Kentucky

 

Mammoth Cave Nationalpark

Der Mammoth Cave National Park in der MItte von Kentucky umfasst einen Teil der gleichnamigen Höhle, die wiederum mit einer Gesamtlänge begehbarer Wege von 640 Kilometern als das am weitesten ausgedehnte Höhlensystem der Welt gilt. Der Nationalpark hat eine Gesamtfläche von mehr als 21.000 Hektar, besteht seit 1941 und ist seit 1981 UNESCO-Welterbe sowie seit 1990 internationales Biosphärenreservat. Für Besucher werden verschiedene Touren angeboten, um das Höhlensystem zu erkunden. Die Höhle ist Heimat einiger außergewöhnlicher Tierarten - Spuren der im Namen vorkommenden Mammuts wurden innerhalb der Grenzen des Nationalparks allerdings nie gefunden.

KY Mammoth Cave Nationalpark

Der Nationalpark ist ganzjährig geöffnet, wobei das Visitor Center täglich ab 8:15 Uhr zur Verfügung steht. Die Anreise erfolgt über den Interstate I-65. Von diesem aus nimmt man die Ausfahrt 53 Cave City (aus Richtung Louisville kommend) beziehungsweise Ausfahrt 48 Park City (aus Richtung Nashville kommend), von dort aus folgt man jeweils den Hinweisschildern zum Mammoth Cave Parkway. Aus Louisville dauert die Fahrt zum Haupteingang des Nationalparks etwa 1,5 Stunden.

Das Kalksteingebilde der Mammoth Cave ist wegen einer stellenweisen Durchmischung mit Sandstein bemerkenswert stabil und vergleichsweise gut vor dem Eintreten von Wasser geschützt. Der Stein stammt nach Meinung von Experten aus dem Erdzeitalter des Mississippium, das mehr als 320 Millionen Jahre zurückliegt. In den Höhlen gefundene, mumifizierte Überreste von Menschen stammen aus präkolumbischen Zeiten. Der Überlieferung zufolge wurde das Höhlensystem 1797 erstmals von nicht-indianischen Entdeckern betreten; angeblich von Francis Houchin, als dieser auf der Jagd nach Bären war. Im Anschluss daran steig das Interesse an der Gegend schnell, allerdings nicht aus Gründen der Forschung, sondern weil sich aus den hier abgelagerten Calciumnitrat Salpeter gewinnen ließ, was wiederum als Schießpulver von der amerikanischen Armee dringend benötigt wurde. Der touristische Wert der Höhlen wurde erst später erkannt, in erster Linie von Franklin Gorin, der sie 1838 mit dem Ziel kaufte, sie als Sehenswürdigkeit zu betreiben. Einer von Gorins Sklaven, Stephen Bishop, fungierte als Tourguide und legte die erste umfassende Karte des Höhlensystems an, in das er tiefer als jeder andere vor ihm vordrang, Die mitunter auftretende Behauptung, Bishop habe Mammoth Cave auch als Versteck im Rahmen der Underground Railroad genutzt, konnte wissenschaftlich nicht belegt werden. Später diente die Höhle kurzzeitig als Krankenhaus für Tuberkulose-Patienten, danach jedoch gewann sie als Touristenattraktion immer mehr an Bedeutung - sogar so sehr, dass mit den Besitzern anderer Höhlen in der weiteren Umgebung ein regelrechter Kampf um Touristen einsetzte. In diese Zeit fiel auch eine noch genauere Kartographierung der Mammoth Cave durch den deutschen Ingenieur Max Kämper im Jahr 1909.

Mit diesen umfangreichen Daten ausgestattet, formierte sich ab 1926 eine private Initiative, die für die Errichtung eines Nationalparks eintrat. Bis dies 1941 tatsächlich realisiert wurde, mussten jedoch zahlreiche Auseinandersetzungen beigelegt werden, denn viele der für den Park benötigten Ländereien über der Höhle waren in Privatbesitz und bewohnt. Bis der Nationalpark Mammoth Cave Wirklichkeit wurde, mussten zahlreiche Anwohner mal mehr, mal weniger freiwillig, ihren Grundbesitz aufgeben, so dass es in Kentucky bis zum heutigen Tag viele Menschen gibt, die dem Park nicht positiv gegenüber stehen.

Interessanterweise muss das Gesamtbild der Mammoth Cave immer weiter als nicht vollständig angesehen werden, denn immer wieder finden Expeditionen neue Seitenarme, Eingänge und Verbindungen zu angrenzenden Höhlen. Zuletzt wurde die Gesamtlänge von Mammoth Cave 2005 um einige Kilometer korrigiert, als eine solche Verbindung dokumentiert werden konnte. Es ist davon auszugehen, dass weitere Erkundungen zu neuen Korrekturen führen werden.

Auch so jedoch gibt es für Touristen genug zu erkunden. Die Park Rangers bieten viele unterschiedliche Touren an; im Sommer gibt es über 30 Möglichkeiten, an einer Tour teilzunehmen. Diese werden mit unterschiedlichen Schwerpunkten angeboten sowie natürlich schon allein auf Grund der Größe des gesamten Komplexes mit unterschiedlichen Streckenführungen. Je nach Auswahl sind Besichtigungstouren zwischen einer Stunde und sechs Stunden Dauer möglich. Genaue Informationen zu Startzeiten und Schwerpunkten der einzelnen Tourangebote gibt es im Besucherzentrum. Zum Programm gehören unter anderem Touren, bei denen das einzige Licht von den Paraffin-Lampen der Gäste stammt. Andere Touren beschäftigen sich ausführlicher mit den seltsamen Arten, die in diesem ungewöhnlichen Lebensraum vorkommen. Dazu gehören mehrere, zum Teil seltene Fledermausarten, daneben aber auch ein Höhlensalamander und zwei Arten von Blindfischen, die in den unterirdischen Gewässern vorkommen. Von den Fledermäusen gab es einst mehrere Millionen in der Höhle, heute sind die Bestände auf einige Tausend Tiere geschrumpft.

Auch oberirdisch hat der Mammoth Cave Nationalpark einiges zu bieten. Hier gibt es 28 Wanderwege mit Längen zwischen 0,5 und 13 Kilometern; die Wege dürfen auch mit Fahrrädern befahren werden. In einem Gebiet nördlich des Green River, der den Nationalpark in zwei Hälften teilt und mit einer Fähre überquert werden kann, ist außerdem auch Reiten erlaubt. Zusätzlichen Freizeitwert bieten die Flüsse Green River und Nolin River, auf denen man mit Kanus oder Kajaks unterwegs sein kann; drei Anbieter verleihen solche Boote. Angeln ist ebenfalls möglich, vom Schwimmen wird wegen der verhältnismäßig starken Strömungen dringend abgeraten. Übernachtungen innerhalb der Parkgrenzen sind im Mammoth Cave Hotel möglich, daneben gibt es drei gut ausgestattete Campingplätze und weitere Stellen, an denen man sein Zelt aufschlagen darf. 

 

 

Mehr Informationen auf den Seiten des National Park Service.


 

 

 

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