Utah

 

Great Salt Lake

Lake Bonneville, so nannte der Geologe G.K. Gilbert den mehr als 50.000 Quadratkilometer großen und bis zu 280 Meter tiefen See, der vor mehr als 30.000 Jahren den Bereich bedeckte, wo heute der Westen von Utah, den Süden von Idaho und den Norden von Nevada bedeckte. Infolge der Erwärmung des Erdklimas verlor dieser riesige See viel von seinem Volumen, doch bis zum heutigen Tag sind Reste des urzeitlichen Gewässers zu sehen. Neben dem Utah Lake, dem Sevier Lake und dem Rush Lake, alle in Utah, ist das vor allem der Great Salt Lake, bis heute der viertgrößte abflusslose See der Welt. Der Große Salzsee in seiner heutigen Form ist bis zu 120 Kilometer lang und bis zu 45 Kilometer breit bei einer durchschnittlichen Tiefe von nur knapp fünf Metern.

UT Great Salt Lake 2

Der See verändert seine Gestalt dabei beständig, abhängig von den klimatischen Bedingungen. Der Zufluss von Wasser erfolgt aus drei Flüssen: Der Jordan River entsteht aus dem Utah Lake, der Weber River kommt aus den Uinta Mountains; ebenso der Bear River, der den größten Teil des Wassers mit sich führt. Wissenschaftler schätzen, dass diese drei Flüsse zusammen jährlich mehr als eine Million Tonnen Minerale in den Great Salt Lake bringen. Da dieser keinen Abfluss hat, steigt die Menge der abgelagerten Minerale beständig weiter und der See hat einen deutlich höheren Salzgehalt als Meerwasser. Entlang der Ufer lässt sich an der unterschiedlichen Färbung der Gesteinsschichten erkennen, wie unterschiedlich groß die Oberfläche des Gewässers sein kann - der niedrigste Stand waren 2460 km² im Jahr 1963, der Höchststand 8500 km² im Jahr 1988. Auch bei geringerer Fläche allerdings spielt der See eine Rolle für das Klima der Umgebung, wo mit dem Ballungsraum um Salt Lake City der Bevölkerungsschwerpunkt des Bundesstaats Utah liegt. So sorgt der See, der nicht gefrieren kann, zum Beispiel in den Wintermonaten zusammen mit kalten Winden für einen Teil des Schneefalls.

Neben den klimatischen sind dem Great Salt Lake auch spürbare ökonomische Effekte zuzuschreiben. Der Tourismus spielt dabei eine Rolle, allerdings ist ein Ausbau dieser Einnahmequelle im großen Stil kaum denkbar; zum einen wegen der wechselnden Uferlinie des Sees, zum anderen wegen des natürlich von ihm ausgehenden, leicht unangenehmen Geruchs wegen des Verfalls von toten Tieren in der Sole. Bedeutsamer ist die Nutzung der abgelagerten Minerale, vor allem von Salzen, die danach etwa als Streusalz oder in der Industrie genutzt werden. Von dieser Nutzung profitiert der Bundesstaat Utah als Eigentümer des Sees direkt. 

Vom Bundesstaat betrieben wird auch die Bootsanlegestelle mit 300 Liegeplätzen in der Nähe des kleinen Orts Magna am Südufer, die in den Great Salt Lake State Park eingebunden ist. In diesem Park gibt es Einrichtungen für eine Freizeitnutzung des Sees, hier befinden sich Clubs für Ruderer, Kanufahrer und Segler, für letztere wird auch Unterricht angeboten. Der State Park verfügt über Toiletten und Duschen.

Ein paar Meilen außerhalb von Salt Lake City am Rand des Interstate 80 befindet sich Saltair, ein 1981 erbauter, großzügiger Pavillon mit kupferfarbenen Zwiebeltürmen, der als Veranstaltungsort für Konzerte und gelegentlich auch als Kulisse für Filmaufnahmen genutzt wird. Bei dem Gebäude handelt es sich bereits um die dritte Version von Saltair. Das Originalgebäude war 1893 aus einer Zusammenarbeit der Kirche der Latter-Day Saints und einer Eisenbahngesellschaft entstanden und ruhte, zum Schutz vor den ständigen Wasserstandsveränderungen, auf über 2000 hölzernen Pfosten, die zum Teil heute noch zu sehen sind. Salatair diente als Ort der Freizeit und der Unterhaltung; hier wurde getanzt und gefeiert - alles unter Aufsicht der mormonischen Kirche. 1925 brannte das Gebäude nieder und wurde durch einen Neubau ersetzt, doch die Zeiten hatten sich geändert. Inzwischen gab es generell mehr Entertainment-Angebote und nur noch wenige Menschen machten sich auf den recht weiten Weg von Salt Lake City hier heraus. Eine Weile konnten die großen Namen wie Glenn Miller, die hier Halt machten, die riesige Tanzfläche noch füllen, doch spätestens mit dem Zweiten Weltkrieg verlor Saltair seine wirtschaftliche Grundlage. 1958 schloss die Anlage und 1970 wurde sie durch eine Brandstiftung komplett zerstört. Die heutige, dritte Version befindet sich etwa eine Meile vom Originalstandort entfernt und kann nur selten mit nennenswerten Events auf sich aufmerksam machen.

Das interessanteste Ausflugsziel des Great Salt Lake liegt aber direkt im See: Antelope Island ist die größte von mehreren Inseln im Großen Salzsee und sie ist komplett als Utah State Park angelegt. Sie ist ganzjährig geöffnet, über einen Damm erreichbar und hat neben einigen Freizeitmöglichkeiten vor allem eine vielseitige Tierwelt aufzuweisen, die sich recht gut beobachten lässt. Mehr über Antelope Island....

Der See hat daneben noch weitere Inseln, auch wenn die Gesamtzahl wegen der wechselnd hohen Wasserstände unter Geographen nicht einheitlich angegeben wird. Die 36 km² große Fremont Island befindet sich in Privatbesitz und darf nur mit Genehmigung der Eigentümer betreten werden. Die Insel ist unbewohnt, war das aber nicht immer. Menschenleer ist auch Gunnison Island im nordwestlichen Abschnitt des Sees. Diese Insel ist bekannt als Heimat für etwa 10.000 Nashornpelikane, die auf dem entlegenen Eiland gute Voraussetzungen für die Brut finden, weil viele Fressfeinde keinen Zugang zu Gunnison Island haben. Dasselbe gilt für Touristen, die zum Schutz der Tiere die Insel nicht betreten dürfen. Stansbury Island im Süden des Great Salt Lake ist die zweitgrößte der Inseln mit einer Länge von bis zu 18 Kilometern. Über einen Damm ist die Zufahrt auf die Insel möglich, wo es einige Freizeitmöglichkeiten gibt. Man kann auf der unbewohnten Insel weitgehend ungestört wandern und der immerhin gut 2000 Meter hohe Castle Rock bietet Gelegenheit zum Klettern. Unter Umständen entdeckt man auch eine der begehbaren Höhlen. Wer länger bleiben möchte, darf überall auf der Insel sein Zelt aufschlagen, dabei sollte man aber beachten, dass einige Flächen Privatgrundstücke sind.


 

 

 

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