Texas

 

Amarillo

TX Amarillo Cadillac Ranch

Einwohner:

190.700

Lage:

Norden von Texas, im Panhandle

Offizielles Logo:

Amarillo

Ein Song, der in den Ohren kleben bleibt wie Zuckerwatte an den Händen machte die Stadt im texanischen Norden in Europa bekannt. Tony Christie’s „Is this the way to Amarillo?“ kennt in Texas so gut wie niemand, doch zumindest fördert er bei internationalen Besuchern die Neugier auf die Stadt, deren Name (das spanische Wort für „gelb“) vermutlich von den Wiesenblumen stammt, die hier in der Region wachsen. Amarillo liegt im Zentrum des texanischen Panhandle (Pfannenstiel) in einem recht flachen, trockenen und dünn besiedelten Gebiet, das als Llano Estacado bezeichnet wird. Riesige Ranches dominieren hier das Bild der Landschaft; mehr als 55.000 km² landwirtschaftlich genutzter Fläche liegen rings um die Stadt. Etwas außerhalb befindet sich mit dem Palo Duro Canyon eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Texas.

Seine Gründung und sein recht schnelles Wachstum verdankt Amarillo der Eisenbahn. Im Jahr 1887 als Haltepunkt an der Strecke Denver- Fort Worth gegründet, kauften Geschäftsleute schon im Jahr darauf große Flächen Land und boten es den Einwohnern des nahe gelegenen Ortes Berry, damals der Verwaltungssitz des Potter County, günstig an. Das Konzept war erfolgreich und 1893 wurde der Sitz der County-Verwaltung nach Amarillo verlegt, das sich schnell zu einem der wichtigsten Markt- und Verladeplätze für Vieh entwickelte. Ab 1919 erlebte die Stadt dann den nächsten Boom, als erst große Gas- und später Erdölvorkommen entdeckt wurden. Bis heute befinden sich hier die amerikanischen strategischen Reserven an Helium. Vorübergehend hart von der Depression und dem Dust Bowl getroffen, entwickelte Amarillo sich in der Folge zum Verkehrsknotenpunkt, an dem die berühmte Route 66 mit drei anderen wichtigen Straßen zusammentraf. Spätestens mit der Errichtung der Air Force- Basis nach dem Zweiten Weltkrieg hatte die Stadt die Wirtschaftskrise dann überwunden und konnte die Einwohnerzahl bis 1960 mehr als verdoppeln.

Die Basis wurde Ende 1968 geschlossen, dennoch konnte Amarillo seine Bevölkerung im Laufe der Jahrzehnte auf heute rund 191.000 Menschen steigern. In den knapp 68.000 Haushalten der Stadt leben heute deutlich mehr Frauen als Männer. Knapp 22% der Einwohner bezeichnen sich als Hispanics. Der größte Arbeitgeber der Stadt ist der Nahrungsmittelhersteller Tyson Foods. Daneben sitzt hier die Firma Pantex, die für die Pflege und Demontage des amerikanischen Atomwaffenarsenals zuständig ist. Außerdem spielt noch immer die Landwirtschaft eine bedeutende Rolle in der Region; im Umland werden in großen Mengen Weizen, Baumwolle, Mais und andere Produkte angebaut. 

Amarillos größte Sehenswürdigkeiten liegen etwas außerhalb der Stadt. Neben dem Palo Duro Canyon State Park, der etwa eine Stunde südlich liegt, ist dabei unter anderem die Cadillac Ranch zu erwähnen. Das 1974 errichtete Kunstwerk (Foto oben) zeigt zehn Cadillacs aus den Baujahren 1949 bis 1963, die zur Hälfte in den Boden eingegraben sind. Die oft fotografierte Installation befindet sich auf einer privaten Kuhweide, deren Betreten aber ebenso ausdrücklich gestattet ist wie das Bemalen und Beschriften der Autos. Die Cadillacs werden immer mal wieder neu lackiert und dann meist innerhalb von Minuten wieder neu mit Graffitis verziert. Verlässt man Amarillo in die andere Richtung, kommt man nach etwa 50 Kilometern, in der Nähe des Ortes Fritch, zum Alibates Flint Quarries National Monument. Hierhin kamen schon vor tausenden Jahren die Ureinwohner des amerikanischen Kontinents, um Feuerstein abzubauen, aus dem sie die Pfeilspitzen für die Jagd formten. Die historische Stätte kann in geführten Touren besichtigt werden, für die im Voraus reserviert werden muss.

In der Stadt selbst steht vielerorts die Tradition des amerikanischen Westens im Mittelpunkt. Das wird zum Beispiel deutlich in der American Quarter Horse Hall of Fame (2601 East Interstate 40) und dem dazugehörigen Museum, in denen man viel über berühmte Exemplare dieser Gattung erfährt. Die Ruhmeshalle wird vom größten Pferdezuchtverband der Welt betrieben, der in Amarillo seinen Sitz hat. Die Organisation ist auch einer der Betreiber der Kunstaktion “Hoof Prints of the American Quarter Horse”, in deren Rahmen bisher 90 Pferdestatuen aus Kunststoff im Stadtgebiet aufgebaut wurden, die dann von lokalen Künstlern individuell gestaltet wurden. Alljährlich im September findet die mehrtägige Tri State Fair & Rodeo in Amarillo statt, ein Event, bei dem es neben einem Entertainmentprogramm, einem Volksfest und dem typischen Rodeo auch Viehauktionen und Ausstellungen von Kunstwerken aus diversen Disziplinen gibt.

Um Kunst geht es jedoch das ganze Jahr über in der Stadt. Das Amarillo Museum of Art (2200 S. van Buren Street) legt einen Schwerpunkt auf asiatische Kunst und zeigt daneben wechselnde Sonderschauen, zudem gibt es Workshops und andere Programme zur Förderung der Kunst. Der Eintritt in das Museum ist frei. Für Kunst der etwas anderen Art sorgt das Dynamite Museum, ein Projekt, das für zahlreiche, mit Augenzwinkern künstlerisch gestaltete Verkehrsschilder gesorgt hat, die man an verschiedenen Orten im Stadtgebiet finden kann. Die Kultur schließlich hat in Amarillo ihre Heimat gefunden im Globe-News Center for the Performing Arts in Downtown (401 S. Buchanan). Die multifunktionale Veranstaltungshalle wurde 2006 eröffnet und fasst 1300 Zuschauer. Das Center ist die Heimat der Amarillo Opera und des Symphonieorchesters. Von September bis Mai finden außerdem Theatervorführungen hier statt; weiterhin ist das Globe-News Center Austragungsort für Sportveranstaltungen.


 

 

 

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