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Reiseidee:
In die Heimat des Whiskey

whiskey

Reiseregion:

Südosten der USA, mittlere Atlantikstaaten

Orte auf der Reise:

Bardstown, Kentucky / Clermont, Kentucky / Lynchburg, Tennessee / Alexandria, Virginia / Bethel Park, Pennsylvania

Strecke insgesamt:

ca. 1900 Kilometer, gesamte Fahrzeit etwa 18,5 Stunden

Hintergrund
In den USA hergestellter Whiskey (mit “E”, nicht: “Whisky”) wird aus verschiedenen Getreidesorten hergestellt. Die bekannteste Variation ist der Bourbon auf Basis von Mais. Dieser wird zum weitaus überwiegenden Teil im Bundesstaat Kentucky hergestellt, obwohl der Kongress schon 1964 den Bourbon als “typisches Nationalprodukt der USA” anerkannt hat und es Destillerien auch in zahlreichen anderen Bundesstaaten gibt. Ein anderer bekannter Begriff ist “Tennessee Whiskey”. In den beiden benachbarten Staaten im Osten allerdings ist die Tradition der Whiskey-Produktion am weitesten verankert.

Es ist eine oft übersehene Tatsache, dass der ehrenwerte George Washington einst der größte Whiskeyproduzent des Landes war. Während Washington im Krieg gegen die Briten die Unabhängigkeit der USA erkämpfte und die Menschen in der Neuen Welt vieles von dem endgültig ablegen wollten, was die Kolonialherren mitgebracht hatten, wollten die Amerikaner so manches andere ungern wieder hergeben und die Kunst des Brennens von Spirituosen gehörte da zweifellos dazu.

In Bardstown war man besonders eifrig dabei. Hier, im zweitältesten Ort von Kentucky (Foto), geht die Geschichte der Whiskey-Herstellung zurück bis zum Ende des 18. Jahrhunderts und weil hochprozentige Alkoholika ja bekanntlich die Stimmung heben, feiert man diese Tatsache jeweilsKY Bardstown im September eine Woche lang beim Kentucky Bourbon Festival mit kulinarischen Spezialitäten, Entertainment und dem einen oder anderen Glas Whiskey. Letzterer stammt aus einer der zahlreichen Destillerien, die in dieser Region ansässig sind. Es gibt sie unter anderem in Loretto (Maker’s Mark), Lawrenceburg (Wild Turkey, Four Roses) und in Bardstown selbst (Willett, Heaven Hill), die bei europäischen Reisenden bekannteste Marke dürfte aber Jim Beam im nur 20 Autominuten entfernten Clermont sein. Hier, wie auch bei den meisten anderen Destillerien, wird eine geführte Tour angeboten, bei der man nicht nur einen Einblick in den gesamten Herstellungsprozess von Whiskey bekommt, sondern auch erfährt, dass der Gründer des so amerikanisch klingenden Jim Beam eigentlich der deutsche Auswanderer Johannes Boehm war. Zurück in Bardstown, ermöglicht ein Besuch des örtlichen Oscar Getz Museum of Whiskey History (114 North Fifth Street) einen Blick über die regionalen Grenzen hinaus, denn es dokumentiert die Geschichte und Tradition der Whiskey-Produktion im ganzen Land - und zeigt, dass sich nicht nur Präsident Washington, sondern auch Präsident Lincoln in seiner Freizeit mit Hochprozentigem beschäftigte. Übrigens: Auch ganz abgesehen vom Whiskey ist die 11.000-Einwohner-Stadt Bardstown ein durchaus sehenswerter Ort.

Das ist auch gut so, dennTN Jack Daniels so kann man den Kopf wieder frei bekommen vom Whiskey und sich auf die gut dreistündige Fahrt Richtung Süden machen. Man passiert Nashville und landet in einem Örtchen mit 6000 Einwohnern und einer Ampel, das den deutschen Fernsehzuschauern trotzdem merkwürdig vertraut erscheint: Lynchburg, Tennessee. Lange rätseln, warum man dieses Städtchen kennt, muss man allerdings nicht, denn es ist in den paar Straßenzügen Lynchburgs kaum zu übersehen, dass man hier ziemlich stolz auf den weltbekannten Markennamen Jack Daniel’s ist. Besichtigungstouren finden mehrmals täglich statt, gehen im Wesentlichen über das Außengelände und dauern eine gute Stunde. Wer das edle Tröpfchen kosten will, muss eine Distillery Tour buchen. Kaufen kann man den Whiskey in Lynchburg übrigens nicht, denn der Landkreis ist “trocken”, das heißt, hier darf kein Alkohol verkauft und schon gar nicht öffentlich konsumiert werden. Der Grund dafür liegt in der amerikanischen Geschichte, denn es gab im Land mehrere Perioden, in denen eine Prohibition galt - in Tennessee zum Beispiel zwischen 1910 und 1938 - und einige Counties haben dieses Verbot bis heute aufrecht gehalten.

Auf diese Art historisch gebildet, ist es nur ein kleiner gedanklicher, aber ein größerer räumlicher Schritt zum nächsten Stopp, Alexandria in Virginia im Umkreis der Bundeshauptstadt Washington. Diese ist benannt nach George Washington, dem ersten Präsidenten der USA, und dieser lebte auf einer Plantage bei Alexandria. Der Feldherr und Politiker betrieb hier landwirtschaftliche Unternehmungen, doch sein Farmmanager schlug ihm die Errichtung einer Destillerie zur Verarbeitung der überzähligen Ernte vor und schon zwei Jahre nach ihrer Errichtung war Washingtons Spirituosenmanufaktur die größte des ganzen Landes. Das Gebäude, die so genannte “Gristmill”, brannte zwar 1814 vollständig nieder, wurde 1933 aber rekonstruiert und kann von April bis Oktober besichtigt werden. Von Zeit zu Zeit verkauft der Shop im Besucherzentrum von Mount Vernon übrigens einige Flaschen Whiskey nach Washingtons Rezept, dafür muss man aber einiges an Kleingeld dabei haben.

Heute zieht man grummelnd wieder ab, wenn man den Preis für etwas als zu hoch empfindet, früher war so etwas ein Grund für offene Rebellion. Im 18. Jahrhundert hatten viele Farmer die Produktion von Whiskey aufgenommen, weil die Verarbeitung des Getreides für diese Zwecke oft ertragreicher war als dieses über viele Meilen zu einem Marktplatz zu transportieren. Die Bundesregierung unter Präsident Washington, der ja entsprechend vorgebildet war, erließ 1791 ein Gesetz, mit dem Steuern auf Whiskey erhoben wurden, was bei den betroffenen Farmern alles andere als gut ankam. Sie protestierten gegen den Erlass und verweigerten die Zahlung. Die Regierung sandte daraufhin Steuereintreiber aus. Auf der Miller Farm im Umland von Pittsburgh, nahe der Stadt Bethel Park im Westen von Pennsylvania jedoch stieß der Marshall auf erbitterten Widerstand - der Farmer verweigerte den Staatsbediensteten den Zutritt und feuerte Warnschüsse in die Luft. Diese Salven waren die ersten Schüsse, die während der sogenannten “Whiskey Rebellion” gefeuert wurden. Die nächsten Schüsse fielen einen Tag später, als die aufgebrachten Farmer das Privathaus des Generals Neville belagerten, der den Marshall tags zuvor begleitet hatten. Diesmal war es Neville, der schoss und er traf Oliver Miller tödlich, von dessen Farm aus die Rebellion gestartet worden war. Jene Farm (2301 Corrigan Drive, South Park Township) ist heute zwischen Mai und Mitte Dezember in selbstgeführten Touren zu besichtigen. 


 

 

 

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