Utah

 

Geschichte

Lange bevor Brigham Young eine Gruppe seiner Anhänger an den Great Salt Lake führte, lebten dort schon Menschen. Angehörige indianischer Kulturen lebten archäologischen Funden zufolge bereits seit etwa 12.000 Jahren an den Ufern des Salzsees. Nach den Ureinwohnern aus den Fremont- und Anasazi- Kulturen fanden die europäischen Entdecker hier Indianer aus den Völkern der Shoshone, der Goshute, der Ute - nach denen Utah benannt wurde -, der Piute und der Navajo vor.

Die so genannte Dominguez-Escalante-Expedition, angeführt von zwei Priestern, suchte 1776 von New Mexico aus einen Weg an die kalifornische Pazifikküste und zog dabei durch Utah. Weitere Belege einer Erkundung der Region stammen aus der Zeit um 1800 und gehen in der Regel auf die Berichte von Pelzjägern und -händlern zurück. 1825 wird die Stadt Provo gegründet.

Die eigentlich im Mittleren Westen der USA lebenden Mormonen, wie die Angehörigen der Church of Latter-day Saints bezeichnet werden, sahen sich seit ihrer Gründung im Jahr 1830 immer wieder öffentlichen Anfeindungen und sogar Gewalt ausgesetzt. Sie hatten sich zunächst in Ohio, später in Missouri und dann in Illinois niedergelassen, wo der Anführer der Kirche, Joseph Smith, 1844 von einem Mob getötet wurde.

Brigham Young

Brigham Young, Smith´ Nachfolger als Präsident der Kirche, organisierte den Zug aller Mitglieder der Latter-day Saints nach Westen, der mit der ersten Gruppe am 05. April 1847 begann und sich über mehr als zwanzig Jahre erstreckte, bis etwa 70.000 Mormonen den oftmals äußerst beschwerlichen Weg nach Utah gefunden hatten. Young, der das Schicksal seiner Religionsgemeinschaft in den vergangenen Jahren deutlich vor Augen hatte, bestand darauf, dass die Mormonen an einem Platz siedelten, den niemand anders haben wollte. Utah wurde damals von Mexico beansprucht, war aber nicht besiedelt worden. Am 24. Juli 1847 traf die erste Gruppe der Mormonenpioniere am Great Salt Lake ein. Young selbst legte in den folgenden Tagen einen Plan zur Errichtung einer Siedlung rund um einen Tempel vor. In schneller Folge bauten die Kirchenmitglieder ganze Ortschaften, komplett mit Schulen, Kirchen, Wohnhäusern, Farmen und einem System zur Bewässerung. Begünstigt durch den Anschluß Utahs an die USA 1848 in Form eines Territoriums nach dem Mexican-American War, entstanden in weniger als zehn Jahren nach Ankunft der ersten Mormonengruppe etliche Orte, unter anderem St. George, Provo und Fillmore.

Bald nach dem Anschluss an die USA wurde eine Petition eingereicht, die aus dem großen nach dem Krieg mit Mexico hinzugewonnenen Gebiet einen Bundesstaat mit dem Namen Deseret, einem Begriff aus der heiligen Schrift der Mormonen, machen sollte. Das hierfür vorgeschlagene Gebiet umfasste nicht nur das heutige Utah, sondern auch Teile von acht anderen heutigen Bundesstaaten. Der Congress lehnte die Petition ab, wohl auch aus dem Grund, das man ein solch großes Areal nicht unter die Kontrolle einer mormonischen Bevölkerung geben wollte.

In den folgenden Jahren wurden die Aktivitäten der Mormonen im fernen Washington zunehmend misstrauisch beobachtet. Insbesondere die Tatsache, dass von den Latter-day Saints Polygamie praktiziert wurde, wurde als unamerikanisch angesehen. 1857 entstand das Gerücht, es habe eine Rebellion in Utah gegeben, so dass Präsident James Buchanan Truppen entsandte, um Brigham Young seines Amtes als Gouverneur des Territoriums zu entheben und durch Alfred Cumming zu ersetzen. Dabei kam es zur Ermordung von 120 Pionieren im Süden Utahs, dem so genannten Mountain Meadows Massacre. Young, der die neue Hauptstadt des Territoriums, Salt Lake City, vor Eintreffen der Truppen hatte evakuieren lassen und einen Rückzug ins südliche Utah vorbereitet hatte, übergab das Amt schließlich ohne weitere Auseinandersetzungen an Cummings. Für die Mehrheit der Bewohner Utahs blieb der Kirchenführer trotzdem der eigentliche Gouverneur des Territoriums.

Während des Civil War zwischen Nord- und Südstaaten wurde fast das gesamte MIlitär aus Utah abgezogen. Eine Einheit unter der Führung von General Patrick E. Connor verblieb, die zwischen 1863 und 1872 mehrere blutige Auseinandersetzungen mit der indianischen Urbevölkerung führte. Diese unter dem Begriff  Black Hawk War zusammengefassten Kämpfe führten zum Tod unzähliger Indianer. Zugleich sorgten Connors Truppen mit dem Fund von Mineralien dafür, dass auch eine verstärkte Zahl nicht-mormonischer Siedler nach Utah kamen, die oft in zuvor von Indianern bewohnte Teile des Territoriums zogen. Mit der Fertigstellung einer transkontinentalen Eisenbahnverbindung bis an den Great Salt Lake 1869 stieg die Zahl der Neuankömmlinge weiter. Infolge starken Drucks auf die mormonische Bevölkerung und offener Verfolgung von Polygamisten verbot die Church of Latter-day Saints ihren Mitgliedern schließlich die Polygamie und erfüllte damit die wichtigste Voraussetzung zur Anerkennung Utahs als Bundesstaat. Am 04. Januar 1896 kam Utah als 45. Bundesstaat in die Vereinigten Staaten.

Im 20. Jahrhundert entwickelte sich Utah zu einem international beliebten Ferienziel. Dazu beigetragen hat die Erhebung der einzigartigen Landschaften des Südens des Bundesstaats zum Status von Nationalparks - 1919 wurde der Zion National Park und 1928 der Bryce Canyon National Park eröffnet - und die Eröffnung von Skigebieten im Norden ab den 1930er Jahren. 2002 war Salt Lake City Austragungsort der Olympischen Winterspiele.


 

 

 

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