Utah

 

Canyonlands Nationalpark

Nur wenige Meilen vom berühmten Arches Nationalpark entfernt wartet mit dem Canyonlands National Park im Südosten von Utah gleich das nächste landschaftliche Juwel auf Besucher. Etwas weniger bekannt als sein Nachbar, aber nicht weniger sehenswert umfasst der Canyonlands Nationalpark eine Vielzahl spektakulärer Canyons, Abgründe, Lebensräume und Felsformationen entlang eines Abschnitts des Colorado Rivers und dessen Aufeinandertreffen mit dem Green River - jene Flüsse also, die in jahrtausendelanger Arbeit diese Landschaften in die Felsen geschnitten haben. Der Canyonlands Nationalpark besteht seit 1964 und empfängt jährlich mehr als 450.000 Besucher aus aller Welt. Der nächstgelegene Ort mit Unterkünften und Möglichkeiten für Einkäufe ist Moab

UT Canyonlands Cataract Canyon

Der Canyonlands Nationalpark wird in vier Abschnitte unterteilt, die von den Flüssen - neben dem Green River und dem Colorado auch deren Nebenflüsse - getrennt werden. Diese Abschnitte sind untereinander nicht durch Strassen verbunden und man muss mehrere Stunden Autofahrt von einem zum anderen einplanen, so dass Besucher sich im Vorfeld entscheiden sollten, welchen der Bereiche sie sehen wollen.

Island in the Sky ist der meistbesuchte Abschnitt des Nationalparks, auch aus dem einfachen Grund, das er der am leichtesten zu erreichende ist. Hier befindet sich ein kleiner Campingplatz, für den vorab reserviert werden sollte und ein Visitor Center, wo es Informationen über Sehenswürdigkeiten und Freizeitmöglichkeiten gibt. Das Besucherzentrum ist täglich von 9 bis 16 Uhr geöffnet. Von hier aus beginnt die Parkstrasse, von der aus man mit dem Auto über die Scenic Road zu den sehenswertesten Punkten gelangt. Noch mehr Eindrücke gewinnt man auf der insgesamt 100 Meilen langen White Rim Road, die den gesamten Tafelberg umrundet. Für die komplette, zum Teil schwierig zu bewältigende Strecke muss man mindestens 10 Stunden Fahrtzeit einplanen. Island in the Sky ist ein Tafelberg, der auf steil herabfallenden Klippen mehrere hundert Meter über der umliegenden Landschaft liegt und so erhält man von hier einige tolle Aussichtspunkte in die Canyons. Der meistgenutzte dieser Aussichtspunkte ist der Grand View Point. Andere Punkte sind schwieriger zu erreichen, denn die White Rim Road, die in einem rund 100 Meilen langen Rundkurs durch das Parkgebiet führt, ist eine nicht asphaltierte Piste, der man sich ohne Allradantrieb nicht nähern sollte. Sie führt jedoch zu den Startpunkten mehrerer der Wanderwege, mit denen man tief ins Innere der Canyonlands vordringen kann, was aber nur erfahrenen Wanderern zu empfehlen ist. Wer sich auf eine der mehrere Kilometer langen Strecken begeben will, muss einplanen, dass es keinerlei Versorgung abseits der Hauptstrasse gibt. Um außerhalb markierter Campingplätze im Nationalpark zu übernachten, ist eine spezielle Genehmigung erforderlich, Informationen im Besucherzentrum.

Der Needles District des Parks macht die südöstliche Ecke des Gesamtgeländes aus und ist über den Highway 211 erreichbar, der im Nationalpark endet. Auch hier gibt es ein Visitor Center (täglich 9-16 Uhr geöffnet, im Dezember und Januar geschlossen), außer dem Highway gibt es aber keine asphaltierten Strassen, so dass die Erkundung dieses Abschnitts etwas schwieriger ist. Wer sich trotzdem auf den Weg in die sehenswerte Landschaft begibt, findet drei Campingplätze mit guter Ausstattung, allerdings mit begrenztem Platzangebot. Die zum Teil äußerst anspruchsvollen Strassen sind bei Mountain Bikern beliebt und können mit Allradfahrzeugen befahren werden, beides ist aber nur erfahrenen Fahrern zu empfehlen. Für Wanderer gibt es mehrere ausgewiesene Wege mit Längen zwischen einem und 30 Kilometern. Zu sehen gibt es dabei dann zum Beispiel die verschiedenfarbigen Felsspitzen, die diesem Abschnitt seinen Namen gaben. Recht leicht zu erreichen ist etwa Chesler Park, eine weite Fläche aus Grasland und flachem Buschwerk, die von diesen Felsnadeln umgeben ist.

The Maze ist der am schwersten zugängliche Bereich des Canyonlands Nationalparks und nur ein kleiner Bruchteil der Besucher kommt in diese Gegend und wer doch anreist, sollte mehrere Tage einplanen; für Zeltübernachtungen an einem der dafür ausgewiesenen Plätze ist eine permit erforderlich. Tut man dies, so wird man belohnt mit einer fast menschenleeren, einzigartigen Landschaft mit mehreren Canyons, die man über zum Teil äußerst anspruchsvolle Wege erkunden kann. Dabei handelt es sich aber oft mehr um Kletter- als um Wandertouren, da die Wände der Canyons sehr steil und oft auch glatt sind. Um in das entlegene Gebiet zu gelangen, folgt man zunächst dem Highway 24, bevor es über eine nicht asphaltierte Strasse zur Hans Flat Ranger Station geht, wo es alle Informationen über The Maze und topographische Karten, aber keinen Laden und keine Tankstelle gibt. Anschließend jedoch hat man noch immer mehrere Stunden mit dem Allradfahrzeug vor sich. Es gibt einige Pfade im Abschnitt, die man mit einem Allradfahrzeug navigieren kann, dies sollte jedoch nur sehr erfahrenen Fahrern vorbehalten bleiben. 

Der vierte Abschnitt des Nationalparks heißt Rivers und bezeichnet den eigenständigen Lebens- und Landschaftsraum entlang der Flüsse. Diese sind in ihren jeweiligen oberen Abschnitten recht ruhig fließende Gewässer, auf denen man in sehenswerter Umgebung mit dem Kanu oder Kajak unterwegs sein kann. In Moab gibt es Anbieter, die solche Boote verleihen oder die Wildwassertouren organisieren. Für diese begibt man sich in die Flussabschnitte unterhalb des Cataract Canyons, wo aus dem ruhigen ein reissender Fluss wird. Wer lieber an Land unterwegs ist, findet in den einzelnen Teilen des Nationalparks diverse Wanderwege, die an die Flussufer führen.

Denjenigen Besuchern, die sich an den Flüssen aufhalten wollen, sei dringend geraten, sich über die aktuellen Wasserstände zu informieren, denn diese können sich schnell ändern. Aber auch alle anderen Besucher sollten aus Sicherheitsgründen einen Blick auf Wasserstände und Wettervorhersagen haben, denn vor allem die kurzen, aber manchmal sehr heftigen Gewitter im Frühjahr und Sommer sowie die Schneeschmelze können dafür sorgen, dass plötzlich gewaltige Springfluten durch die Canyons strömen. Das war schon vor Jahrhunderten und Jahrtausenden so und die verschiedenfarbigen Linien an den Felsen zeugen von unterschiedlich hohen Wasserständen im Laufe der Zeiten. Über die Jahre hat sich ein - in Teilen bis heute beinahe unberührtes - Ökosystem entwickelt, in dem viele Tiere leben, die sich an die besonderen Bedingungen der Umgebung angepasst haben. Die meisten der im Canyonlands National Park vorkommenden Arten sind nachtaktiv. Beobachtet wurden unter anderem Klapperschlangen, Salamander, Frösche, Dickhornschafe, Biber und Pumas.

In einem separaten Abschnitt des Nationalparks, erreichbar über den Highway 24 auch mit nicht allradgetriebenen Fahrzeugen (bis zum westlichen Rand), finden sich darüber hinaus Spuren früher menschlicher Besiedelung im Horseshoe Canyon. Nördlich des Abschnitts The Maze gelegen, mit diesem aber nicht verbunden, wurde der Canyon im Jahr 1971 dem Nationalpark hinzugefügt mit dem Ziel, die hier zu findenden Felsmalereien zu schützen und zu erhalten. Forscher datieren die ersten Spuren menschlichen Lebens in dieser Region auf 7000 - 9000 vor Christus. In der so genannten “Great Gallery”, einer gut 60 Meter langen Felswand mit zahlreichen Abbildungen, eine der am besten erhaltenen Fundstellen indianischer Felsenkunst. Um zur Galerie zu gelangen, müssen Besucher eine zum Teil recht anstrengende Wanderung von knapp fünf Kilometern pro Strecke einplanen.


 

 

 

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