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Das Rat Pack

Angeblich soll es der etwas zerrupfte Anblick von Humphrey Bogart und einigen seiner Freunde nach der Rückkehr von einem Ausflug nach Las Vegas gewesen sein, der Bogarts Ehefrau Lauren Bacall zu dem Ausruf bewegte, die Gruppe sehe aus “like a goddam rat pack”. Zwar gibt es auch noch andere Ansätze, wie es zu dem Namen gekommen ist, diese wenig schmeichelhafte Bezeichnung jedenfalls blieb hängen und wurde zu einem festen Begriff in der Welt des Entertainments der 50er und 60er Jahre. Im Umkreis des Rat Pack bewegten sich im Laufe der Jahre viele prominente Künstler, Musiker, Politiker und Schauspieler, der Kern der Gruppe jedoch waren immer Frank Sinatra, Sammy Davis Jr., Peter Lawford, Dean Martin und Joey Bishop. Das heutige Zentrum der amerikanischen Unterhaltungsindustrie, Las Vegas, verdankt der Gruppe so einiges, nicht zuletzt die Aufhebung der Rassentrennung in den Hotels und Clubs der Stadt, aber auch den Aufstieg zur weithin bekannten Vergnügungsmetropole. Das Rat Pack selbst bekam im Laufe der Zeit eine immer deutlichere politische Komponente, nicht zuletzt auf Grund der Tatsache, dass Lawford ein Schwager von John F. Kennedy war. So setzten die Entertainer nicht nur weitgehend Kennedys politische Ansichten um, sondern unterstützten diesen auch offen im Präsidentschaftswahlkampf.

Rat Pack

Wer sich der Gruppen anschließen wollte oder mit ihr gesehen werden wollte, der musste sich auch ihrer politischen Gesinnung anschließen. Doch neben aller Ernsthaftigkeit war die Gruppe auch bekannt als eine Verbindung oft wild feiernder Kumpanen mit starker Ausstrahlung auf die Damenwelt - auch wenn Joey Bishop später einmal aussagte, dass es sich dabei nur um ein Image ohne wirkliche Grundlage gehandelt habe.

Zu den bekannten Namen, die sich im Umfeld des Rat Packs bewegten, gehörten unter anderem Katharine Hepburn, David Niven, Marilyn Monroe, Errol Flynn, Cary Grant, Spencer Tracy und Nat King Cole. Die meisten dieser Prominenten lebten in enger Nachbarschaft zueinander in Holmby Hills, einem exklusiven Viertel von Los Angeles. Das Haus von Bogart und Bacall diente hier als oft genutzter Treffpunkt für Parties und gesellschaftliche Events. Humphrey Bogart starb 1957 und nach seinem Tod verlagerte sich das Geschehen etwas. Vor allem Las Vegas und hier das legendäre Sands Hotel wurden zum Treffpunkt der Gruppe, wo die Mitglieder große Erfolge feierten und fast immer vor ausverkauftem Haus auftraten. Ein Teil der Faszination der Besucher mag darin begründet gewesen sein, dass man häufig mit einem nicht angekündigten Gastauftritt eines der Rat Pack-Mitglieder rechnen konnte, wenn ein anderes auf der Bühne stand.

Gemeinsame Auftritte der Gruppe aber waren ebenfalls nicht selten und neben den Bühnenshows war das Rat Pack auch erfolgreich gemeinsam auf der Leinwand präsent. Basis des Erfolgs aber waren die Bühnenshows, die jedes Mal viele Besucher nach Las Vegas zogen und der Stadt so einen echten Boom verliehen. Sammy Davis Jr. jedoch musste bei seinen Auftritten in anderen Hotels absteigen und oft auch in anderen Restaurants speisen als seine weißen Freunde. Dies führte nach einer Weile dazu, dass Davis und andere Mitglieder des Rat Packs sich weigerten, an Veranstaltungsorten aufzutreten, in denen Rassentrennung betrieben wurde. Da die Gruppe ein solcher Zuschauermagnet war, wurde durch dieses Verhalten nach und nach die Segregation in Las Vegas aufgeweicht.

Bald jedoch begann sich das Rat Pack aufzulösen. Sinatra und Lawford waren in einen heftigen Streit miteinander geraten, weil Lawford Sinatra einen Besuch seines Schwagers John F. Kennedy in dessen Haus in Palm Springs versprochen hatte, doch Kennedy sagte nach Hinweisen seiner Berater auf Sinatras Mafiaverbindungen ab. Sinatra soll anschließend dafür gesorgt haben, dass Lawfords Rollen in gemeinsamen Filmprojekten gestrichen wurden. 1965 gaben Sinatra, Dean Martin und Sammy Davis Jr. ein gemeinsames, im Fernsehen übertragenes Konzert, doch danach wurde die Gruppe zunehmend seltener zusammen gesehen, stattdessen verfolgten die Mitglieder als Solokünstler ihre Karrieren. 1984 erschienen Sinatra, Martin und Davis noch einmal gemeinsam in einem Film.

Diese drei planten einige Jahre später eine große gemeinsame Tournee, doch die Mitglieder des Rat Packs hatten sich verändert. Davis war kokainabhängig, was Sinatra verstimmte und Davis beinahe mittellos werden ließ und Dean Martin war nach einem Schicksalsschlag abhängig von Alkohol und Tabletten; zudem stritt er immer häufiger mit Sinatra, dem Anführer der Gruppe. Nach nur vier - sehr erfolgreichen - Auftritten verließ Martin die Tour. Er wurde durch Liza Minnelli ersetzt, mit der gemeinsam Sinatra und Davis die Tournee international viel umjubelt fortsetzten. Es war der letzte gemeinsame Auftritt von Mitgliedern des Rat Packs. Sammy Davis Jr. starb 1990 an Kehlkopfkrebs, Lawford war bereits 1984 verstorben.


 

 

 

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