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Reiseroute entlang des Mississippi

MN Minneapolis Miss River Bridge

Reiseregion:

Mittlerer Westen und Südstaaten

Orte auf der Reise:

Grand Rapids, Minnesota / Little Falls, Minnesota / Dubuque, Iowa / Hannibal, Missouri / Cape Girardeau, Missouri / Alton, Illinois / Cairo, Illinois / Memphis, Tennessee / Vicksburg, Mississippi / Natchez, Mississippi / Baton Rouge, Louisiana / New Orleans, Louisiana

Strecke insgesamt:

2693 Kilometer (Grand Rapids bis New Orleans auf kürzester Strecke)

Natürlich hat man in Amerika den touristischen Wert des berühmtesten nordamerikanischen Flusses längst entdeckt und schon seit 1938 führt die Great River Road Touristen entlang des Mississippi. Dabei handelt es sich allerdings um eine Aneinanderreihung von lokalen und regionalen Straßen, die mittels einer gemeinsamen Beschilderung eine Gesamtstrecke ergeben, die immer dicht am Flussufer entlang von Minnesota bis nach Louisiana (oder umgekehrt) führt. Unsere Reiseroute berührt die Great River Road an einigen Stellen, weicht aber auch davon ab, um Einblicke in die Kultur und das Alltagsleben in Amerikas Herzland zu ermöglichen.

Der eigentliche Quellsee des Mississippi, der Lake Itasca, liegt zwar knapp 100 Meilen weiter westlich, doch für die ersten Kilometer ist der Fluss noch so schmal und unscheinbar, dass man kaum glauben kann, dass daraus einmal der mächtige Strom entstehen wird. So beginnt die Reise in Grand Rapids, Minnesota. Dieser Ort ist nach den Stromschnellen (engl.: rapids) im Fluss benannt, die früher das nördliche Ende der schiffbaren Abschnitte des Mississippi markierten. Die Stadt mit heute knapp 11.000 Einwohnern entstand wegen des Flusses, der als optimaler Transportweg für das Holz gesehen wurde, das man hier in der Gegend fällte. Grand Rapids ist touristisch durchaus interessant: Im Herbst lockt die Laubfärbung Gäste hierher, im Juni ein Blues-Festival und ganzjährig beliebt ist das Judy Garland Museum, das in dem Haus untergebracht ist, in dem der Hollywood-Star geboren wurde (2727 Highway 169 South). Für Flusstouristen zu empfehlen ist vor allem das Forest History Center (am Highway US 169). Hier wurde das Holzfällerdorf nachgebaut, das die Keimzelle des heutigen Grand Rapids war. Kostümierte “Einwohner” zeigen Besuchern das Leben um 1900 am und mit dem Fluss. Auf dem Gelände gibt es einige Spazierwege direkt am Flussufer.

Dem Highway 169 folgend und dann der 210 und der 371 nimmt man eine Abkürzung im Vergleich zum Flussverlauf und kommt nach rund zwei Stunden in Little Falls, Minnesota an. Auch dieser Ort verdankt sein Bestehen in weiten Teilen dem Mississippi, denn die “kleinen Wasserfälle”, die der heute gut 8300 Einwohner zählenden Stadt den Namen gaben, werden schon seit über 150 Jahren zur Energiegewinnung genutzt, was es ermöglichte, dass sich Betriebe hier ansiedelten und so für ein bescheidenes Wachstum sorgten. Während der Damm selbst wenig sehenswert ist, hat die Stadt eine andere Attraktion aufzuweisen, denn sie ist der Ort, an dem Charles Lindbergh in seiner Kindheit viel Zeit verbrachte. In der Lindbergh Historic Site (1620 Lindbergh Drive South) gibt es unter anderem einen Nachbau des Cockpits der Spirit of St. Louis zu sehen. Im nach ihm benannten State Park kann man den Mississippi als Spaziergänger oder mit dem Kanu erkunden.

Wenn man an letztgenannter Aktivität Gefallen gefunden hat, empfiehlt sich ein weiterer Stopp nur rund 50 Kilometer weiter südlich. In der Nähe der Stadt St. Cloud, früher regelmäßiger Haltepunkt der Dampfschiffe, wurde ein zwei Meilen langer Abschnitt des Mississippi zum Naherholungsgebiet umgewidmet und die rund 30 Inseln, die sich hier im Fluss gebildet haben, sind ein beliebtes Ausflugsziel für Kanufahrer. Weitere 100 Kilometer südlich durchfließt der Mississippi die Doppelstadt Minneapolis - St. Paul. Hier unterteilt sich die Great River Road in eine westliche und eine östliche Streckenführung. Für etliche Meilen folgt dann ein recht dünn besiedelter Abschnitt. Will man nicht direkt am Fluss entlang fahren, kann man über die Interstates 35 und 380 einige Meilen zügiger zurücklegen. Alternativ dazu kommt man über kleinere Strassen nach etwa 400 Kilometern nach Dubuque, Iowa.

Dubuque hat gut 57.000 Einwohner und liegt an der Grenze zwischen den Bundesstaaten Iowa, Illinois und Wisconsin. Die Stadt hat zahlreiche Auszeichnungen für ihr Stadtbild erhalten und ist ein beliebtes Touristenziel. Sie ist in weiten Teilen von deutschen Einwanderern geprägt worden, zudem spielt der Mississippi eine wichtige Rolle für Dubuque. Direkt am Flussufer befindet sich ein modernes, multifunktionales Veranstaltungszentrum mit angeschlossenem Hotel und Wasserpark. Zudem gibt es im Hafen zwei Casinos, die für viele Besucher in der Stadt sorgen. Wer wegen des Mississippis nach Dubuque kommt, interessiert sich aber sicher eher für das National Mississippi River Museum and Aquarium (350 East Third Street), wo man in mehreren Aquarien einen Eindruck davon bekommt, wie vielfältig die Lebenswelten im Fluss sind.

Von Dubuque aus sind es rund vier Stunden Autofahrt zu einem Pflichtstopp für Flusstouristen, Hannibal, Missouri. Diese kleine Stadt mit heute knapp 18.000 Einwohnern ist der Ort, in dem Mark Twain, der wohl berühmteste Chronist des Lebens am Mississippi, seine Kindheit verbrachte; außerdem nutzte der Autor den Ort als Schauplatz für seine Geschichten von Tom Sawyer und Huckleberry Finn. Die berühmteste Sehenswürdigkeit ist dementsprechend das Mark Twain Boyhood Home and Museum (206-208 Hill Street). Hier können Besucher Twains Wohnhaus besichtigen und im Museum einige seiner persönlichen Gegenstände sowie Erstausgaben seiner Bücher bewundern, dazu gibt es eine Ausstellung von Bildern von Norman Rockwell.

Nur etwa 200 Kilometer weiter wartet dann mit Alton, Illinois, ein weiterer interessanter Stopp, der nur einige Meilen von St. Louis entfernt liegt. Alton wird von Fans des Paranormalen als Amerikas Spukhauptstadt angesehen, angeblich geistert es hier in mehreren Gebäuden und es werden Geisterführungen angeboten. Bei Alton fließen der Missouri River und der Illinois River in den Mississippi und die Stadt entstand 1818, als ein Fährbetreiber die günstige Lage für sich nutzen wollte. Wegen dieser Lage jedoch litt die Stadt in der Geschichte mehrfach unter Überschwemmungen. Bei der großen Flut von 1993 stand der Ort rund ein halbes Jahr lang unter Wasser. Alton ist wegen seines gepflegten Stadtbilds und der vielen gepflasterten Straßen bekannt und ist ein sehr beliebter Schauplatz für Hochzeiten.

Weitere rund 230 Kilometer südlich, wieder im Nachbarstaat Missouri, liegt Cape Girardeau, eine Universitätsstadt mit 38.000 Einwohnern. Hier ist die städtische Flutmauer sehenswert, die mit 24 einzelnen, großflächigen Motiven aus der Geschichte der Region bemalt wurde. Hinter der Mauer befindet sich der Riverfront Park, wo die berühmten Riverboats auf ihrer Route zwischen St. Louis und New Orleans anlegen und wo eine Aussichtsplattform mit schönem Blick auf den Mississippi zu finden ist. Wieder zurück auf der anderen Flussseite lohnt sich ein Halt in Cairo, Illinois, am Zusammenfluss mit dem Ohio River. Cairo ist komplett mit Flutmauern umgeben und war rund um 1900 als Transportknotenpunkt zu einigem Wohlstand gekommen. Einige prächtige Villen im Stadtgebiet zeugen von diesem Abschnitt der Geschichte. Erst in der Nähe des kleinen Orts Caruthersville, Missouri rund 130 Kilometer weiter südlich befindet sich dann die nächste Brücke, über die man den Fluss überqueren kann.

In Cairo startend, kann man stattdessen aber auch über den Interstate 55 Richtung Süden weiterfahren und erreicht so nach etwa 2,5 Stunden die größte Stadt von Tennessee, Memphis. Diese Stadt hat viele Sehenswürdigkeiten zu bieten, vor allem aus der Welt der Musik, für die Memphis der Inbegriff der kulturellen Vielfalt des Südens ist. Downtown liegt auf einer Anhöhe direkt am Mississippi und der Fluss spielt auch hier eine wichtige Rolle im Alltagsleben der Menschen und bei den zahlreichen Festivals und Veranstaltungen, die im Sommer hier stattfinden, bildet er den optimalen Hintergrund. Die Stadt ist noch immer ein wichtiger Standort für das Transportwesen, auch wenn nur noch wenig über das Wasser befördert wird. Memphis’ Hafen ist trotzdem einer der wichtigsten im amerikanischen Binnenland. Für Flusstouristen bietet Memphis Fahrten mit dem Schaufelraddampfer auf dem Mississippi und zahlreiche Rad- und Spazierwege am Ufer.

Auf der weiteren Reise nach Süden kommt man durch recht dünn besiedelte Landstriche. Als Zwischenstopp bietet sich nach etwa zwei Stunden Fahrt der Great River Road State Park in der Nähe von Rosedale, Mississippi, an, wo man in schöner Landschaft einen guten Blick von einem Aussichtsturm aus auf den Fluss hat. Die nächste größere Stadt ist dann das rund 34.000 Einwohner zählende Greenville, das selbst keine nennenswerten Attraktionen aufweisen kann. Hier jedoch befindet man sich in dem Landstrich, der als das Mississippi Delta bezeichnet wird; eine Gegend voller vergangener Schönheit, in der der Blues zu Hause ist. Genau genommen liegt Greenville an einem See, der aus einem Altarm des Flusses entstanden ist. Von diesen sichelförmigen Seen gibt es in der Region mehrere, zum Beispiel auch einige Meilen weiter südlich bei der Kleinstadt Lake Providence, Louisiana.

Von dort aus folgt man dem Highway 65 Richtung Tallulah und biegt dort auf den Interstate 20 Richtung Osten ab, mit dem man schließlich auf die andere Seite des Flusses und nach Vicksburg, Mississippi, gelangt. Die heute etwa 26.000 Einwohner zählende Stadt war Schauplatz einer entscheidenden Schlacht im amerikanischen Bürgerkrieg und entwickelte sich danach zu einem wichtigen Knotenpunkt des Güter- und Personenverkehrs auf dem Fluss. Ebenso wie in Cape Girardeau sind auch hier die Flutmauern großflächig mit Wandmalereien verschönert worden, hier werden Szene aus der regionalen Geschichte gezeigt. Auch die weiteren Sehenswürdigkeiten der Stadt drehen sich hauptsächlich um die Geschichte, es gibt zum Beispiel einen National Military Park, der das ehemalige Schlachtfeld umfasst. Etwa 120 Kilometer weiter folgt dann mit Natchez, Mississippi ein weiterer Pflichtstopp. Die Stadt ist ein sehr beliebtes Touristenziel. Die Stadt, deren Gründung auf Ureinwohner zurückgeht, die schon vor mehr als 1000 Jahren in der Gegend lebten, hatte es mit zahlreichen Baumwollplantagen Mitte des 19. Jahrhunderts zu beträchtlichem Wohlstand gebracht und herrschaftliche Wohnhäuser im typischen Stil der Südstaaten zeugen bis heute davon. Solche lassen sich am besten im Natchez National Historical Park bewundern, der auch gern von Hollywood benutzt wird, wenn es gilt, Szenen aus der Antebellum-Zeit zu drehen. Den schönsten Blick auf den Mississippi hat man in Natchez vom Bluff Park aus (South Broadway).

Der Fluss bildet hier die Grenze zwischen den Bundesstaaten Mississippi und Louisiana und tut dies auch noch für einige weitere Meilen. Von Natchez aus sind es rund 150 Kilometer bis nach Baton Rouge, wobei man auf der kürzesten Streckenführung etwas abseits vom Fluss unterwegs ist. Baton Rouge zählt rund 230.000 Zuschauer und ist damit die zweitgrößte Stadt des Bundesstaats. Nachdem sie zunächst als Transportknotenpunkt am Mississippi wuchs, erlebte sie einen weiteren Boom in den 1950er Jahren als Standort der erdölverarbeitenden Industrie. Die Region zählt zu den am schnellsten wachsenden in den USA. Der Hafen von Baton Rouge ist der am weitesten landeinwärts gelegene am Mississippi, den Ozeanschiffe noch erreichen können. Er ist zugleich ein wichtiges Element für die wirtschaftliche Stärke von Louisianas Hauptstadt. Zu sehen gibt es auch hier einige prächtige alte Häuser aus dem 19. Jahrhundert - einige ehemalige Plantagengebäude sind zur Besichtigung freigegeben -, das State Capitol und etliche kulturelle Highlights sowie eine Vielzahl an Museen.

Noch weitere 1,5 Stunden Autofahrt und man gelangt nach New Orleans, die Hauptstadt der kulturellen Vielfalt dieser Region. Die Musik dieser Stadt ist ebenso berühmt wie ihre Küche und nach dem schweren Schlag, den der Hurrikan Katrina “The Big Easy” zugefügt hatte, ist New Orleans heute wieder auf über 360.000 Einwohner gewachsen und wieder zu einem beliebten Touristenziel geworden. Der Downtown-Bereich der Stadt erstreckt sich zu beiden Seiten des Mississippi und so sind es nur wenige Meter vom Flussufer ins berühmte French Quarter, wo die historische Bausubstanz den Hintergrund für die berühmte Atmosphäre der Bourbon Street bildet. Die Magazine Street folgt dem Flussverlauf für eine Weile, hier befinden sich viele interessante kleine Läden, Restaurants und Boutiquen. Zahlreiche Anbieter bieten auch Rundfahrten auf dem Fluss selbst an, zum Teil mit traditionellen Dampfschiffen. In der näheren Umgebung der Stadt lassen sich mehrere der berühmten Sumpf- und Feuchtgebiete entdecken, die unmittelbar mit dem Mississippi verbunden sind, zum Beispiel der Honey Island Swamp, ein gut erhaltenes Wildnis- und Naturschutzgebiet. Ebenfalls einen Ausflug wert ist der Audubon Park etwas außerhalb des Stadtzentrums, der bereits Ende des 19. Jahrhunderts entstand. Der Park liegt direkt am Flussufer und ist ein Schutzgebiet für Vögel.

Der Mississippi zerfasert nach New Orleans immer weiter in Seen und Feuchtgebiete. Wer noch nicht genug vom Fluss hat, kann über die Louisiana Route 23 noch etwa 100 Kilometer weiter reisen und das Fort Jackson besuchen, das 1822 zum Schutz für New Orleans von der Küstenseite aus errichtet worden war. Das Fort, das während des Bürgerkriegs im Mittelpunkt von Schlachten stand, wurde von schweren Stürmen beschädigt, kann aber trotzdem besichtig werden. 


 

 

 

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