Utah

 

Zion Nationalpark

Der Begriff “Zion” stammt aus dem Hebräischen und kann ungefähr mit “höchste Erhebung” bezeichnet werden. Ob das der Grund war, dass das ehemalige Mukunutuweap National Monument, aus dem später der heutige Nationalpark wurde, in “Zion” umbenannt wurde, ist unklar. Historiker gehen jedoch davon aus, dass sich die Administration des neu gegründeten National Park Service um eine Änderung des bis dahin geltenden Namen indianischen Ursprung bemühte, weil man davon ausging, dass so komplizierte und fremd klingende Namen Besucher wenig ansprechen würden. Zion hat seit 1919 den Status eines Nationalparks, im Jahr 1956 wurde das Parkgelände erweitert. Jährlich besuchen mehr als 2,5 Millionen Menschen den National Park im Süden von Utah.

Zion

Der Sandstein, der hier heute Felsen, Abhänge und Canyons formt, ist geologischen Untersuchungen zufolge etwa 170 Millionen Jahre alt. Sie waren sicher nicht der Grund dafür, dass sich vor etwa 8000 Jahren erstmals Menschen in dieser Region niederließen, diese kamen in erster Linie wegen der vorhandenen Ressourcen, namentlich viele Tiere und Pflanzen, von denen sie sich ernähren konnten. Erst im späten 18. Jahrhundert wurde die Gegend dann durch Expeditionen, durchgeführt von Priestern der Franziskaner, erkundet. Mitte des 19. Jahrhunderts siedelten dann die Mormonen in Utah und die in der Nähe des heutigen Nationalparks gelegenen Orte Cedar City und Parowan wurden gegründet. Einige siedelten sogar am Boden der Canyons und betrieben dort den Anbau von Tabak und Früchten. John Wesley Powell, der mit seiner berühmt gewordenen Expedition 1869 in die Gegend kam, machte den Canyon und seine Umgebung auch den Menschen im Osten des Landes bekannt und die gestiegene Aufmerksamkeit führte dazu, dass Präsident Taft 1909 das Mukuntuweap National Monument ins Leben rief. In der Folge wurden Straßen gebaut und Unterkünfte errichtet, beides wichtige Aspekte für die zwölf Jahre später folgende Erhebung zum Nationalpark.

Die geologischen Ereignisse in Millionen von Jahren sorgten für das besondere Landschaftsbild des Zion National Parks, doch auch in Hinblick auf die Biologie gibt es einiges zu entdecken, denn der Nationalpark besteht aus mehreren verschiedenen Lebensräumen mit reichhaltiger Flora und Fauna. Was auf den ersten Blick, vor allem während der heißen Sommermonate, wie eine starre, fast mondartige Landschaft wirken kann, ist in Wahrheit gefüllt mit Leben. Vor allem wenn es in Folge von starken Regenfällen zu Springfluten kommt, die übrigens für diejenigen, die sich in den Canyons aufhalten, eine gewisse Gefahr darstellen können, kann man erkennen, wie das Wasser die Gegend belebt. Mehr als 900 verschiedene Pflanzenarten wurden im Zion Nationalpark gezählt, darunter Kakteen, Gräser und Farne. Bei den hier vorkommenden Tierarten gibt es eine ähnlich große Bandbreite: Allein knapp 300 Vogelarten und fast 80 verschiedene Arten von Säugetieren haben ihr Zuhause im National Park. Der kalifornische Kondor kommt hier ebenso vor wie Pumas, Schlangen, Waschbären und verschiedene Frosch- und Krötenarten.

Um auf solche Tiere zu treffen, muss man natürlich in aller Regel die üblichen Touristenpfade verlassen. Wer abseits der Wege durch das Gelände wandern will, braucht eine sogenannte “Backpacking Permit”, die im Visitor Center tagesgleich ausgestellt werden. Dort erhält man auch aktuelle Informationen über den Zustand der Wege und Trinkwasserquellen. Für die Übernachtungen stehen drei Campingplätze zur Verfügung. Für einen davon, für den Watchman Campground in der Nähe des Südeingangs, können Reservierungen gemacht werden, was besonders zwischen Juni und August zu empfehlen ist, da in dieser Zeit meist alle Plätze belegt werden. Eine weitere Übernachtungsmöglichkeit innerhalb des Parks bietet die Zion Lodge, die einige rustikal eingerichtete Hütten und Motelzimmer anbietet; weiterhin befindet sich hier ein Restaurant. Außer mit Wandern kann man sich im Zion Nationalpark auch auf andere Weise körperlich betätigen. Möglich sind Canyoneering, also das Klettern in den Canyons, Klettern an den Klippen und Kajakfahren auf dem Fluss, was jedoch nur für erfahrene Paddler zu empfehlen ist. Für alle diese Aktivitäten ist die vorherige, kostenlose Ausstellung eines “Wilderness Permits” durch die Mitarbeiter des Besucherzentrums nötig. Diese wird nicht benötigt von Besuchern, die mit dem Fahrrad unterwegs sind, allerdings ist das Fahren nur auf den asphaltierten Straßen des Parks gestattet.

Die meisten Besucher allerdings erleben den Zion National Park lieber mit Hilfe motorisierter Vehikel. Noch bis 1997 war es ganzjährig erlaubt, mit dem eigenen Fahrzeug durch den Park zu fahren, doch das hohe Fahrzeugaufkommen drohte den Park zu ersticken. In jenem Jahr wurde daher ein System von Shuttlebussen ins Leben gerufen, die in den Sommermonaten zwei Rundkurse bedienen und mit jeweils mehreren Stopps dafür sorgen, dass man auch die entlegeneren Gebiet erreichen kann. Die Shuttles fahren von April bis Oktober und sind kostenlos, Abfahrten sind in der Regel alle sieben Minuten. Von November bis März ist die Rundstraße “Zion Canyon Scenic Drive” generell für den Individualverkehr freigegeben, Ausnahmen können allerdings an Feiertagen und an Wochenenden bestehen. Die Rundstraße folgt über rund 15 Kilometer dem Nordarm des Virgin River, der den Zion Canyon in das Gestein gegraben hat.

Die Busse bringen Besucher zu allen wichtigen Sehenswürdigkeiten im Zion Nationalpark. Am oberen Ende des Zion Canyons befindet sich der Abschnitt The Narrows, eine lange und tiefe Schlucht, die an vielen Stellen aber nur wenige Meter breit ist. Die Formation wurde vom Fluss in den Fels gefräst und wer hier wandern möchte, muss damit rechnen, einen Teil des Weges im Wasser zurückzulegen. Wenn der Virgin River einen hohen Wasserstand hat, ist eine Begehung nicht möglich. Weiterhin sehenswert sind die Kolob Canyons im nordwestlichen Abschnitt des Parks, ein landschaftlich besonders schöner Bereich mit Canyons und steilen Felshängen. Mehrere Wanderwege sind hier ausgewiesen, es gibt zudem eine etwa 17 Kilometer lange Rundstrecke für Autos. Diese Strasse, die am Besucherzentrum beginnt, ermöglicht viele schöne Blicke auf die Gegend, die hier zu einem großen Teil als Wildnisgebiet ausgewiesen und damit besonders geschützt ist. Besonders sehenswert ist der Kolob Arch, eine der längsten natürlichen Steinbrücken der Welt. Mit einer Weite von 87,6 Metern ist der Bogen nur unwesentlich kürzer als der Landscape Arch im Arches National Park. Die Haltestelle Grotto des Shuttles ermöglicht den Zugang zu dem Wanderweg, der über knapp 4 Kilometer hinauf zu Angels Landing führt, eine 368 Meter hohe Felsformation, von der aus man einen hervorragenden Ausblick auf den Nationalpark hat. Die letzten Abschnitte des Weges sind sehr steil und gefährlich bei feuchter Witterung. 

Zion National Park liegt im Süden Utahs und damit in der Region der USA, in der sich zahlreiche Naturwunder befinden. Nicht weit entfernt liegt der berühmte Grand Canyon Nationalpark im Norden von Arizona. Zwischen den beiden National Parks gibt es eine Verbindungsstraße, der außerdem auch zum Bryce Canyon Nationalpark führt, den Zion-Mount Carmel Highway. Die äußerst sehenswerte Straße wurde 1930 eröffnet und führt unter anderem durch einen engen, 1700 Meter langen Tunnel am Pine Creek Canyon, dessen Durchfahrt für größere Fahrzeuge wie Wohnmobile nur in begrenztem Rahmen möglich ist, Auskunft erteilen die Besucherzentren.

Der Zion Nationalpark verfügt über zwei Visitors Center, eines am Zion Canyon im südlichen Teil des Parks und eines am Kolob Canyon im Norden. Beide sind täglich ab 8 Uhr geöffnet.

 

 

Weitere Informationen zum Zion National Park auf den Webseiten des National Park Service.


 

 

 

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