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Amerika mit kleinen Kindern

Erfahrungen aus einer Florida-Reise mit einem einjährigen Kind

Wer mit einem kleinen Kind zum ersten Mal in den Urlaub fährt, sieht plötzlich in vielen Dingen, die sich zuhause längst eingespielt haben, eine neue Herausforderung. Wie wird das Kind die fremde Umgebung, das veränderte Klima, das andere Essen vertragen? Wie gut ist die Urlaubsregion auf kleine Gäste vorbereitet? Gibt es spezielle Einrichtungen für Kinder, kann man die gewohnten Produkte auch vor Ort kaufen, was muss man selbst mitbringen? Nicht zuletzt müssen auch die Eltern darauf vorbereitet sein, dass gemeinsame Urlaube in Zukunft ganz anders aussehen als zuvor.

Unsere Tochter war gerade ein Jahr alt geworden, als sie uns das erste Mal in die USA begleitete. Wir reisten im März nach Florida und hatten vor, mit dem Mietwagen von Ort zu Ort zu reisen und Central Florida, den Panhandle und das südliche und mittlere Georgia zu besuchen. Die erste große Herausforderung war der Flug, mit Condor von Frankfurt nach Orlando. Wir raten davon ab, ein Kind unter zwei Jahren als Infant, also ohne eigenen Sitzplatz zu buchen, auch wenn das günstiger als ein Kinderticket ist. Es erschien uns, als existiere das Kind für das Personal überhaupt nicht – wir wurden weder gefragt, ob wir vielleicht ein spezielles Essen (Gläschen o.ä.) für  unsere Tochter zubereiten wollen, noch erhielten wir ein Kissen oder eine Decke oder ein Spielzeug für sie – sie wurde einfach ignoriert. Dass man von den Angestellten deutscher Airlines in der Regel nicht übermäßig viel an Freundlichkeit, Aufmerksamkeit oder Entgegenkommen erwarten darf, wussten wir schon zuvor und sahen dies auch nachhaltig bestätigt; als während des Fluges ein anderes Kleinkind von einem von einer Flugbegleiterin geschobenen Getränkewagen aber frontal umgefahren wurde und sich diese Person mit keinem Wort der Entschuldigung an das Kind oder die Mutter wandte, sondern sich noch darüber ausließ, dass die Mutter gefälligst auf das Kind aufpassen solle, stand unser Entschluss fest, dass wir zukünftig nur noch mit US-Gesellschaften fliegen werden. Die neue Umgebung im Flugzeug bewirkte, dass unsere Tochter während des gesamten Fluges kein Auge zutat und zusammen mit einer zweistündigen Verspätung und einer langen Wartezeit am Schalter der Mietwagenfirma entstand eine Situation, die für alle Beteiligten sehr belastend war. Eltern sollten unbedingt alle beeinflussbaren Faktoren zeitlich so kurz wie möglich halten, also z.B. kein weit vom Ankunftsflughafen entferntes Hotel für die erste Nacht buchen. Es empfiehlt sich, ein Handgepäckstück komplett mit – möglichst unbekannten – Spielsachen und Nahrung für das Kind zu packen. Einen faltbaren Kinderwagen kann man sowohl in Deutschland als auch in den USA mit bis ans Gate nehmen und erhält ihn dann bei der Gepäckausgabe wieder zurück. Der Kinderwagen kann nicht mit an Bord genommen werden und muss bei der Sicherheitskontrolle zusammengefaltet und durchleuchtet werden.

Wir übernahmen einen Mietwagen und waren rückblickend sehr froh, dass wir uns für uns ein großes  Fahrzeug (SUV) entschieden haben, dessen Kofferraum so geräumig war, dass unsere Tochter bei Fahrpausen darin spielen und auch mal gewickelt werden konnte. Angesichts des hohen Preises von etwa $160 für die Mietzeit entschieden wir uns gegen die Anmietung eines Autositzes, sondern haben im nächstgelegenen Wal-Mart für ca. $45 einen erstklassigen Sitz gekauft. Man kann auch einen Kinderautositz mit an Bord nehmen und am Urlaubsort dann verwenden, dies allerdings zählt in der Regel dann bereits als das eine Handgepäckstück, das man mitnehmen darf. Für weitere $50 kauften wir auch noch ein zusammenfaltbares Reisebett, das wir in den Hotelzimmern innerhalb von Sekunden auf- und abbauen konnten und mit dem wir uns die Kosten für Zustellbetten ersparten. Unsere Erfahrungen mit dieser Vorgehensweise waren sehr positiv und auf dem Rückweg konnten wir beides sogar als Gepäckstücke abgeben, obwohl wir damit gerechnet hatten, beides zurücklassen zu müssen.  

Bei Reisen in die USA sind besonders die Effekte der allgegenwärtigen Klimaanlagen zu beachten. Unsere Tochter hatte sich schon nach zwei Tagen eine Erkältung eingefangen. Davon abgesehen meisterte sie die Herausforderungen der neuen Umgebung aber sehr gut. Weder die Zeitumstellung noch der veränderte Speiseplan, die fremden Geräusche in der Nacht oder die langen Autofahrten erwiesen sich als schwierig. Man muss sich, wenn man zuvor nur ohne Kinder auf Tour war, selbstverständlich darüber im Klaren sein, dass sich die Reise anders als zuvor gestalten wird; die Bedürfnisse des Kindes begrenzen Flexibilität und Spontaneität nachhaltig. Das gilt sowohl für lange Ausflüge als auch für geplante Unternehmungen wie Besichtigungen oder Shoppingtouren.

Ganz allgemein betrachtet sind die USA auch für Kinder ein lohnendes Urlaubsland. Es gibt viele Möglichkeiten für Unternehmungen und überall, auch in jedem Restaurant, ist man auf kleine Gäste gut vorbereitet. In den großen Märkten wie Wal-Mart, Kmart oder Target findet man darüber hinaus alles, was Kinder benötigen, oft zu deutlich günstigeren Preisen als zu Hause. Die Offenheit und Freundlichkeit der Amerikaner, gerade auch Kindern gegenüber, tragen das Übrige dazu bei, dass man sich als Familie im Land wohl fühlt.

Unsere Buchempfehlung zum Thema: Florida mit Kleinkindern


 

 

 

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