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Pearl Harbor

Pearl Harbor

Datum:

7. Dezember 1941

Schauplatz:

Hafen von Pearl Harbor, Oahu, Hawaii

Beteiligte:

US Navy, japanische Marineflieger

Wichtige Namen:

Franklin D. Roosevelt, Kaiser Hirohito, Isoruku Yamamoto

Bedeutung:

Kriegseintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg, Kriegserklärungen gegen Japan, Deutschland und Italien

Die Attacke der japanischen Streitkräfte auf den amerikanischen Marinestützpunkt im hawaiianischen Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 war von den Japanern eigentlich als Präventivschlag zur Vermeidung eines Eingreifens der Amerikaner in die im Pazifik laufenden Kriegshandlungen angelegt. Das Ergebnis jedoch war das genaue Gegenteil: Die Kriegserklärung der USA an Japan und kurz darauf auch an Deutschland und Italien und damit der Eintritt des Landes in den Zweiten Weltkrieg. Zwar wären die Amerikaner früher oder später vermutlich ohnehin zur Kriegspartei geworden, die Attacke beschleunigte diesen Schritt allerdings. Durch die Beteiligung der USA wurde der weitere Verlauf des Zweiten Weltkriegs bestimmt, inklusive der Niederschlagung von Hitlers Deutschland und den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki.

Schon seit vielen Jahren war ein Krieg zwischen Japan und den USA im Bereich des Möglichen, denn die Japaner hatten in dem Bestreben, Zugang zu natürlichen Ressourcen zu bekommen, bereits seit den 1920er Jahren einen aggressiven Expansionskurs eingeschlagen und unter anderem bereits 1937 einen Krieg mit China begonnen. Der Westen fürchtete weitere Militäraktionen der Japaner, insbesondere nach dem Massaker von Nanking, als japanische Soldaten mehr als 250.000 chinesische Zivilisten ermordeten. 1940 war Japan in Französisch-Indochina einmarschiert. Präsident Roosevelt entschied daraufhin, die Pazifikflotte von San Diego nach Hawaii zu verlegen, also deutlich näher in Richtung Japan und die Streitkräfte auf den Philippinen zu verstärken, um Japans weitere Expansion aufzuhalten.

Die Amerikaner stellten schließlich im Juli 1941 ihre Öllieferungen an Japan ein, das daraufhin noch mehr als zuvor Bedarf hatte, sich in anderen Ländern mit Ressourcen zu versorgen. Das Land traf nun Vorbereitungen, niederländische und britische Kolonien in Südostasien zu überfallen. Die Japaner rechneten fest mit dem amerikanischen Kriegseintritt für den Fall ihrer Invasion in diese Kolonien und so begann Admiral Isoroku Yamamoto und Captain Minoru Genda mit der Planung zur Ausschaltung der amerikanischen Marine, bevor die Invasion beginnen sollte. Nach monatelangem Training gab Kaiser Hirohito schließlich am 1. Dezember 1941 seine Zustimmung zu dem Schlag gegen Amerika. Die Amerikaner dagegen, die durchaus mit einem Angriff der Japaner rechneten, erwarteten, dass dieser auf den Philippinen stattfinden würde und waren auf eine solche Attacke kaum vorbereitet.Ähnliches galt für die amerikanische Bevölkerung: Zwar befürchtete Umfragen zufolge etwa die Hälfte der Menschen einen Krieg mit Japan, nur wenige Amerikaner allerdings befürworteten einen solchen.

Am 26. November 1941 starteten sechs japanische Flugzeugträger mit mehr als 400 Flugzeugen, um den Angriff auf Pearl Harbor zu fliegen. Das strategische Ziel war die Zerstörung hochwertiger Ziele, dazu zählten vor allem die amerikanischen Flugzeugträger und Kampfschiffe, nachgeordnet kleinere Schiffe und die am Boden geparkten Kampfflugzeuge. Daneben kamen mit Torpedos bestückte U-Boote zum Einsatz.

Als die erste Welle des Angriffs begann, waren daran zunächst 183 Flugzeuge beteiligt, später folgten weitere 170. Zuerst kamen die langsamsten Flieger mit den schwersten Waffen an Bord, dann die wendigeren Fluggeräte. Ein zu Trainingszwecken genutzter Posten an der Nordspitze von Oahu entdeckte die Flugzeuge - Radar war damals noch in der Entwicklungsphase und nicht im Einsatz -, setzte aber keine Warnung ab, weil der Kommandant des Postens die Flugzeuge fälschlich für eigene B-17 hielt, die vom Festland kommend erwartet wurden. Der Angriff begann um 7:48 Uhr Ortszeit, als mehrere Stützpunkte gleichzeitig unter Feuer gerieten. Es bestand nur geringe Gegenwehr von einigen wenigen amerikanischen Flugzeugen, während die völlig überraschten Soldaten auf den Schiffen zu den Geräuschen der Bomben und Torpedos erwachten. Die meisten der US-Flugzeuge waren nicht abflugbereit, die Waffen waren nicht besetzt, Munition in den Lagern eingeschlossen. Die wenigen Soldaten, die den Gefechtsstand beziehen konnten, wehrten sich heldenhaft, hatten gegen den japanischen Überraschungsangriff aber letztlich keine Chance. In einer zweiten Angriffswelle mit 171 Flugzeugen konzentrierten sich die Japaner auf  Tanklager und Flugzeughangars.

Nach nur rund 90 Minuten war der Angriff vorüber. 2386 Amerikaner starben, weitere 1139 wurden verletzt. 18 Schiffe wurden versenkt oder außer Gefecht gesetzt, 188 Flugzeuge wurden zerstört. Die japanische Überraschungstaktik war ein voller Erfolg. Die Angreifer verloren nur 55 Piloten und neun U-Boot-Matrosen. Fast die Hälfte der amerikanischen Opfer starb, als das 185 Meter lange Schlachtschiff USS Arizona von einer 800 kg- Bombe getroffen wurde, die im Munitionslager einschlug und eine massive Explosion auslöste. Das Schiff, das bis heute in nur wenigen Metern Tiefe liegt, ist bis heute die letzte Ruhestätte für 1102 amerikanische Soldaten.

Trotz des militärischen Erfolgs der Japaner beim Angriff auf Pearl Harbor und ihres nur wenige Stunden später stattfindenden Überfalls auf die Philippinen schlug die Mission der japanischen Streitkräfte letzten Endes fehl. Die US Navy konnte, auch dank der Tatsache, dass Reparaturdocks, die U-Boot-Basis und Öltanks in Pearl Harbor zum großen Teil intakt geblieben waren und dass die amerikanischen Flugzeugträger nicht betroffen waren, recht schnell ihre Gefechtsfähigkeit wiederherstellen. Zudem war die amerikanische Bevölkerung nach dem als heimtückisch angesehenen Angriff (es hatte zuvor keine Kriegserklärung Japans an die USA gegeben) nunmehr zu einem großen Teil bereit, in den Krieg zu ziehen. Die USA erklärten Japan nach einer flammenden Rede von Präsident Roosevelt den Krieg. Infolge eines Abkommens erklärten daraufhin Deutschland und Italien den Amerikanern den Krieg, ebenso schaltete sich nun Großbritannien gegen Japan ein. Aus dem zuvor hauptsächlich in Europa ausgefochtenen Krieg war somit ein tatsächlicher Weltkrieg geworden.


 

 

 

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