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Das Bureau of Indian Affairs BIA erhielt den Auftrag, den Indianern die Landwirtschaft beizubringen und sie in der Übergangszeit ausreichend zu versorgen. Die Bestellung des trockenen Bodens von South Dakota jedoch erwies sich als zu schwierig und die Beamten schafften es nicht, genügend Nahrungsmittel herbei zu schaffen, so dass die Indianer im Reservat bald unter Hunger litten. Durch den immer stärkeren Zuzug von Siedlern und Prospektoren, angelockt durch Goldfunde in den Black Mountains, den heiligen Bergen der Lakota, verschärfte sich die Situation zunehmend. Dem wachsenden Unmut der Indianer begegnete das BIA mit der Verstärkung der alarmbereiten Truppen, die die Vorgänge innerhalb des Reservats genau beobachteten. Mit besonderem Mißtrauen verfolgten sie dabei die immer häufiger stattfindenden Geistertanzzeremonien, die sie - wohl in diesem Fall nicht zu unrecht, obwohl der Geistertanz im allgemeinen friedlichen Charakters ist - als Ausdruck von Kampfbereitschaft werteten. Geistertänze wurden den Sioux daraufhin von der BIA verboten.
Ab dem 15. Dezember 1890 spitzten sich die Ereignisse dann zu. Der bekannte Häuptling der Hunkpapa Lakota Sioux, Sitting Bull, wurde bei dem Versuch, ihn festzunehmen getötet. Mitglieder seines Stammes flohen daraufhin von der Standing Rock Reservation und suchten Zuflucht bei Sitting Bull´s Halbbruder Big Foot. Dieser wiederum erkrankte wenig später an einer Lungenentzündung. Um seinen Stamm trotz seiner Krankheit Sicherheit bieten zu können, versuchte Big Foot, die Pine Ridge Reservation und deren Häuptling Red Cloud zu erreichen, die Gruppe wurde jedoch von einem Militärbataillon aufgehalten und zum Wounded Knee Creek geführt, wo die aus etwa 350 Indianern - davon circa 120 Frauen und Kinder - bestehende Gruppe von rund 500 Soldaten bewacht wurde. Unter den Indianern verbreitete sich Unruhe, als das Gerücht aufkam, sie sollten ins Indian Territory deportiert werden.
Als die Soldaten schließlich eine Gruppe entdeckten, die auf dem Weg zu einer Geistertanzzeremonie waren, begannen sie, das Lager zu durchsuchen und fanden einige versteckte Waffen bei den Lakota Sioux. Aus nicht vollständig aufgeklärten Gründen löste sich bei einer dieser Durchsuchungen ein Schuß. Was daraufhin als kurzes Feuergefecht begann, entwickelte sich schnell zu einem Kampf an mehreren Stellen. Dabei feuerten die Soldaten auch mit Kanonen auf die Tipis der Frauen und Kinder. Die Indianer, die über die Prärie zu flüchten versuchten, darunter auch der schwerkranke Big Foot, wurden von den Soldaten mit Pferden verfolgt und getötet. Am Ende starben bei dem Massaker 150 Lakota und 25 Soldaten, 50 Indianer wurden verletzt. Die Toten wurden in ein Massengrab geworfen.
Mehr als 80 Jahre später, am 27. Februar 1973, war Wounded Knee erneut Schauplatz einer Auseinandersetzung zwischen den Behörden und amerikanischen Ureinwohnern. Im Protest gegen die korrupte Führung der Pine Ridge Reservation durch deren Präsident Dick Wilson besetzten einige Mitglieder des American Indian Movement AIM den historisch bedeutsamen Ort, der daraufhin von militärischen Kräften umstellt wurde. Die Besetzung dauerte mehr als zwei Monate an; während dieser Zeit gab es immer wieder Schußwechsel zwischen beiden Seiten, zugleich versuchten die Soldaten und FBI-Agenten, die Besetzer von der Versorgung abzuschneiden, was jedoch mißlang. Am 05. Mai 1973 wurde ein Vertrag über die Entwaffnung beider Seiten unterzeichnet, am 08. Mai endete die Belagerung und Besetzung des Ortes.
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