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John F. Kennedy

So wie seine Amtsübernahme als 35. Präsident der USA das Land zu verändern schien, ihm einen neuen, unverbrauchten Blick auf die Zukunft zu ermöglichen schien, so riß sein gewaltsamer Tod nur wenig später ein tiefes Loch in das Selbstverständnis und die Einstellung der Amerikaner. Zurück blickend bezeichnen viele Amerikaner John F. Kennedy als einen der wichtigsten Präsidenten ihrer Geschichte, tatsächlich war sein Einfluss jedoch weniger politischer Natur als vielmehr in der Tatsache begründet, dass er, einer der jüngsten Amtsinhaber aller Zeiten, in der öffentlichen Wahrnehmung mit Optimismus, frischen Ideen und einer Stimmung des Aufbruchs verbunden wurde. In Kennedys Amtszeit fallen Ereignisse, die den Lauf der Geschichte Mitte des 20. Jahrhunderts nachhaltig verändert haben. Insgesamt lässt sich JFKs Bedeutung für die USA in Innen- und Außendarstellung kaum ermessen, zu sehr ist diese von Empfindungen abhängig.

John F. Kennedy wurde am 29. Mai 1917 in Brookline, Massachusetts, als zweites von insgesamt neun Kindern der Familie geboren. Mit 13 Jahren wurde John zum ersten Mal auf ein Internat geschickt; kurz nach seinem 18. Geburtstag beendete er universitätsvorbereitende Schule Choate School in Connecticut. Schon vor seinem Abschlußjahr und in den Jahren danach verbrachte der junge Mann viele Wochen in Krankenhäusern, wo er wegen verschiedener gesundheitlicher Probleme untersucht und behandelt wurde - 1935 zum Beispiel verbrachte er wegen des Verdachts auf Leukämie zwei Monate in einem Hospital. Die Aufenthalte warfen immer wieder gerade gefasste Pläne durcheinander, bis er sich schließlich 1936 in Harvard einschrieb. Dank der Position seines Vaters als US-Botschafter in Großbritannien erlebt Kennedy in den folgenden Jahren, in denen er sich viel auf Reisen befindet, hautnah mit, wie Europa in den Zweiten Weltkrieg geführt wird. Seine Abschlußarbeit in Harvard behandelt die Rolle Großbritanniens im Münchener Abkommen - das Werk bringt ihm einen Abschluß mit Auszeichnung und als Buch einen Bestseller ein.

1941 kam JFK zur US Navy, in der er verschiedene Posten im pazifischen Raum einnahm. Ab 1943 Kommandant eines Torpedoboots, verdiente er sich Auszeichnungen des Pentagons, als sein Boot von einem japanischen Zerstörer gerammt wurde und unterging und er trotz einer Verletzung einen Mann rettete.

Nachdem John der Familientradition gefolgt und Mitglied der Demokratischen Partei geworden war, entschied er sich nach Ende des Zweiten Weltkriegs und trotz einiger Bedenken für eine politische Karriere. Später wurde bekannt, dass 1947 bereits eine mangelnde Funktion der Nieren, die so genannte Addison-Krankheit, bei ihm diagnostiziert wurde, diese Tatsache wurde vor der Öffentlichkeit aber geheim gehalten. Als sich 1952 die Chance auf einen Sitz im US-Repräsentantenhaus bot, stellte er sich zur Wahl und gewann mit großem Vorsprung. Ein Jahr später heiratete er die Journalistin Jacqueline Lee Bouvier, Jackie genannt. Es war ihre Idee, die Zeit der Rekonvaleszenz nach einem gefährlichen medizinischen Eingriff, mit dem er seine chronischen Rückenprobleme beseitigen wollte, zu nutzen und ein biographisches Buch über US Senatoren zu schreiben. Profiles in Courage  gewann 1957 den Pulitzerpreis. Trotz einer unauffälligen ersten Amtszeit im Congress stelte sich Kennedy zur Wahl als Kandidat für die Vizepräsidentschaft unter dem demokratischen Präsidentschaftskandidaten Stevenson, landete bei der Abstimmung aber auf Platz 2. 1958 trat er daher seine zweite Amtszeit als Abgeordneter im Repräsentantenhaus an.

1960 erklärte Kennedy seine Kandidatur für die Präsidentschaft. Im demokratischen Vorwahlkampf setzte er sich unter anderem gegen Lyndon B. Johnson durch, der später sein Vizepräsident und sein Nachfolger im Amt sein sollte. Sowohl in der Partei als auch in der Bevölkerung wurde Kennedys katholische Religionszugehörigkeit kritisch gesehen, letztlich jedoch setzte er sich bei der Wahl vor allem dank seines jugendlichen und zugleich verbindlichen Auftretens knapp gegen einen blass wirkenden Richard Nixon durch. In seiner Antrittsrede entstand eines seiner berühmten Zitate Frag nicht was Dein Land für Dich tun kann, frag was Du für Dein Land tun kannst. Damit setzte Kennedy das erste Zeichen für seine Vorstellung für ein aktives Zusammenrücken der amerikanischen Gesellschaft.

Schnell jedoch wurde deutlich, dass der Schwerpunkt seiner Präsidentschaft auf der Außenpolitik liegen würde. Die unbestreitbar größte Herausforderung stellte die Kubakrise 1962 dar, als die Sowjetunion Atomwaffen in Kuba stationierte und die Welt gebannt auf die amerikanische Antwort auf diese Herausforderung wartete. Nie zuvor oder danach hatte die Welt näher am Atomkrieg gestanden und letztlich war es ebenso Kennedys taktischem und diplomatischem Geschick wie Nikita Chruschtschows Besonnenheit zu verdanken, dass die Krise ohne katastrophale Folgen beigelegt wurde. Ein Jahr zuvor war der von Kennedys Vorgänger Eisenhower geplante und von JFK nur halbherzig umgesetzte Plan zur Invasion Kubas durch Exilkubaner in der Bay of Pigs, der Schweinebucht, spektakulär gescheitert.

Ebenfalls in seine Präsidentschaft fiel die weitere Eskalation des Konflikts, der unter seinem Nachfolger Johnson zum Vietnamkrieg führen sollte. JFK begegnete dieser Herausforderung entgegen der Aufforderungen seines Beraterstabs jedoch eher zurückhaltend und es gibt Indizien dafür, dass er die US-Truppen aus dem land abgezogen hätte, hätte er seine Amtszeit komplettieren können. Kennedys bekanntester und wohl auch bedeutsamster öffentlicher Auftritt war die Rede an der Berliner Mauer, die in dem Satz Ich bin ein Berliner  gipfelte. In dieser Rede kritisierte er den Kommunismus und sein Vorgehen gegen die Bürger und schaffte es, der in gefährlicher Lage lebenden Berliner Bevölkerung neuen Mut zu geben.

Innenpolitisch sind John F. Kennedy vor allem Verdienste um eine Öffnung der Gesellschaft frei von Rassengrenzen und sozialen Einschränkungen zuzuschreiben. Mit einem Programm namens New Frontier wollte er die Trennlinien in der Gesellschaft überschreiten, Bildung fördern und die gesuindheitliche Versorgung verbessern. Zu seinen großen Herausforderungen gehörte vor allem die Gleichberechtigungsbewegung der schwarzen Bevölkerung hinter Martin Luther King Jr., für dessen vorzeitige Haftentlassung er sich eingesetzt hatte.  Kennedy entsandte zu verschiedenen Gelegenheiten die Nationalgarde, um schwarzen Studenten den Zugang zu öffentlichen Bildungseinrichtungen zu ermöglichen und setzte sich für eine fortschreitende Integration der Rassen ein. Im politischen Alltag Washingtons jedoch verhielt er sich häufig zurückhaltend in Fragen der Rassentrennung, weil er die Opposition von demokratischen Kongressabgeordneten aus den Südstaaten fürchtete.

Trotz aller schwerwiegender politischen Probleme, mit denen JFK zu kämpfen hatte, wurden er und die First Lady Jacqueline in der Öffentlichkeit wie Popstars angesehen. Die Familie war ständig in den Medien präsent,  alle familiären Aspekte wurden öffentlich diskutiert. Dazu zählten sowohl Kennedys mutmaßliche Affären mit Marilyn Monroe und anderen als auch die Fehlgeburten und der Tod eines Sohnes zwei Tage nach der Geburt, die Jackie und der häufig Jack genannte JFK erleiden mussten.

Die Tragik, von der der Name Kennedy umgeben ist, trägt einen großen Teil zur besonderen Position des Präsidenten in der amerikanischen Geschichte bei. JFK war ein beliebter Präsident, dem große Verdienste zugeschrieben werden, obwohl er nur etwas mehr als zweieinhalb Jahre lang im Amt bleiben konnte. Sein vorzeitiger Tod bedeutete in vielerlei Hinsicht einen tiefen Einschnitt in den Geschichtsverlauf. Gerade der Präsident, der sowohl weltweit um Frieden als auch national um Verständigung bemüht war, fiel unter äußerst mysteriösen Umständen einem Attentäter zum Opfer - für viele Amerikaner war dies ein harter Schlag, der das Land über einen Zeitraum in einen Zustand der Unruhe zu versetzen schien.

John F. Kennedy wurde am 22. November 1963 während einer Autofahrt in einem Cabriolet in Dallas erschossen. Die Polizei nahm Lee Harvey Oswald als Täter fest, der zwei Tage nach seiner Verhaftung seinerseits ermordet wurde.  Bis zum heutigen Tag glaubt die Mehrheit der Amerikaner nicht an Oswald als allein handelnden Attentäter und vermutet eine groß angelegte Verschwörung hinter dem Anschlag; ein Gedanke, der angesichts vieler ungeklärter und fragwürdiger Umstände erhärtet wird. JFK, nach dem nach seinem Tod unzählige Straßen, öffentliche Einrichtungen und Plätze weltweit benannt wurden, hinterließ seine Frau Jacqueline, die fünf Jahre später den griechischen Reedereitycoon Aristoteles Onassis heiratete, seinen Sohn John Jr., der 1999 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam und die als Autorin und Anwältin arbeitende Caroline Kennedy.


 

 

 

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