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Las Vegas

 

Las Vegas Geschichte

Auch wenn man es den glitzernden, modernen Fassaden der Stadt nicht ansieht, so ist doch gerade Las Vegas ein Ort mit einer wechselhaften, facettenreichen Geschichte. Tausend Tode sind Las Vegas bereits prophezeit worden, doch die Stadt ist wohl unsterblich, egal ob sie sich gerade als Sin City  oder als Familienreiseziel vermarktet. Ein beständiger Aufschwung begleitete Vegas durch alle Höhen und Tiefen und formte aus dem einstmals einsamen Flecken in der Wüste eine der wichtigsten Städte der USA.

Der Name Las Vegas kommt vom spanischen Wort für die Wiesen und wurde zuerst von Mitgliedern einer Expedition benutzt, die den Westen der USA erkundete. Einige Brunnen im Las Vegas Valley sorgten damals für weitläufige grüne Flächen inmitten der Wüste. Diese Oase wurde einige Jahre später, 1844, auch von einer von John C. Frémont angeführten Gruppe von Wissenschaftlern und Armeegesandten besucht, in deren Berichten das grüne Tal auftauchte. Dorthin entsandte der Mormonenführer Brigham Young 1855 eine Delegation, die die hier lebenden Indianer zur Mormonenkirche bekehren sollten und zu diesem Zweck ein Fort in der Nähe des heutigen Downtown-Bereichs anlegten, die erste feste Bebauung in Las Vegas. Der Missionarsversuch scheiterte allerdings, das Fort blieb zunächst leerstehend zurück. Ein Farmer namens Octavius Gass zog 1865, von den Claims des Goldrauschs in California kommend, hierher und begann das Land in der Umgebung zu bewirtschaften. Viele Anhänger Brigham Youngs, die ihrem Anführer folgten, kamen über die Jahre auf dem so genannten Mormon Trail hier vorbei - der Legende zufolge war Gass´ kleine Station die beliebteste auf dem Trail, weil der Farmer inzwischen gelernt hatte, Wein herzustellen. Infolge finanzieller Schwierigkeiten musste Gass sein Land, das er inzwischen aus Arizona herausgenommen und dem Territorium Nevada angeschlossen hatte, an Archibald Stewart verkaufen, der es wiederum 1902 an die Eisenbahngesellschaft verkaufte, die ihre Streckenführung nach California durch das Land ziehen wollte.

Wie an so vielen anderen Orten im Land war es auch im Las Vegas Valley die Eisenbahn, die das Startsignal für die Entwicklung zur Metropole gab. Die Region wurde zu einem wichtigen Stop an der Strecke der San Pedro, Los Angeles and Salt Lake Railroad. Siedler begannen sich für das gut mit Wasser versorgte Tal zu interessieren und kauften Grundstücke entlang der Schienenstrecke. 1905 wurde Las Vegas gegründet und der erste von vielen Aufschwüngen, die noch folgen sollten, hielt bis 1917 an, als die örtliche Eisenbahngesellschaft in die Pleite ging. Die gerade erst entstandene Stadt starb wieder aus und auch der 1926 erfolgte Straßenanschluss an California durch einen Highway half ihr nicht wieder auf die Beine.

Der Hoover Dam, ab 1931 eigentlich als Boulder Dam errichtet, sorgte für den nächsten Schub in der Entwicklung der Stadt. Aus vielen Teilen des Landes kamen junge Männer in der Hoffnung, als Arbeiter an dem riesigen Bauprojekt angeheuert zu werden und obwohl der Bundesregierung, die den Damm errichten ließ, die kleine Stadt Las Vegas nicht ganz geheuer war und lieber eigene Quartiere für die Arbeiter außerhalb des Ortes errichten ließ, stieg die Bevölkerungszahl von Las Vegas schnell von 5000 auf 25000. 1937 floß der erste am Hoover Dam gewonnene Strom in Richtung Las Vegas, wo bereits sechs Jahre zuvor die erste Lizenz zum Betrieb eines Casinos erteilt worden war. Entlang der Fremont Street gab es zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere solcher Betriebe und der verfügbare Strom setzte den Startpunkt für die Entwicklung zur Casino- und Neon-Hauptstadt der Welt. Auch der neu errichtete Damm und der durch ihn aufgestaute Lake Mead erwiesen sich als Attraktion für Besucher, so dass der Bedarf an Hotels entstand.

1941 hielt die Armee Einzug in die Stadt und begann die bis heute fortbestehende starke Präsenz in der Stadt mit der Errichtung von Nellis Air Force Base, auf der heute knapp 9000 Menschen leben. Ebenfalls 1941 wurde das Casino El Rancho Vegas eröffnet, das damals erste Haus am heute weltbekannten Las Vegas Strip. Das weitere Wachstum im Gambling-Bereich konzentrierte sich trotzdem zunächst auf die Fremont Street, bevor 1946 das Casino The Flamingo am Strip eröffnete. Das Flamingo markierte den nächsten Wendepunkt in der Entwicklung der Stadt, denn mit diesem von Bugsy Siegel und Meyer Lansky errichteten Casino hielt weithin sichtbar die Mafia Einzug in Las Vegas. The Flamingo war nicht das erste Casinoprojekt der Mafia, die zuvor vornehmlich in Cuba und Florida investiert hatte. Für Siegel war das Flamingo zugleich ein Endpunkt - als das Casino keinen nennenswerten Profit abwarf und er in den Verdacht geriet, für sich selbst Geld entnommen zu haben, wurde von den Mafiabossen seine Ermordung angeordnet.

Mit der Eröffnung des Flamingo war eine neue Zeit in Las Vegas angebrochen, das in den Folgejahren immer deutlicher vom organisierten Verbrechen bestimmt wurde. Die Mafiabosse hatten die Profitmöglichkeiten im Gambling endgültig für sich entdeckt und ließen bis 1957 acht Casinohotels errichten, darunter das Tropicana und das Sahara. Obwohl die mafiösen Hintergründe der Casinoszene in Las Vegas ein weithin offenes Geheimnis waren, kamen immer mehr Touristen, 1954 schon mehr als acht Millionen. Dazu beigetragen hatte auch die Tatsache, dass die Casinobetreiber erkannt hatten, dass Attraktionen neben dem Gambling die Menschen anlockten und so die Erträge weiter steigen ließen. Stars wie Elvis Presley und vor allem das berühmte Rat Pack  um Frank Sinatra, Dean Martin und Sammy Davis Jr. verwandelten Las Vegas vom reinen Zockerparadies in eine Metropole des Entertainments. Zugleich machte das Rat Pack in Vegas Politik: Da sie sich weigerten, in Hotels aufzutreten, in denen Rassentrennung praktiziert wurde, sahen sich viele Casinos gezwungen, diese Diskriminierung aufzugeben.

Weitaus bedrohlicher als die Einflussnahme der Mafia erscheint im Nachhinein betrachtet die Tatsache, dass zwischen 1951 und 1992 auf dem gerade einmal 65 Meilen von Las Vegas entfernten Testgelände mehr als 900 Tests atomarer Bomben durchgeführt wurden, mehr als 100 davon überirdisch. Zu Beginn der Testaktivitäten waren die Folgen des Austritts radioaktiven Materials noch nicht bekannt, so dass viele Touristen nach Las Vegas reisten und stolz berichteten, vom Hotelzimmer am Strip aus die Atompilze in der Entfernung gesehen zu haben. Das Casino-Angebot in der Stadt breitete sich in der Zeit immer weiter aus. Hinzu kamen weitere wichtige Entwicklungen für die Stadt, unter anderem die Eröffnung des Convention Centers in 1959 und des McCarran Airports in 1948.

In den 1960er Jahren jedoch verlangsamte sich das Tempo des Fortschritts und die Stadt bekam landesweit einige negative Schlagzeilen. Las Vegas, zuvor als Stadt der eleganten Unterhaltung - wenn auch mit etwas zwielichtigem, aber in gewissem Sinne attraktiven Hintergrund - angesehen, erschien plötzlich in einem anderen Licht. Die Tageszeitung Las Vegas Sun hatte in einer Serie von Artikeln die mafiösen Hintergründe des Casinogeschäfts über jeden Zweifel hinaus aufgedeckt. Wo vorher viele Gerüchte und offene Geheimnisse waren, lagen nun die Fakten auf dem Tisch - Schwerverbrecher hielten die Stadt am Laufen, Bestechung, krumme Geschäfte, Geldwäsche und auch einige ungeklärte Todesfälle lagen nun offen. Dem Zugriff der Behörden der Stadt entzogen sich die Mafiosi noch, da der Strip zum allergrößten Teil gar nicht in der Stadt lag - und übrigens auch bis heute nicht liegt - sondern auf dem Areal der Stadt Paradise, doch durch die Veröffentlichungen waren auch die Behörden der Bundesregierung aufmerksam geworden. Eine Zeit lang gab es ernsthafte Bestrebungen, die gesamte Kontrolle über das Glücksspiel bei der Bundesregierung statt bei den einzelnen Bundesstaaten anzusiedeln, um ähnliche Entwicklungen wie in Las Vegas zu vermeiden. Vor allem dem Einsatz des Senators Pat McCarran, nach dem der Flughafen der Stadt benannt ist, ist es zu verdanken, dass aus dem Plan nichts wurde.

Zwischenzeitlich hatte sich Las Vegas ohnehin bereits wieder verändert. Kirk Kerkorian hatte 1968 das Flamingo übernommen und 1969 mit dem International Hotel das damals größte Hotel der Welt eröffnet - nur um sich selbst 1973 mit dem ersten MGM Grand wieder zu übertreffen. Zudem hatte der exzentrische Milliardär Howard Hughes die Stadt für sich entdeckt und lebte ab 1966 im Desert Inn, das er kurzerhand aufgekauft hatte, als ihn das Hotelmanagement nach Wochen aus dem Penthouse hinauskomplimentieren wollte. Das Desert Inn war das erste von Hughes´ Einkäufen. Nach und nach kaufte er insgesamt fünf Hotelcasinos aus den Händen der Mafia. Hughes verfolgte dabei den Plan, die nur scheinbare Noblesse der Mafiosi aus der Stadt zu vertreiben und durch echten Glamour und hochklassiges Entertainment zu ersetzen und Las Vegas wandelte sein Gesicht einmal mehr. In den 70er und 80er Jahren jedoch wandelte sich das Image erneut. Vegas wurde mit Stripshows und zwielichtigen Etablissements und einem langsam in die Jahre kommenden Image assoziiert. Als 1980 bei einem Großbrand das ehemalige MGM Grand Hotelcasino zerstört wurde, 87 Menschen starben und fast 800 verletzt wurden, erlitt die Stadt einen weiteren schweren Schlag.

Zurück an die Spitze der internationalen Tourismusdestinationen kehrte Las Vegas durch die Erkenntnis, dass sich Menschen von anderen Attraktionen als dem reinen Glücksspiel anziehen ließen. Es begann die Zeit der Themenhotels, der spektakulären Arrangements direkt am Bürgersteig, der Pools und der Buffets. Das ehemalige Sin City  wandelte sich zum Ziel von Familien und von immer mehr Besuchern, die gar nicht spielen wollten, sondern sich lieber von Restaurants, Spas und Shows verwöhnen ließen. Das 1989 eröffnete Mirage setzte erste Maßstäbe in Bezug auf die bald überall entstehenden Resorthotels, in denen Besucher alles unter einem Dach fanden. Der Las Vegas Boulevard wurde zu einer Meile der Fantasiegebilde, ein Disneyland für Erwachsene. Derweil führte die Fremont Street ein immer abgeschiedeneres Leben. Im Gegensatz zum sich ständig neu erfindenden Strip hatte sich an der Fremont Street lange Jahre gar nichts verändert; es dauerte eine Weile, bis die Besucher diesen nostalgischen Charme zu würdigen wussten. Viele Millionen Dollar flossen in die Renovierung der lange vernachlässigten Downtown-Casinos, die mit dem Projekt Fremont Street Experience und Neonopolis, einem Entertainmentkomplex, wieder zu den Attraktionen der Stadt gezählt werden konnten.

Inzwischen scheint auch die Ära des familientauglichen Las Vegas wieder vorüber zu sein. Der Vergnügungspark des MGM Grand wurde 2000 geschlossen und das Treasure Island verabschiedete sich vom Piratenthema und trat fortan als TI auf, mit Betonung auf Chic und Style. Die neuen Projekte von Wynn, MGM Mirage Group und anderen, für die bereits viele traditionellere Casinohotels wie das Stardust geschlossen und abgerissen wurden, erinnern eher an die Glas- und Betonfassaden von Chicago oder New York City. Urbane Eleganz, modernes Design, Lounges und Luxus sowie immer mehr Hotelzimmer sprechen aus den Entwürfen etwa für City Center, SLS oder  Resorts World. Deutlich wurde die Abkehr vom bunten Familienentertainment auch im Marketing des Tourismusbüros der Stadt - der neue Slogan What happens here, stays here  holt zumindest vorerst ein bisschen von Sin City zurück nach Las Vegas. 


 

 

 

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