Texas

 

Big Bend National Park

Einen großen Bogen, einen big bend, schlägt der berühmte Rio Grande im Südwesten von Texas und in diesem Bogen, entlang des Flusses, der die Grenzlinie zwischen den USA und Mexiko bildet, befindet sich mit dem Big Bend Nationalpark einer der vielseitigsten Nationalparks des Landes. Knapp 400 Kilometer des Rio Grande durchfließen das Parkgebiet, doch außer dem Fluss, der in Mexiko als Rio Bravo bezeichnet wird, gibt es innerhalb der Parkgrenzen noch viele andere Landschaftsformen zu bestaunen. Über insgesamt mehr als 320.000 Hektar erstreckt sich der Nationalpark und er schließt dabei weite Flächen der Chihuahua-Wüste mit ein, ebenso wie die Gipfel der Chisos Mountains mit ihren bis zu 2300 Metern Höhe. Vor allem aber ist der Big Bend National Park eine Goldgrube für Geologen und Paläontologen.

TX Big Bend

Es befinden sich mehrere archäologische Ausgrabungsstätten am Big Bend, in denen es bereits einige sehenswerte Funde gegeben hat. So wurden unter anderem mehrere Skelette von Flugsauriern aus der Kreidezeit hier gefunden, aber auch tausende Jahre alte menschliche Spuren. Von den Ausgrabungsstellen sind derzeit allerdings nur zwei öffentlich zugänglich; diese sind über den Hot Springs-Wanderweg zu erreichen.

Tatsächlich lässt sich die Anwesenheit von Menschen bis zu 10.000 Jahre zurück in die paläoindianische Frühzeit verfolgen. Spuren der als Nomaden lebenden Indianervölkern der Chisos und Jumano finden sich aus dem 16. Jahrhundert, im 18. und 19. Jahrhundert waren es dann Mescalero-Apachen und Comanche,  die sich zumindest zeitweise an der großen Schleife des Rio Grande aufhielten. Die ersten Europäer, die die Region erkundeten, waren spanische Expeditionsteilnehmer ab dem Jahr 1535 auf der Suche nach Bodenschätzen, später gefolgt von Missionaren der Franziskaner. Siedler in nennenswerter Zahl allerdings kamen erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts, doch viele der Rancher mussten wieder aufgeben, weil das Wüstenklima der Region eine gewinnbringende Viehzucht sehr schwer machte. Die Entdeckung von Mineralien im Boden sorgte für einen neuen Zustrom von Siedlern und für die Gründung fester Siedlungen, etwa von Terlingua. 1933 deklarierte der Bundesstaat Texas den Big Bend zum State Park und im Jahr 1944 wurde das Gebiet zum Nationalpark erhoben.

Noch immer ist die Region des Big Bend eine weitgehend menschenleere und sie ist entsprechend schwer zu erreichen. Das sorgt zum einen dafür, dass der National Park nur verhältnismäßig wenige jährliche Besucher verzeichnet, zum anderen erwartet die, die kommen, eine zum Teil unberührte Naturlandschaft und viele sehenswerte Stellen. Der ganzjährig geöffnete Park ist nur mit dem Auto erreichbar, Bus-, Bahn- oder Flugverbindungen existieren nicht. Es gibt mehrere Besucherzentren, von denen das Panther Junction Visitor Center am längsten, bis 18 Uhr abends, geöffnet hat. Die Einfahrt für ein Auto kostet $20 und ist dann sieben Tage lang möglich. Wer über Nacht im Park bleiben möchte, kann einen Platz auf einem der beiden Campingplätze reservieren oder abseits der Plätze sein Zelt aufschlagen, wofür eine permit (Erlaubnis) im Visitor Center bezogen werden muss. Zusätzlich gibt es eine Lodge mit wenigen Plätzen am Casa Grande. Hier befindet sich auch das einzige Restaurant innerhalb des Nationalparks.

Doch auch wer nur für einen Tag bleibt, hat gute Gelegenheit, die Natur des Big Bend für sich zu entdecken. Das Besucherzentrum organisiert von Rangers geführte Wanderungen, man kann aber auch auf eigene Faust losziehen. Es gibt ein über 200 Kilometer langes Netz an Spazier- und Wanderwegen mit unterschiedlichen Längen und Schwierigkeitsgraden. So führt zum Beispiel der neun Meilen lange Emory Peak-Weg auf den höchsten Gipfel im Nationalpark, während der knapp fünf Meilen lange Window Trail ausgezeichnete Gelegenheit zur Erkundung der Flora und Fauna bietet. Mehr als 1200 verschiedene Pflanzen- und über 600 Tierarten leben hier, auch dank der Vielseitigkeit der Landschaft. Bei den Pflanzen beeindruckt vor allem die große Zahl verschiedener Kakteenarten. Neben Kojoten, Steinadlern, den sogenannten Roadrunnern und Schwarzbären zählt auch eine mittelgroße Population von Pumas zur Tierwelt, ebenso mehrere giftige Schlangenarten. Birdwatching zählt zu den beliebten Aktivitäten im Nationalpark, im Big Bend wurden bereits über 450 verschiedene Arten angetroffen. Mindestens genauso sehenswert ist der Blick zum Himmel nach Sonnenuntergang, denn dank der entlegenen Lage des Nationalparks gibt es hier keine Lichtverschmutzung, was die Voraussetzung für besonders lohnende Sternbeobachtung ist.

Wer nicht wandern oder klettern möchte, kann die Wege des National Parks auch per Fahrrad befahren. Das Fahren abseits der Wege ist aus Gründen des Naturschutzes allerdings nicht gestattet. Darüber hinaus hat man mehrere sogenannte Scenic Drives eingerichtet, über die man mit dem Auto einige schöne Aussichtspunkte erreicht. Interessant ist beispielsweise die gut 30 Kilometer lange Strecke von Panther Junction zum Rio Grande Village, die an Canyons und historischen Stätten vorbei führt und dabei große Höhenunterschiede überwindet.

Abenteuerlustige zieht es direkt zum Fluss, wo von einigen Anbietern Raftingtouren angeboten werden. Der sehenswerteste Abschnitt ist dabei sicher der im Santa Elena Canyon, wo man zunächst mehrere Meilen  auf recht ruhigem Wasser unterwegs ist und dabei die Natur an den steilen Canyonwänden bewundern kann, bevor die Fahrt zu einem echten Wildwasser-Abenteuer wird. An weniger wilden Abschnitten des Rio Grande kann man sich auch mit dem eigenen Boot auf den Weg machen. 

 

 

Weitere Informationen über den Big Bend National Park auf den Webseiten des National Park Service.


 

 

 

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