Utah

 

Arches Nationalpark

Delicate Arch1

Utahs Nationalparks weisen viele  Besonderheiten und vor allem viele besonders sehenswerte Punkte auf, doch der Delicate Arch (Foto) im Arches National Park nimmt wohl eine Ausnahmestellung ein. Unzählige Male wurde er abgebildet und diente als Muster und Symbol für die Canyonlandschaften des amerikanischen Südwestens und es erscheint dem Betrachter - übrigens auch direkt vor Ort - unwirklich und unglaublich, dass dieser elegante, filigrane Bogen tatsächlich nur aus den Kräften der Natur geformt wurde. Dabei ist der Delicate Arch keineswegs die einzige Sehenswürdigkeit des Nationalparks. Neben den Bögen aus Sandstein, von denen es innerhalb der Parkgrenzen nicht weniger als 2000 gibt, sind hier noch diverse andere, faszinierende Felsformationen zu entdecken.


Der Arches Nationalpark liegt nur ein paar Kilometer außerhalb des Ortes Moab im Südwesten Utahs, nahe der Grenze zu Colorado. Das Gelände ist ganzjährig geöffnet und der Besuch des Nationalparks ist 24 Stunden täglich möglich, das Besucherzentrum hat tägliche Öffnungszeiten von 8 Uhr bis 16:30 Uhr. Im Inneren des Nationalparks gibt es einen Campingplatz (“Devils Garden”) mit etwa 50 Plätzen, die während der Sommermonate in der Regel ausgebucht sind; Reservierungen sind erforderlich. Unterkünfte in der Nähe des Parks finden sich in Moab oder im rund 100 Meilen entfernten Grand Junction in Colorado.

Das Gebiet, in dem sich der Nationalpark befindet, ist traditionelles Land der Ureinwohner. Erkenntnissen der Forschung zufolge lebten schon vor 10.000 Jahren Menschen in dieser Gegend und als spanische Entdecker Ende des 18. Jahrhunderts hierher kamen, trafen sie auf Angehörige der Ute und Paiute-Völker. Erst ab etwa 1880 kam es zu einer Besiedelung der Region durch Weiße und diese erkannten schnell den touristischen Wert der Landschaft. 1929 wurde ein Teil des heutigen Nationalparks zum National Monument erklärt. Dabei wurden zwar weite Teile der Landschaft mit einbezogen, der Delicate Arch jedoch gehörte anfangs nicht zu dem Schutzgebiet. Dies änderte sich mit einer Erweiterung der Grenzen, die 1938 von Präsident Franklin D. Roosevelt vorgenommen wurde. Eine zusätzliche Erweiterung erfolgte 1969, doch Präsident Nixon reduzierte das geschützte Gelände zwei Jahre später deutlich. Im gleichen Zug jedoch erhob er das Schutzgebiet in den Status eines Nationalparks. Heute umfasst der Arches National Park rund 31.000 Hektar Land und wird jährlich von etwa einer Million Menschen besucht.

Die meisten der Besucher zieht es zum Delicate Arch, der so etwas wie das inoffizielle Wahrzeichen des Bundesstaats Utah ist und auf den meisten der in Utah ausgegebenen Nummernschildern zu sehen ist. Der Bogen ist aus Sandstein geformt, aus dem die Kräfte der Erosion im Laufe der Jahrhunderte die berühmte Form herausgeschnitten haben. Um den Felsbogen aus der Nähe zu sehen, muss der Besucher allerdings einen gewissen Aufwand betreiben. Von einem Parkplatz am Rundweg aus beginnt ein rund 2,5 Kilometer langer, leicht bis moderat ansteigender Pfad, der über enge Wege, leicht rutschige Schrägen und über Gestein und Buschwerk bis zu einem Plateau führt, wo teilweise starke Winde warten, die die letzten Meter bis zum Bogen über eine schräge Felswand mitunter etwas gefährlich erscheinen lassen. Pro Richtung sollte man mindestens 30 Minuten einplanen und in den Sommermonaten die Warnung beherzigen, genügend Wasser mitzunehmen. Wer diesen Fußweg nicht in Angriff nehmen will oder kann, kann zum Delicate Arch Viewpoint fahren, von wo aus man den Bogen allerdings nur aus etwa einer Meile Entfernung sehen kann.

Weniger bekannt, aber nicht minder sehenswert ist die Formation der Doppelbögen, der Double Arch. Die beiden hohen Bögen - der höhere erreicht 45 Meter - liegen direkt hintereinander und ergeben so ein reizvolles Fotomotiv. Sie sind allerdings nicht freistehend, sondern ziehen sich zwischen zwei Felswänden. Diese Sehenswürdigkeit ist vom gleichnamigen Parkplatz aus über einen kurzen, leicht zu bewältigenden Weg zu erreichen. Der Landscape Arch, mit einer Spannweite von 88,4 Metern der längste natürliche Bogen der Welt, ist nach dem Herunterfallen einiger Gesteinsteile inzwischen so fragil, dass der Weg, der unter ihm hindurch führt, gesperrt ist. Im Jahr 2008 kollabierte im Nationalpark zuletzt einer der Felsbögen, der Wall Arch und dieser Zusammenbruch befeuerte erneut Überlegungen, ob man die weltbekannten Formationen zum Beispiel mit Hilfe eines Plastiküberzugs vor dem Einstürzen schützen solle. Der Gedanke wurde allerdings verworfen, da er der Grundidee der National Parks widerspricht. Der Bogen liegt im nördlichen Teil des Nationalparks in dem Abschnitt, der als Devil’s Garden bezeichnet wird. Devil’s Garden liegt am Ende der durch den Park führenden Strasse und ist über einen etwa 11 Kilometer langen Wanderweg zu erschließen. Besucher passieren dabei mehrere spektakuläre Sehenswürdigkeiten wie den Tunnel Arch, der wie ein fast kreisrundes Loch in einer Felswand aussieht, oder den Double O Arch, ebenfalls ein sehenswerter Bogen, der die dahinter liegende Landschaft wie ein Bilderrahmen einfängt. Außer den Bögen, die dem Arches Nationalpark seinen Namen gegeben haben, gibt es aber auch noch andere faszinierende natürliche Monumente zu sehen. Dazu gehören die Petrified Dunes, versteinerte Sanddünen, die man von der Parkstraße aus erreicht und der mächtige Balanced Rock. Dabei handelt es sich um einen gewaltigen Felsblock mit der Größe von drei Schulbussen, der in rund 22 Metern Höhe auf einer Felsspitze zu balancieren scheint. Balanced Rock ist ebenfalls von der Parkstrasse aus zu erreichen, eine kurze Spazierstrecke führt rund um den Felsen herum.

Den Park auf der Strasse mit dem Auto zu durchqueren ist die Option, die von den meisten Besuchern genutzt wird und da überall von der Strasse die Wanderwege zu den sehenswertesten Punkten abgehen, sieht man auf diesem Weg auch alle Highlights des Nationalparks. Die Strasse kann auch mit dem Fahrrad befahren werden. Wer mehr Abenteuerlust verspürt, darf auch auf Klettertour durch die Canyons gehen, sollte aber darauf achten, dass das Klettern an allen Formationen, die einen Namen tragen (Karte im Visitors Center) strikt verboten ist und bei Zuwiderhandlung hohe Geldstrafen einbringt. Wer abseits der ausgewiesenen Wege durch die Landschaft wandern möchte, benötigt eine so genannte Backcountry Permit, die es im Besucherzentrum gibt. Darüber hinaus gibt es diverse geführte Touren und andere Veranstaltungen, die von den Park Rangers organisiert werden, zum Beispiel beinahe jeden Abend nach Sonnenuntergang in der Nähe des Campingplatzes bei Devil’s Playground. Die Rangers und die Mitarbeiter im Besucherzentrum informieren auch gerne über die vielfältige Flora und Fauna des National Parks, wo unter anderem Kojoten, Stachelschweine, Adler und verschiedene Schlangenarten leben.


 

 

 

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