Utah

 

Provo

UT Provo Temple

Einwohner:

112.500

Lage:

Nördliche Mitte von Utah

Gründung:

1849

Offizielles Logo:

Provo

Provo ist einer der zahlreichen Orte, die zu Füßen der Wasatch Range liegen, einer rund 260 Kilometer langen Bergkette mit Gipfeln von bis zu 3600 Metern Höhe. Etwa 85% der gesamten Bevölkerung des Bundesstaats Utah lebt in einem Korridor entlang des Gebirgszugs. Man unterscheidet zwischen der Wasatch Back, also der “Rückseite” der Berge und der Wasatch Front, wo sich Städte wie Salt Lake City, Ogden und Provo liegen.

Diese Region wurde Ende des 18. Jahrhunderts erstmals von europäischen Entdeckern erkundet, was von dem an der Expedition beteiligten spanischen Missionar Silvestre Velez de Escalante, chronologisch aufgezeichnet wurde. Besiedelt wurde das Utah Valley, dessen Hauptort Provo heute ist, allerdings erst ab 1849. In diesem Jahr zogen 33 Familien aus Salt Lake City, das zwei Jahre zuvor von Mormonenführer Brigham Young als neuer Wohnort für die Anhänger seiner Glaubensgemeinschaft auserkoren worden war, weiter in den Süden und ließen sich auf dem Gebiet des heutigen Provo nieder. Sie nannten ihren neuen Ort zunächst Fort Utah, entschieden sich 1850 aber für eine Umbenennung zu Ehren des kanadischen Pelzjägers Etienne Provost, der schon 1825 in die Gegend gekommen war.

Im Jahr 1900 lebten bereits 6000 Menschen in der Stadt. Zwischen 1960 und 1970 wurde erstmals die Marke von 50.000 Einwohnern überschritten, in der Volkszählung von 2000 waren es erstmals mehr als 100.000 Menschen. Die Bevölkerung ist noch immer in der überwältigenden Mehrheit von knapp 85% weiß, 15% sind Latinos. Das Durchschnittsalter in Provo liegt bei gerade einmal 23,3 Jahren; ein Umstand, der in erster Linie der Brigham Young University zuzuschreiben ist, an der  über 34.000 Studenten eingeschrieben sind und die nicht nur weite Teile des Stadtbilds bestimmt, sondern auch großen Einfluss auf das Alltagsleben in Provo hat. Das Sportprogramm der Hochschule hat die Stadt dank eines seit langem recht erfolgreichen Football-Teams überregional bekannt gemacht. Deren Spielstätte, das LaVell Edwards Stadium mit über 63.000 Zuschauerplätzen, ist jedes Jahr rund um den Unabhängigkeitstag am 4. Juli der Schauplatz von Stadium of Fire, einer riesigen Feuerwerksshow mit patriotischem Anklang im Rahmen des America’s Freedom Festival. Zu dem Festival gehören regelmäßig noch diverse andere Veranstaltungen.

Wie viele andere Städte in Utah wird auch das Stadtbild von Provo vom Tempel der mormonischen Kirche bestimmt. Dieser wurde 1972 eingeweiht und verfügt über eine Nutzfläche von rund 12.000 Quadratmetern. Der Tempel von Provo ist einer der meistbesuchten der Kirche der Latter-Day Saints, wie die Mormonen offiziell heißen, denn direkt nebenan befindet sich das Ausbildungszentrum, in dem die Missionare geschult werden, die anschließend ihre traditionelle Missionsreisen beginnen. Das andere bedeutende Kirchengebäude der Stadt, das Tabernakel von Provo, wurde bei einem Feuer im Dezember 2010 schwer beschädigt. Der Bau dieses Gebäudes war 1883 begonnen worden und es diente viele Jahre als Veranstaltungsort für Konzerte und Kongresse genutzt worden. Nach dem Feuer wird es nun zu einem zweiten Tempel umgebaut werden.

Provo liegt im Utah Valley auf einer Höhe von mehr als 1200 Metern in einer Umgebung mit zahlreichen lohnenden Ausflugszielen und vielen Freizeitmöglichkeiten. Weithin sichtbar ist der Y Mountain, ein Berg der Wasatch Front mit einer Höhe von knapp 2600 Metern. Der Berg hat seinen Namen von einem großen, aus Beton gegossenen Y, das vor mehr als hundert Jahren als Zeichen der Brigham Young University hier installiert wurde. Der Buchstabe ist höher als die Zeichen des berühmten Hollywood-Schriftzugs. Die zwei Kilometer, die man vom Parkplatz bis zu dem Zeichen hin laufen muss, sind eine sehr beliebte Wanderstrecke, die auch eine gute Fernsicht über das Valley ermöglicht. Generell ist die Wasatch Range das Ausflugsziel für Einwohner und Besucher Provos. In den Bergen gibt es verschiedene Wanderwege mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Ein Teil des Gebirgszugs ist im Wasatch-Cache National Forest zusammengefasst, von dem wiederum einige Gebiete als Wildnisgebiete ausgewiesen sind. Nur wenige Meilen außerhalb der Stadt befindet sich ein weiteres, sehr beliebtes Ausflugsziel, der Utah Lake. Der rund 380 km² große See liegt auf einer Höhe von 1368 Metern und hat nur einen Abfluss, so dass er einen erhöhten Salzgehalt aufweist. Früher waren das Gewässer und seine Umgebung ein Lebensraum für zahlreiche Säugetiere und Amphibien, doch nachdem in den 60ern teilweise ungeklärte Abwässer in die Zuflüsse des Sees geleitet worden waren, war die Artenvielfalt stark zurückgegangen. Inzwischen ist das Wasser wieder sauberer, so dass Angeln zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen am Utah Lake gehört. Viele weitere Besucher befahren den See mit Booten und Wasserskis, im Winter sind Eisfischen und Schlittschuhlaufen möglich. Am östlichen Ufer des Utah Lake befindet sich der gleichnamige State Park, in dem es Möglichkeiten zur Übernachtung auf Campingplätzen gibt.

Noch mehr Fotos als am Utah Lake werden vermutlich an den Bridal Veil Falls geschossen - der Name bedeutet so viel wie “Brautschleierfälle”. Der insgesamt 185 Meter hohe Wasserfall verläuft über mehrere Felsvorsprünge und ist über den Highway 189 zu erreichen. Die Seilbahn, die hier früher einmal zu finden war, wurde nach ihrer Zerstörung nach einer Lawine im Jahr 1996 nicht wieder aufgebaut. Im Winter frieren die Fälle in der Regel ein und können dann sogar zum Eisklettern genutzt werden. Bei ungünstigem Wetter warten an der Brigham Young University in der Stadt gleich mehrere Museen auf Besucher. Während es im BYU Museum of Paleontology (1683 North Canyon Road, geöffnet Montag-Freitag 9-17 Uhr, freier Eintritt) mehrere Fossilien aus der Zeit der Dinosaurier  zu bestaunen und mehr über die Arbeit der ansässigen Paläonotologen zu erfahren gibt, bietet das BYU Museum of Art (North Campus Drive, geöffnet Montag-Dienstag und Samstag 10-18 Uhr, Mittwoch-Freitag 10-21 Uhr) eine der angesehensten Kunstsammlungen im Westen der USA. In zehn  Galerien zeigt das Museum wechselnde thematische Schauen, die Sammlung der Institution umfasst Werke aus verschiedenen Epochen und Regionen. Ebenfalls zur Universität gehört das Harrison Arboretum (8th North Street), ein botanischer Garten mit Pflanzen, die in unterschiedlichen Regionen der USA heimisch sind.


 

 

 

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