis heute. Arbeitslosigkeit, Armut und Suchtkrankheiten sind vielerorts weit verbreitet; die Ursachen hierfür sind vielseitig. Zu einem nicht unbedeutenden Teil aber dürfte diese Entwicklung auf die Umsiedlung der Indianer in unwirtschaftliche Gegenden zurückgehen, die weder zum eigenen Unterhalt ausreichend bebaut werden konnten noch außerhalb der Reservatsgrenzen genügend Möglichkeiten bieten konnten.

Indianische Casinos sind heute für einige Stämme eine sehr bedeutende Einnahmequelle, die mancherorts sogar zu einem gewissen Wohlstand geführt hat. Viele Völker jedoch lehnen Glücksspiel auf dem Boden ihrer Reservate ab, weil sie um ihre Traditionen und Kultur fürchten. Weitere Wirtschaftsfaktoren sind der Tourismus und das indianische Kunsthandwerk, diese Quellen sind jedoch häufig nicht ausreichend, um den negativen gesellschaftlichen Entwicklungen in den Reservaten zu begegnen.


 

 

 

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