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Lincoln Highway
 

NE Lincoln Highway Omaha

Noch bevor die Route 66 ihren Siegeszug als berühmteste aller Ost-West-Verbindungen Amerikas gebaut wurde, gab es schon einen Highway, der den Weg durch das ganze Land für das damals noch junge Automobil erschließen sollte. Der Lincoln Highway führte vom Times Square in Manhattan, New York City, bis zum Lincoln Park in San Francisco. Die Straßenverbindung wurde 1913 freigegeben.Der Lincoln Highway existiert heute nicht mehr - abgesehen von einem im Original erhaltenen, kurzen Abschnitt bei Omaha, Nebraska (Foto) -, doch man kann dem Verlauf an vielen Stellen noch heute folgen und damit eine interessante Entdeckungsreise durch die USA unternehmen. 

Strecke
Der Highway begann in New York City und ging von dort - ursprünglich per Fähre, ab 1927 durch den Holland Tunnel - direkt nach New Jersey. Hier ging es nach Newark und über die heutigen Routes 27 und 206 nach Elizabeth und Trenton. Anschließend folgt der Abschnitt in Pennsylvania. Hier entspricht in weiten Teilen die heutige Route 30 dem Lincoln Highway. Man kommt auf ihr unter anderem durch Lancaster, Pittsburgh und Philadelphia. 1927 erfolgte eine Änderung des Streckenverlaufs, um West Virginia mit zu berühren, hier ebenfalls auf der heutigen US 30. In Ohio verläuft die Strecke durch die ländliche Mitte des Bundesstaats, von Canton nach Dalton, Ashland und Sandusky. Weiter auf der heutigen Route 30 geht es nach Fort Wayne in Indiana und dann ab South Bend auf der heutigen Route 20. Später wurde der Streckenverlauf in Indiana gekürzt und folgte ausschließlich dem Verlauf der Route 30. In einigen Orten entlang dieser Strecke lassen sich noch Reste des Highways finden, während die Route 30 heute meist über Umgehungsstraßen um die Orte herum geführt wird.

In Illinois wird Chicago weiträumig umgangen, weil das Verkehrsaufkommen dort den Langstreckenverkehr aufhalten würde. Stattdessen geht es von Aurora über die Illinois Routes 31 und 38 nach Dixon. In Iowa geht es über kleinere Straßen nach Cedar Rapids und anschließend wieder über mehrere kurze Abschnitte auf vorrangig lokalen Straßen Ogden und Grand Junction, wo der Verlauf der Route 30 nach Nebraska wieder aufgenommen wird. Dort verläuft der Lincoln Highway entlang mehrerer Sehenswürdigkeiten in Omaha, wo sich zwischen 174th und 203rd Street ein Abschnitt mit Original-Bodenbelag befindet. Hinter Omaha geht es auf der Strecke der US 30 weiter nach Fremont, Grand Island und North Platte. Der kurze Abschnitt, der ursprünglich als Nebenstrecke geplant war, um Colorado und Denver einzuschließen, wurde kurz darauf wieder fallen gelassen, so dass die eigentliche Strecke in Wyoming weitergeht. Hier geht es ab Pine Bluffs über kleinere Straßen, bevor man auf den heutigen Interstate 80 stößt, der nach Cheyenne und Laramie führt, bis es über Route 530 nach Evanston weiter geht. Auch in Utah muss man heute dem Interstate folgen und es gab zahlreiche Änderungen und Umwege hinter Salt Lake City. Bei Wendover erfolgt der Übergang nach Nevada, wo man über County Roads nach Ely und dort auf die Route 50 kommt. Bei Fallon teilt sich die Strecke in eine südliche und eine nördliche Route auf, um die Sierra Nevada zu durchqueren. Erst in Sacramento in California kommen die beiden Streckenführungen wieder zusammen. Die originale Route führt von hier über Stockton und Oakland zur Fähre nach San Francisco, später wurde die Strecke geändert, als eine Brückenverbindung verfügbar wurde. Der Endpunkt des Lincoln Highway ist der Springbrunnen am Legion of Honor Museum im Lincoln Park.        

Lincoln Hwy Verlauf

Geschichte und Entwicklung
Ende des 18. Jahrhunderts gab es in den USA eine Bewegung namens Good Roads Movement, die sich für eine Verbesserung der Infrastruktur außerhalb großer Städte einsetzte. Die Bewegung kümmerte sich ursprünglich um die Interessen der Radfahrer, wurde aber zur treibenden Kraft für eine Straßenverbindung durch das ganze Land. Die Idee war damals ein Novum, denn längere Reisen wurden mit der Eisenbahn erledigt. Die Verantwortung für Straßen lag auf lokaler Ebene, so dass Verbindungen zwischen benachbarten Orten längst nicht überall entstanden. Carl G. Fisher griff diesen Gedanken 1912 auf. Fisher, der später Miami Beach entwickelte, hielt das Patent für Autoscheinwerfer und war dadurch reich geworden. Er trommelte einflussreiche Freunde aus der Branche zusammen und sammelte Spenden ein, um das Projekt in die Tat umzusetzen. Die Idee hatte das Ziel, Automobile populärer zu machen, zu diesem Zweck wurde die Lincoln Highway Association gegründet.

Anfangs war die Planung relativ einfach, doch westlich des Mississippi bestand noch so gut wie gar kein Straßennetz. Die Kommission, unterwegs mit mehreren Fahrzeugen, quälte sich durch Matsch und Sand und schaffte es schließlich nach über einem Monat nach San Francisco, wo sie von einer begeisterten Menge empfangen wurde. Überall waren die Kommissionsmitglieder herzlich willkommen geheißen worden, denn viele kleine Orte erhofften sich einen nachhaltigen Aufschwung durch den Highway. Als die Route schließlich festgelegt wurde, war weniger als die Hälfte der Strecke befestigt. Um dieses Problem zu beheben, schufen die Erfinder des Lincoln Highway später sogenannte “Seedling Miles”,das waren kurze, perfekt ausgebaute Strecken, die als Muster dienen und zum Weiterbau durch örtliche Behörden sollten. Die Eröffnung erfolgte am 31. Oktober 1913, mit Volksfesten und Feuerwerk in zahlreichen Orten entlang der Straße.

Mit den zu jener Zeit verfügbaren Autos brauchte man gut drei, manchmal vier Wochen, um die ganze Strecke zu absolvieren. Tankstellen allerdings waren rar und Fahrer mussten Vorsichtsmaßnahmen treffen. Ähnliches galt für Unterkünfte - an manchem Ort gab es keine andere Möglichkeit als Camping. Die Entwicklung des Automobilverkehrs verlief aber so schnell, dass die Lincoln Highway Association letztlich von der Zeit überholt wurde. Die Bundesregierung und die Bundesstaaten bauten eigene Straßen, das System der nummerierten Highways entstand. Die gesamte Strecke von Pennsylvania bis Wyoming erhielt die Bezeichnung US Route 30, aber nicht die ganze Strecke bis San Francisco. Der Lincoln Highway als erste transkontinentale Verbindung durch das ganze Land hatte seine Bedeutung verloren.

 

Lincoln Highway heuteLincoln Highway sign
Für Freunde von Road Trips und Nostalgiker ist der Lincoln Highway natürlich eine verlockende Strecke und gelegentlich veranstaltet die Association solche Fahrten zu besonderen Anlässen. Die Route führt dann über die nummerierten Straßen, die am ehesten dem Verlauf der Originalstrecke entsprechen. Im Alltagsleben dagegen ist der Highway nur noch stellenweise zu finden. Mancherorts befindet sich noch ein Hinweisschild oder einer der Markierungssteine, die auf die historische Strecke hinweisen. Verschiedentlich sind einzelne Abschnitte in das nationale Denkmalschutzprogramm aufgenommen worden, darunter jener in Omaha und drei weitere kurze Strecken in Nebraska. In Utah befindet sich eine schmale Holzbrücke, die einmal zur Strecke gehören sollte; die Lincoln Highway Bridge liegt heute auf militärischem Gebiet im Tooele County. Frei zugänglich sind dagegen mehrere Abschnitte in Iowa. Dazu gehört eine 1914 erbaute Brücke in dem Ort Tawa, deren Geländer aus den aus Stein gemeißelten Worten “Lincoln Highway” besteht. Am ehesten fündig wird der Nostalgie-Reisende im Greene County. Etwas außerhalb von Grand Junction in Buttrick’s Creek kann man ein 180 Meter langes Stück besichtigen, das bei der Begradigung einer Kurve stillgelegt wurde. Ein anderes erhaltenes Stück ist noch Bestandteil einer Straße. Es ist knapp sechs Kilometer lang und befindet sich als Teil der County Road E53 zwischen den Feldern im Raccoon River Valley.

 

Sehenswürdigkeiten am Lincoln Highway
Als der Lincoln Highway eingerichtet worden war, eröffnete das für viele Orte und Geschäfte an der Strecke die erste Gelegenheit, Gäste und Kunden von außerhalb zu gewinnen. Entsprechend ließ man sich mancherorts etwas einfallen, um Reisende auf sich aufmerksam zu machen. 

Das Mittel der Wahl in jenen Zeiten waren vor allem überdimensionale Figuren. Am Straßenrand aufgebaut, waren diese für den Reisenden schon aus weiter Entfernung sichtbar und motivierten die Fahrer zu einem Zwischenstopp. Einige dieser Figuren sind im Jahr 2008 von Schülerinnen und Schülern originalgetreu rekonstruiert worden, darunter ein riesiger Vierteldollar, den Nachbau eines Pickups aus den 1920er Jahren und eine fast acht Meter hohe Zapfsäule. Diese Kunstwerke wurden entlang des Lincoln Highway Heritage Corridors aufgestellt. Dieser Abschnitt zur historischen Ehrung des Lincoln Highways erstreckt sich über rund 200 Meilen von North Huntingdon nach Gettysburg in Pennsylvania. Im Ort Latrobe befindet sich ein kleines Museum namens Lincoln Highway Experience. 


 

 

 

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