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Amerikanischer Patriotismus

Amerikaner lieben ihr Land    - und es gibt zwei Perspektiven, aus denen man diesen Umstand betrachten kann: Die europäische und die amerikanische. Europäer betrachten diesen Nationalstolz der Amerikaner argwöhnisch, halten ihn oft für überzogen und deplatziert und verweisen bei übermäßiger Zurschaustellung desselben auf so manchen Schandfleck der amerikanischen Geschichte. In vielen Fällen dürften sie damit das Wohlwollen ihres amerikanischen Gegenübers aufs Spiel gesetzt  haben, zumindest wenn man seine Kritik nicht an einzelnen Personen, sondern am ganzen Land festmacht.

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Amerikaner werden im persönlichen Gespräch einiges an Kritik zulassen: An Ihren Präsidenten etwa, an dunklen Kapiteln der Geschichte oder an sozialen Ungerechtigkeiten. Wer diese Kritik jedoch pauschal auf das Land überträgt und den Patriotismus der Amerikaner in Frage stellt, der wird auf wenig Verständnis stoßen. Denn dieser Patriotismus ist weniger eine Vaterlandsliebe, wie er in Europa häufig verstanden wird, er bezieht sich vielmehr auf die Idee von Amerika, auf die geschichtliche Entwicklung von der Kolonie zur Weltmacht und auf den Gedanken des promised land, in dem man vom Tellerwäscher zum Millionär aufsteigen kann - auch wenn viele Amerikaner diese ausführliche Erklärung nicht liefern werden.

Das alles hat vielleicht wenig mit der Gegenwart im Alltag zu tun, doch auch heute haben Amerikaner allen Grund, stolz auf ihr Land zu sein. Die USA sind eine Wirtschaftsmacht, sie leisten bedeutende Beiträge in Kunst, Bildung, Forschung, Sport, Kultur und Wissenschaft, sie bieten dem, der sie ergreift, immer noch alle Möglichkeiten und sie sind offen für alles und jeden. Ganz nebenbei leben die Amerikaner im schönsten und vielfältigsten Land der Welt. Dieses sind die Dinge, auf die Amerikaner stolz sind, doch wenn sie am Fahnenmast im Garten das Sternenbanner hissen oder beim Highschool-Basketballspiel die Hymne singen, dann beziehen sie sich wohl selten auf diese Punkte, sondern vielmehr auf das amerikanische Konzept, die amerikanische Idee; auf das Gemeinschaftsgefühl, das der Patriotismus zu erwecken vermag und vielleicht tun sie es auch ein bisschen aus Gewohnheit. Tatsächlich ist der Patriotismus, sind die Ehrbezeugungen so tief im amerikanischen Alltag verwurzelt, dass er etwas an Kraft und Ausdruck verliert - ein Grund mehr, warum Europäer ihn nicht fürchten sollten.

Es geht den Amerikanern nicht darum, ihre Überlegenheit anderen gegenüber zu feiern, es geht ihnen darum, zu zeigen, dass sie in einem freien Land leben, in dem es einiges gibt, worauf sie stolz sind- so wie die Franzosen auf Charles de Gaulle und die Italiener auf ihre Pasta stolz sind. Daran ist nichts, was man als Bedrohung, als verwerflich oder als unangemessen betrachten sollte, wenn man mit den Amerikanern gut auskommen will. Wer sich mit dem Patriotismus und der Tatsache, dass man den als Europäer nicht nachvollziehen kann, auseinandersetzen möchte, dann darf man sich nicht auf das eigene, europäisch negativ angehauchte Bild der USA und ihrer Geschichte verlassen, sondern muss auch die Argumente der anderen Seite kennen, muss die Bedeutung der Boston Tea Party, von JFK und der Mondlandung verstehen. Sie müssen, wenn Sie zum Beispiel in einem Baseballstadion sitzen, nicht die Hand zur Brust führen und die Hymne mitsingen. Aber man würde es ungern sehen, wenn Sie bei deren Klängen sitzen bleiben würden. Soviel Respekt sollte man dem Land, in dem man zu Gast ist, entgegenbringen.


 

 

 

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