Nebraska

 

Lincoln

NE Lincoln cityscape

Einwohner:

277.300

Lage:

Südosten von Nebraska

Gründungsdatum:

1. April 1869

Offizielle Flagge:

Lincoln_Nebraska

Vier Jahre nachdem US-Präsident Abraham Lincoln ermordet worden war, erhielt ein recht kleiner Ort von etwa 500 Einwohnern am Ufer des Salt Creek das Stadtrecht. Bis dahin war die Kleinstadt, die erst ein paar Jahre zuvor überhaupt entstanden war, unter dem Namen Lancaster bekannt und war sogar schon als Hauptstadt des 1867 entstandenen Nebraskas eingetragen. Mit der Erteilung der Stadturkunde änderte sie ihren Namen in Erinnerung an den ehemaligen Präsidenten. Das Land war zuvor von sogenannten “Homesteaders” besiedelt worden, Neuankömmlingen von der Ostküste, die ein Stück Land erhielten gegen das Versprechen, es zu bewirtschaften. Mit der neugewonnen Bedeutung und der Entwicklung zum Eisenbahnknotenpunkt begann die Stadt schnell zu wachsen, bis 1900 lebten schon fast 40.000 Menschen in Lincoln. Weitere Neubürger, darunter zahlreiche Wolgadeutsche, führten mit ihrem Bedarf dazu, dass nach und nach umliegende Orte annektiert und dem Stadtgebiet zugeschlagen wurden. Lincoln blieb weiter ein wichtiger Knotenpunkt für Verkehrswege, erhielt Anschluss an das Fernstraßennetz und hatte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts schon drei Flugfelder. In den 1970er Jahren wurde Lincoln eine der Städte, die einen besonders hohen Anteil an Flüchtlingen aufnahmen; seitdem gibt es ethnische Viertel in der Stadt, die von Irakern, Vietnamesen und Burmesen geprägt werden. Bei der Volkszählung 2000 überstieg Lincolns Einwohnerzahl erstmals die Marke von 200.000.

Der Veranstaltungskalender von Lincoln weist eine Vielzahl jährlicher Events auf. Dazu gehört ein Marathonlauf im Mai, eine Science-Fiction-Convention im April und ein Schauspielfest im Juni. Dieses, das International Thespian Festival, dauert eine WocheNE Lincoln Memorial Stadium1 und umfasst zahlreiche Workshops für Schauspielgruppen von Schulen. Fragt man die Einwohner von Lincoln, so werden alle diese Veranstaltungen aber in ihrer Bedeutung übertroffen von Football. Die Nebraska Cornhuskers, das Team der University of Nebraska, ist der ganze Stolz der Stadt und eines der erfolgreichsten College-Teams des ganzen Landes. Viele Spieler der Cornhuskers haben nach ihrer Zeit beachtliche Karrieren in der NFL gehabt. Footballsaison ist im Herbst und Winter und wenn man mal in Lincoln ist, sollte man sich ein Heimspiel der Cornhuskers eigentlich nicht entgehen lassen, doch das ist gar nicht so einfach: Seit 1962 ist jedes einzelne Spiel ausverkauft gewesen. Heimat der Mannschaft ist das Memorial Stadium (600 Stadium Drive, Besichtigungen und Touren möglich), das schon 1923 erbaut und seitdem viele Male umgebaut und ausgebaut wurde und inzwischen nicht weniger als 86.000 Sitzplätze aufzuweisen hat. Das Stadion und die von den Fans geschaffene Atmosphäre ist einzigartig im ganzen Land berühmt.

Wer beim Football kein Glück hat, findet vielleicht Spaß am Basketball. Das Team der Universität spielt vor bis zu 15.000 Zuschauern in der Pinnacle Bank Arena, die 2013 neu eröffnet wurde. Wenn hier keine Sportveranstaltungen stattfinden, wird die moderne Arena für Konzerte und ähnliche Events genutzt. Erinnerungen an Höchstleistungen der Vergangenheit finden Besucher dagegen im Museum of American Speed (599 Oak Creek Drive, geöffnet Mai-September an jedem Werktag 12-16:30 Uhr, Oktober-April nur montags und freitags), das sich seit seiner Eröffnung 1992 mit der Geschichte des Automobilrennsports in Amerika beschäftigt. 

Die wichtigste Sehenswürdigkeit von Lincoln ist das Nebraska State Capitol, Sitz des Parlaments und des Gouverneurs von Nebraska. Das Gebäude, das nach zehnjähriger Bauzeit 1932 fertiggestellt wurde, wird auch als “Tower on the Plains” bezeichnet, denn der 120 Meter hohe Turm ist weithin sichtbar und ist das höchste Bauwerk der Stadt sowie das zweithöchste Capitol im Land. An der Fassade des Gebäudes befinden sich zahlreiche von Künstlern gestaltete Ornamente, Skulpturen und Mosaiken. Auf der Spitze der Kuppel befindet sich die Skulptur “The Sower”, die einen Saatgut verstreuenden Farmer zeigt. Im Inneren des Gebäudes befinden sich Wandbilder mit Szenen aus Nebraska und weitere Kunstwerke. Führungen durch das Capitol werden jeweils zur vollen Stunde angeboten. Wer einmal vor Ort ist, sollte sich auch einen Moment nehmen und das Lincoln Monument ansehen, das sich auf dem Gelände des Capitols befindet. Das Bronzedenkmal, das Lincoln stehend zeigt, wurde von Daniel Chester French erstellt, der später das Lincoln Memorial in Washington DC schuf. Der Wohnsitz des Gouverneurs liegt gegenüber dem Capitol; dieser ist für Besucher nicht zugänglich.

Die meisten Besucher zieht es in den Stadtteil Haymarket. Dieser Bezirk besteht zu einem großen Teil aus ehemaligen Lagerhäusern und Fabrikgebäuden, die in den letzten Jahrzehnten in Wohn- und Bürogebäude umgewandelt worden sind, mit Restaurants und interessanten Läden im Erdgeschoss. Doch beim Shoppen und Schlemmen sollte man es in Lincoln nicht belassen, denn die Stadt hat noch einiges mehr zu bieten, zum Beispiel mehrere interessante Museen. Zu diesen gehört das Museum of Nebraska History (131 Centennial Mall North, geöffnet Montag-Freitag 9-16:30, Wochenende ab 13 Uhr), das die Geschichte und Vorgeschichte des Bundesstaates darstellt. Ebenfalls um Geschichte, aber in erster Linie um Kunst geht es im 1981 eröffneten Great Plains Art Museum (1155 Q Street, geöffnet Dienstag-Samstag 10-17 Uhr), das zum Fachbereich Great Plains Studies an der University of Nebraska gehört.  Das Museum zeigt Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen und Fotos von Künstlern aus Amerikas Herzland, dazu kommen wechselnde Ausstellungen. Noch mehr Kunst gibt es im Sheldon Museum of Art zu sehen (R Street & 12th Street, geöffnet Dienstag-Samstag 10-17 Uhr, Sonntag 12-17 Uhr). Das Museum befindet sich ebenfalls auf dem Campus der Universität. Dem Sheldon Museum gehören rund 12.000 Werke der amerikanischen Kunst, darunter viele Werke aus dem Bereich der Landschaftsmalerei, aber auch Skulpturen und Fotografien.  

Wer dann erstmal genug von der Kultur hat, findet in Lincoln auch Erlebnisse in und mit der Natur. Besonders beliebt bei Besuchern und Einheimischen zugleich sind die Sunken Gardens (S 27th Street). Diese Gartenanlage, in der jedes Jahr ein neues Themenmotiv zum Blühen gebracht wird, entstand 1930 auf einer ehemaligen Mülldeponie. Wunderbar geeignet für Spaziergänge und ruhige Minuten, gibt es in den Sunken Gardens auch Teiche und einige Skulpturen zu entdecken. Auf dem östlichen Campus der Universität befindet sich das Maxwell Arboretum, ein botanischer Garten mit Schwerpunkt auf Bäumen. Ein Abschnitt des botanischen Gartens wird für einen Rhododendron-Versuchsgarten genutzt und es gibt einen Prärie-Abschnitt mit Wildblumen und verschiedenen Gräsern. Schließlich gibt es in Lincoln noch den Zoo, der hier als Children’s Zoo (27th Street) firmiert und tatsächlich in erster Linie darauf ausgerichtet ist, Kindern ein interaktives Erlebnis mit Tieren zu vermitteln. Der Tiergarten bietet wechselnde Aktionen an und zeigt Tiere in einer den natürlichen Lebensräumen nachempfundenen Umgebung. Zum Angebot gehört ein Schmetterlingspavillon, eine Bühne für Vorführungen und Lernprogramme und mehrere Spielplätze.       


 

 

 

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