Washington

 

Mount Rainier Nationalpark

WA Mount Rainier 2

Der 4392 Meter hohe Schichtvulkan des Mount Rainier und seine Nebengipfel sind das bestimmende Element der Region zwischen Seattle und Tacoma und kann an klaren Tagen sogar vom kanadischen Victoria oder von Portland, Oregon, aus gesehen werden. Mount Rainier bildet den Mittelpunkt des gleichnamigen Nationalparks im Westen des Bundesstaats Washington, der bereits 1899, als einer der ersten Nationalparks des Landes, eröffnet wurde und heute rund eine Million jährliche Besucher zählt. Neben dem Vulkan, der ein Teil des Gebirgszugs der Cascade Range ist, sind die Gletscher auf dessen Flanken, seine Flüsse und Berge und vor allem die subalpinen Landschaften die wichtigsten Attraktionen des Nationalparks.

Fast das gesamte Parkgebiet ist als Wildnis ausgewiesen und ermöglicht so den höchsten Schutzgrad für die hier lebenden Tiere und Pflanzen. Zu diesen gehören unter anderem Schwarzbären, Marder, Pumas, Kojoten, Waschbären, Fledermäuse, Wapitis, diverse Frosch- und Salamanderarten, aber auch Schlangen und mehr als 200 Vogelarten. Der Grund für diese Artenvielfalt liegt in den verschiedenen Landschaftstypen, die innerhalb der Parkgrenzen zu finden sind. Neben den Gletschern und Schneefeldern sind dies auch die erstarrten Lavafelder und die Landschaften an den Ufern der Flüsse, die aus den Gletschern entspringen. Die Gefahr eines Ausbruchs des Vulkans besteht derweil immer weiter, auch wenn der letzte beobachtete Ausbruch aus dem Jahr 1894 datiert. Dennoch: Einige kleinere Erdbeben und seismische Aktivitäten werden jedes Jahr nahe der Spitze des Vulkans registriert und zur Sicherheit sind Evakuierungsrouten am Berg ausgewiesen. Mount Rainier zählt zu den Vulkanen, deren Ausbruch die schwerwiegendsten Folgen weltweit haben würde; allein mehr als 100.000 Menschen leben in Gebieten, in die sich die Lava bei früheren Ausbrüchen ergossen hatte.

Die ersten Spuren der Ureinwohner, die man in dieser Region gefunden hat, gehen rund 5000 Jahre zurück. Ständig bewohnt war die Gegend nach den Erkenntnissen der Forscher aber wohl eher nicht. 1893 wurde hier ein Nationalwald eingerichtet, Präsident McKinley machte daraus 1899 einen Nationalpark, damals der fünfte, der im Land entstand. Die historischen Gebäude, die im Park zu finden sind, darunter die Besucherzentren, haben dem Nationalpark zudem 1997 den Status eines National Historic Landmark eingebracht.

An der Südseite des Berges befindet sich, auf einer Höhe von rund 1600 Metern, die Ortschaft Paradise, die aus einigen wenigen Gebäuden besteht. Dazu gehört das Paradise Inn, ein im Jahr 1916 ausschließlich aus in der Region gefundenen Materialien erbautes Hotel. Nach einem umfangreichen, zweijährigen Umbau wurde das Paradise Inn 2008 wiedereröffnet. Seit den 1930er Jahren befinden sich hier auch ein Golfplatz und ein Skilift. Gleich nebenan befindet sich das Henry M. Jackson Visitor Center (von Oktober bis Mai nur an Wochenenden geöffnet, im Sommer täglich 10-17 Uhr). Das ursprüngliche Gebäude des Besucherzentrums ist inzwischen abgerissen und 2008 durch einen Neubau ersetzt worden. Neben vielen Informationen zum Nationalpark können Besucher hier auch mehr über die Rangerprogramme erfahren und sich in der Cafeteria stärken. Paradise ist einer der schneereichsten Orte der Welt, in jedem Winter fallen hier mindestens acht Meter Schnee. Dieser Abschnitt des Nationalparks ist der meistbesuchte des Mount Rainier.

Ein weiteres Besucherzentrum befindet sich einige Kilometer hinter dem Nisqually-Eingang zum Park. Dieser Abschnitt heißt Longmire und auch hier gibt es Unterkünfte für Besucher - die einzigen im Nationalpark, die ganzjährig geöffnet sind. Zudem befindet sich in rund 3,5 Kilometern Entfernung ein Campingplatz. Im Abschnitt Longmire befindet sich das Administrationszentrum des Nationalparks sowie ein kleines Museum, das über Geschichte und Bedeutung des Mount Rainier informiert. Die Einfahrt Nisqually ist die einzige, die das ganze Jahr über geöffnet ist. Die Zufahrt erfolgt über die Straße SR706, auf die man im Ort Elbe abbiegt. Nach der Einfahrt kann man die Westside Road wählen, die auf den ersten drei Meilen für Autos geöffnet ist. Die Straße von der Einfahrt hinüber zum Abschnitt Paradise ist allerdings im Winter geschlossen, auch viele andere Verbindungen innerhalb des Parks sind nur außerhalb der Wintermonate passierbar. Ein weiterer Zugang zum Nationalpark befindet sich auf der östlichen Seite, diesen erreicht man am besten über die vom Interstate I-90 abzweigende US 12, da auch die anderen verfügbaren Zufahrtsstraßen häufig gesperrt sind. So gibt es in Sunrise eine historische Lodge, die allerdings nur für wenige Wochen im Sommer geöffnet ist. Das Besucherzentrum in Sunrise ist von Juli bis Anfang September geöffnet. In der Nähe des Visitor Centers befindet sich ein im Sommer geöffneter Campingplatz mit mehr als 100 Plätzen. Es gibt zwei weitere größere Campingplätze im Park, einen im Abschnitt Longmire und einen im Nordosten. Reservierungen sind jeweils erforderlich. 

Eine besondere Sehenswürdigkeit im Mount Rainier National Park ist das kleine Stück Regenwald. Begünstigt durch das feuchte, vom Pazifik herüber getragenen Klima hat sich im nordwestlichen Abschnitt ein Regenwald entwickelt, den man am besten über den Eingang “Carbon River” erreicht, der wiederum vom Highway 165 aus zu finden ist. In der Nähe des Regenwalds, durch den ein kurzer Spazierweg führt, befindet sich auch bereits einer der Gletscher des Nationalparks.  

An allen Punkten im Nationalpark bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, um die Natur zu entdecken. Die meisten Besucher erfreuen sich an den weiten Wiesen voller Wildblumen. In Sunrise gibt es mehrere solcher Wiesen, die als Yakima Park bezeichnet werden und die im Sommer mit ihrer bunten Vielfalt zahlreiche Wanderer anziehen. Auch Radfahren ist auf einigen der Strassen gestattet, so kommt man etwa über die Morwich Lake Road zu einem schönen Bergsee. Noch beliebter allerdings sind die vielen, bunt blühenden Wiesen im Abschnitt Paradise. Dort, wie auch an den anderen erschlossenen Punkten des Nationalparks, finden Besucher ein ausgedehntes Netz an Wanderwegen unterschiedlicher Länge und mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Darüber hinaus bieten die Seen des Nationalparks die Möglichkeit zum Kanufahren, auch Angeln ist gestattet, allerdings benötigt man dafür einen Erlaubnisschein (permit). Ebenfalls möglich ist das Bergsteigen; viele Besucher haben den Mount Rainier bereits erfolgreich bestiegen.

Die beliebteste Freizeitbeschäftigung der Besucher bleibt aber das Wandern. Der längste der Wege ist der 1915 eröffnete Wonderland Trail, der über eine Länge von etwa 150 Kilometern einmal rund um den Mount Rainier herum führt. Wollte man den gesamten Weg absolvieren, so müsste man mindestens zehn Tage einplanen, doch der Wonderland Trail führt durch alle verschiedenen Landschaften und Lebensräume des Nationalparks und so ist es lohnend, wenn man in den einzelnen Abschnitten nur einen Teil des Weges in Angriff nimmt. Insgesamt ist der Weg recht beschwerlich und führt aber zahllose Auf- und Abstiege, der höchste Punkt liegt auf 2060 Metern, der tiefste auf 710 Metern, Möglichkeiten zum Camping liegen jeweils einen Tagesmarsch entfernt. Die Ausblicke jedoch belohnen für die Strapazen; Wanderer entdecken alpine Wälder, Blumenwiesen, Seen und Flüsse und immer wieder neue Ausblicke auf den Berg.


 

 

 

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