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Trail of Tears

Der Trail of Tears - Pfad der Tränen - bezeichnet den Weg, den die im Osten der USA angesiedelten indianischen Völker antreten mussten, als die Regierung beschlossen hatte, die Ureinwohner im Indian Territory auf dem Gebiet des heutigen Oklahoma anzusiedeln. Insgesamt wurden mehr als 20 Stämme zwangsumgesiedelt, wobei die meisten Menschen zu den Völkern der Choctaw, Creek, Cherokee, Seminole und Chickasaw gehörten, die von den Siedlern und der Regierung als am weitesten an die europäische Kultur angepassten Stämmen gezählt wurden.

 

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Die Choctaw, die in dem Gebiet lebten, das heute von den Bundesstaaten Alabama, Mississippi und Louisiana umfasst wird, hatten nach einer Reihe von Verträgen mit der US-Regierung bereits einen großen Teil ihres Landes an die USA abgetreten, bevor der Indian Removal Act in Kraft trat. Auch die Vereinbarung zum Wegzug nach Westen wurde von ihnen freiwillig unterzeichnet, wenn auch unter Druck durch die Regierung. Sehr kaltes Wetter und mangelhafte Versorgung waren Faktoren, die dazu beitrugen, dass von den 15000 Choctaw, die zwischen 1831 und 1833 auf dem Weg ins Indian Territory waren, mindestens 2500 auf dem Weg starben.

Die Seminoles aus dem heutigen Florida widersetzten sich im Gegensatz zu den Choctaw ihrer Umsiedelung heftig. Nachdem es zunächst 1833 zur Unterzeichnung eines Vertrags gekommen war, in dem vorgesehen war, dass die Seminoles in einen westlicheren Teil Floridas umziehen und den dort lebenden Creek angeschlossen werden, widerriefen die Häuptlinge ihre Zustimmung und widersetzten sich den zum Geleit in das neue Reservat eingetroffenen Truppen mit Gewalt. Die als Seminole War bekannt gewordenen kriegerischen Auseinandersetzungen dauerten zehn Jahre lang und forderte unzählige Tote auf beiden Seiten - zwischenzeitlich hatten sich auch etliche schwarze Sklaven den Indianern angeschlossen. Zu einer geordneten Umsiedelung der Seminoles kam es nie; 1848 wurde der Krieg beendet.

Im Treaty of Fort Jackson, den der im Creek War siegreiche General Andrew Jackson dem Volk der Creek aufgezwungen hatte, mussten diese 1814 als so deklarierte Wiedergutmachung für die Feindseligkeiten mehr als 20.000 Quadratkilometer ihres Landes an die USA abtreten. Damit war den Creek faktisch ihr gesamtes Gebiet genommen worden, 1825 traten sie im Treaty of Indian Springs einen weiteren großen Teil gegen Bezahlung an die Regierung ab und stimmten zugleich ihrer Umsiedelung zu. Der für die Unterzeichnung von Creek-Seite zuständige Anführer William McIntosh wurde von seinem Stamm in der Folge erschossen - für die Indianer hatte McIntosh Verrat am eigenen Volk begangen. Tatsächlich schafften sie es in Verhandlungen mit Präsident John Quincy Adams, den Vertrag zu annullieren, Georgias Gouverneur Troup missachtete diese Tatsache jedoch und setzte seine Politik der Vertreibung fort. Einige Creek, die nach Alabama geflohen waren, wurden von dort ab 1836 ebenfalls ins Indian Territory gebracht.

Die Cherokeee mussten ihre Heimat in Georgia ab 1838 in der Folge des Treaty of New Echota verlassen. Dieser Vertrag, der den Cherokee finanzielle Entschädigung zusicherte und einen Austausch des Stammlandes gegen Land im neuen Indian Territory vorsah, wurde nach Ansicht eines Großteils des indianischen Volkes von einer nicht zur Unterschrift berechtigten Gesandschaft des Stammes ratifiziert. Die US-Regierung, die wegen Goldfunden in Georgia unter großem Druck durch die Siedler stand, das Land für diese freizugeben, ignorierte diese Einwände und ließ etwa 13.000 Cherokee durch die Armee in Lagern zusammentreiben, bevor sie auf den Weg nach Westen geschickt wurden. Bereits in diesen Lagern und auf dem Weg starben nach Schätzungen etwa 4000 Indianer an Kälte, Hunger und Erschöpfung. Trotz der widrigen Umstände fand sich das Volk in der neuen Heimat in Oklahoma jedoch vergleichsweise gut ein und entwickelte sich zur heute größten indianischen Nation in den USA.

Außer diesen vier großen Stämmen und den Chickasaw, die eine finanzielle Kompensation für ihr Land erhielten und bei deren Umsiedelung es nicht zu ähnlich schrecklichen Ereignissen kam, wurde noch eine Vielzahl weiterer, kleinerer Indianervölker neu im heutigen Oklahoma angesiedelt. Durch das dortige enge Zusammenleben einander fremder und sich kulturell mitunter stark voneinander unterscheidender Völker kam es auch in der neuen Heimat zu einigen Spannungen und Auseinandersetzungen. Die Zeit der Vertreibungen über den Trail of Tears markiert jedoch den schwärzesten Punkt in der Beziehung der amerikanischen Ureinwohner zur US-Regierung.


 

 

 

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