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Die größte Ranch der USA ist in die in Texas, in der Nähe von Corpus Christi, gelegene King Ranch, deren Fläche mehr als 3300 km² umfasst, mehr als der Bundesstaat Rhode Island. Die King Ranch, 1852 begründet, wurde zur Heimat von in erster Linie aus Mexico importierten Rindern, deren Zahl sich Ende der 1860er Jahre Schätzungen zufolge auf mehr als 80.000 Tier belief. Heute ist sie unter anderem auch in der Zucht erstklassiger Rennpferde tätig und betreibt mit der Texas A&M University Studien zur Agrarwissenschaft.
Das Beispiel zeigt, dass Ranches in Amerika weit mehr sind als Einrichtungen zur Zucht und Haltung von Rindern. Auf dem Grund und Boden der Ranches leben mitunter zahlreiche Farmerfamilien, es wird Energie mit Windmühlen und Dämmen gewonnen, Erdöl gefördert oder, wie im Beispiel der von der Kirche der Mormonen betriebenen Deseret Ranch in der Nähe von Orlando in Florida, der Anbau von Früchten betrieben. In den letzten Jahren haben sich viele Ranches zudem Besuchern geöffnet und bieten neben Lizenzen zur Jagd auf dem eigenen Gelände auch in vielen Fällen Ranchurlaub in verschiedenen Variationen vom rustikalen Viehtrieb bis zum luxuriösen Spabetrieb an. Im Gegensatz zu Farmen, die eine landwirtschaftliche Einheit darstellen, die man im weiteren Sinne mit dem Wort Bauernhof übersetzen könnte, sind Ranches solche Unternehmungen, bei denen Vieh auf offenen, oftmals vergleichsweise kargen Flächen gehalten wird. Dazu gehören dann auch die Viehtriebe, die in vielen Filmen zum Thema geworden sind und Teil der amerikanischen Folklore wurden.
Dennoch ist die Zeit der riesigen Ranches vorüber. Die XIT Ranch in Texas, ehemals die weltgrößte, ist bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts in kleinere Parzellen aufgeteilt und an Farmer und Investoren verkauft. Trotzdem haben Rancher und ihre Anwesen einen großen Teil zur Entwicklung des Landes, aber auch zum Image Amerikas beigetragen und sind in Geschichte und Kultur fest verwurzelt. Die Nutzung des riesigen, unwirtlich scheinenden Landes mit eigenen Methoden steht für den Glauben der Amerikaner, auch unmöglich scheinendes möglich machen zu können und bis heute sind Hufe, die Staub aufwirbeln, ein Sinnbild für den amerikanischen Westen geblieben.
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