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Die Tea Party entspricht dem, was in den USA als grassroots movement (Graswurzelbewegung) bezeichnet wird, also eine Initiative, die sich aus dem Zusammenfinden “einfacher” Leute begründet hat. Die Anhänger der Bewegung, die aus mehreren, zunächst lokalen Protesten gegen Gesetzesvorhaben entstand, haben entsprechend diverse Interessen und politische Ansichten. Einig ist die Masse der Anhänger zumeist nur in ihrer Ablehnung zu tiefer Eingriffe des Staats in private Lebenswelten und zu hoher Besteuerung der Bürger; zu beinahe allen anderen Politikthemen gibt es innerhalb der Tea Party divergierende Meinungen. Generell kann man die Bewegung als konservativ, oftmals rechts von der Republikanischen Partei ansiedeln.
Erste, privat geplante Protestveranstaltungen, die später als Geburtsstunde der Tea Party bezeichnet wurden, gab es im Januar und Februar 2009 in New York City und Seattle. Zu einer nationalen Bewegung wuchs sich die Tea Party nur kurz darauf aus, angestoßen durch den in einer Fernsehsendung im Februar geäußerten Vorschlag, Wertpapiere in den Chicago River zu werfen, statt den Erhalt von in der Finanzkrise beschädigten Banken über Regierungsprogramme und damit Steuergelder zu finanzieren. Mit dem Wurf ins Wasser wurde die Erinnerung an die historische Boston Tea Party vom Dezember 1773 geweckt, als aus Protest gegen die britische Steuerpolitik kistenweise englischer Tee ins Hafenbecken von Boston gekippt worden war. Bereits im April 2009 kamen bei mehr als 750 Protestveranstaltungen (tea parties) im ganzen Land insgesamt über eine halbe Million Menschen zusammen, um gegen die Verschwendung von Steuergeldern zu protestieren. Im Sommer desselben Jahres, angefacht durch die umstrittene Gesundheitsreform der Obama-Administration, kam es zum ersten Taxpayer March in Washington DC, bei dem Zehntausende Amerikaner ihren Unmut über die Politik der Regierung ausdrückten und dabei eine breite internationale Öffentlichkeit erreichten.
In der Folge gründeten sich einige Gruppierungen mit der Tea Party- Bezeichnung im Namen, dennoch erwuchs keine einheitliche Partei aus diesen Anfängen und die Tea Party als solches wird noch immer als lose Gruppierung ohne parteiübliche Strukturen gesehen. Kandidaten für politische Ämter erhalten dennoch immer wieder Unterstützung durch die Bewegung und auf diesem Weg konnte die Tea Party bereits 2010 auf lokaler und Bundesstaaten-Ebene erste Siege in Wahlen und Vorwahlen erringen.
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