default

 

Ronald Reagan

Ronald Reagan

Ronald Reagan war von 1981 bis 1989 der 40. Präsident der USA. Vor der Übernahme des wichtigsten Amtes des Landes war er Schauspieler und Gouverneur des Bundesstaats California. Zurückblickend gilt Reagan heute als Sinnbild des republikanischen Politikers, der vor allem mit seinem “Reaganomics” genannten Programm zur Förderung des wirtschaftlichen Aufschwungs auf sich aufmerksam machte. In seine zweite Amtszeit fiel das Ende des Kalten Kriegs und der Fall der Berliner Mauer; Ereignisse, an denen Ronald Reagan seinen Anteil hatte. In der öffentlichen Meinung wird Reagan allgemein als einer der einflussreichsten und erfolgreichsten amerikanischen Präsidenten gesehen.

Reagan stammte eigentlich aus Tampico in Illinois, wo er am 6. Februar 1911 geboren wurde. Noch während der High School- Zeit nahm er, damals 15 Jahre alt, seinen ersten Job an und arbeitete als Rettungsschwimmer. Reagan besuchte das Eureka College in der Nähe seiner Heimatstadt und belegte als Hauptfächer Wirtschaft und Soziologie. Schnell übernahm er wichtige Rollen in der Universität, engagierte sich sowohl in den Sportmannschaften als auch im Studententheater und wurde Sprecher der Studentenschaft. Nach seinem Abschluss wurde er zunächst Sportreporter im Radio, ab 1937 arbeitete er als Schauspieler in B-Movies für Warner Brothers.

Im Januar 1940 heiratete Ronald Reagan seine erste Frau, die Schauspielerin Jane Wyman. Ein Jahr später wurde die erste Tochter des Paares, Maureen, geboren; eine zweite Tochter starb 1947 kurz nach ihrer Frühgeburt. Zuvor hatte das Paar den Sohn Michael adoptiert. Die Ehe mit Jane Wyman endete 1949. Drei Jahre später heiratete er Nancy Davis, ebenfalls Schauspielerin, die bis zu seinem Tod 2004 an seiner Seite blieb. Die beiden bekamen zwei Kinder, die 1952 geborene Tochter Patti und den 1958 geborenen Sohn Ron.

Als Schauspieler erhielt er überwiegend gute Kritiken und auch die US Army erkannte sein Talent. Wegen seiner Kurzsichtigkeit nicht zum Frontdienst geschickt, wurde er 1944 zu einer Einheit transferiert, in der hunderte Trainingsfilme produziert wurden. Dennoch war es wohl der Militärdienst, der dafür sorgte, dass Reagan kein Hollywoodstar wurde, denn die aufstrebende Karriere des jungen Schauspielers wurde dadurch unterbrochen. Dennoch machte er sich in Hollywood einen Namen und wurde bereits 1941 in den Vorstand der Vereinigung der Schauspieler gewählt. Von 1947 an war er mehrere Jahre Präsident der Vereinigung. In dieser Zeit, die von großer Angst der amerikanischen Regierung vor kommunistischen Umtrieben geprägt war, arbeitete er mit dem FBI zusammen und versorgte es mit Informationen über Kollegen in Hollywood, die in dieser Hinsicht verdächtigt wurden.

Die parteipolitische Karriere Reagans begann als Demokrat. Er unterstützte Franklin D. Roosevelts Politik, wandte sich jedoch bald dem konservativen Flügel der Demokraten zu und wechselte 1962 das Lager zu den Republikanern.  Zwei Jahre später wurde er auch als Politiker einer breiteren Öffentlichkeit bekannt, als er zu den treibenden Kräften im Präsidentschaftswahlkampf von Barry Goldwater gehörte. Die Aufmerksamkeit verhalf ihm wenig später zum ersten großen politischen Erfolg, als er 1966 zum Gouverneur von Kalifornien gewählt wurde. In seiner Amtszeit schärfte Reagan sein konservatives Profil. Unter anderem erklärte er seine Unterstützung für die Todesstrafe, wandte sich gegen Abtreibungen (obwohl er zu Beginn seiner Amtszeit ein Gesetz unterzeichnete, das Abtreibungen weitergehend erlaubte als zuvor), kämpfte gegen den Ausbau von Wohlfahrtsleistungen und demonstrierte Härte gegenüber der sich ausweitenden Bürgerrechts- und Hippie- Bewegung, insbesondere beim Einsatz der Nationalgarde an der Universität von Berkeley, die als Zentrum der Bewegung bekannt war.Im Jahr 1970 wurde Reagan zu seiner zweiten Amtszeit gewählt, ein drittes Mal trat er nicht an.

Im Jahr 1976 ging Reagan erstmals in den Wahlkampf um das Weiße Haus, verlor die Vorwahlen jedoch knapp gegen den moderateren republikanischen Kandidaten, Präsident Gerald Ford, der die Wahlen anschließend gegen den Demokraten Jimmy Carter verlor. Vier Jahre später war die Situation eine andere. Die USA steckten in einer Phase langsamen wirtschaftlichen Aufschwungs und hoher Inflation, die Energiekrise beeinflusste die weitere Entwicklung, die Geiselkrise im Iran, wo 52 US-Bürger festgehalten wurden, beherrschte die Schlagzeilen. Nicht zuletzt die Geiselkrise, die dem amtierenden Präsidenten mit angelastet wurde, half Reagan dabei, die Wahlen zu gewinnen. Er gewann die Wahlmännerstimmen von 44 der 50 US-Bundesstaaten, sein Vizepräsident wurde der ehemalige CIA-Direktor und spätere 41. US-Präsident, George Bush. Zum Zeitpunkt seiner Wahl war Reagan bereits 69 Jahre alt; bis heute ist er der älteste gewählte Präsident. Während er seinen Amtseid ablegte, endete die Geiselkrise im Iran mit der Freilassung der amerikanischen Gefangenen.

Nur etwas mehr als zwei Monate nach seiner Amtsübernahme wurde Ronald Reagan Opfer eines Anschlags. John Hinckley Jr. schoss auf den Präsidenten, als dieser das Hilton Hotel in Washington DC verließ, wo er eine Veranstaltung besucht hatte. Reagan wurde in der Lunge getroffen, konnte das Krankenhaus aber dank schneller medizinischer Hilfe bereits nach zehn Tagen wieder verlassen. Hinckley, der der Hauptfigur des Films Taxi Driver nacheiferte und dessen einziges Motiv es war, die Schauspielerin Jodie Foster beeindrucken zu wollen, wurde sofort festgenommen und im Gerichtsverfahren für unzurechnungsfähig erklärt. Er lebt bis heute in einer psychiatrischen Einrichtung.

Reagans Popularitätswerte stiegen nach dem Attentat stark an. Dieser Umstand, zusammen mit dem überwältigenden Wahlergebnis und einer Mehrheit der Republikaner im Senat, trug dazu bei, dass er die Präsidentschaft während seiner ersten Amtszeit weitgehend nach seinen Überzeugungen und Einstellungen gestalten konnte. Zu seinen Zielen gehörten vor allem der wirtschaftliche Aufschwung und die Stärkung des amerikanischen Selbstbewusstseins, das unter anderem nach den Ereignissen im Iran gelitten hatte.

Schwerpunkte seiner Amtszeit als Präsident waren von Anfang an die Außen- und die Wirtschaftspolitik. Als Reagan das Amt übernahm, lag die Inflationsrate in den USA bei über 12%, die Arbeitslosigkeit bei 7,1%. Reagan bekämpfte die schlechte Wirtschaftslage unter anderem mit weitreichenden Steuersenkungen, mit denen er den Konsum wieder ankurbelte. Zudem ließ er ein Programm auflegen, mit denen Arbeitslose und Jugendliche für Jobs qualifiziert werden sollten. Die Erfolge dieser Politik zeigten sich in den Zahlen - das Bruttoinlandsprodukt stieg beständig während seiner Amtszeit, 16 Millionen neue Jobs entstanden, die Inflationsrate sank nachhaltig. Durch diese Effekte wurde der Verlust an Steuereinnahmen wieder wett gemacht. Auf der anderen Seite kürzte er die Budgets vieler Regierungsprojekte: Die Ausgaben für Bildungsprogramme wurden ebenso gekürzt wie die für den Umweltschutz und die Gesundheitsfürsorge für sozial Schwache. Reagans wirtschaftspolitische Maßnahmen werden oft in dem Begriff “Reaganomics” zusammengefasst.

Reagans Außenpolitik war geprägt vom Kalten Krieg. Während seiner Präsidentschaft wurden die Ausgaben für das Militär signifikant erhöht. Damit wurden unter anderem Programme wie das der Stationierung von Pershing-Raketen in Westdeutschland vorangetrieben, die - zusammen mit ähnlichem Vorgehen auf sowjetischer Seite - zu weiteren Verschärfungen des Kalten Krieges führten. Auch die Rhetorik zwischen den Supermächten verschärfte sich; im März 1983 tätigte Reagan den berühmten Ausspruch vom “evil empire”, dem “Reich des Bösen”, bezogen auf die Sowjetunion. Im gleichen Monat stellte er sein SDI-Programm vor, das den Westen durch Schutzsysteme im All und am Boden vor sowjetischen Nuklearangriffen schützen sollte. Das von Experten als unmöglich angesehene und spöttisch als “Star Wars” bezeichnete Projekt wurde jedoch nie realisiert. Als Reaktion auf die Invasion der UdSSR in Afghanistan im Jahr 1979 verfasste Reagan seine Reagan-Doktrin, mit der die Möglichkeiten der Einflussnahme Moskaus auf andere Staaten beschränkt und zurückgefahren (“rollback”) werden sollten. Unter dem Programm wurden beispielsweise die Mudschaheddin in Afghanistan oder der Contras in Nicaragua unter Einbindung der CIA von Washington indirekt und nicht immer völkerrechtlich legal gefördert. Im Oktober 1983 entsandte Reagan die US-Streitkräfte nach Grenada, wo seit 1979 eine marxistisch orientierte Regierung die Macht ergriffen hatte. Nach einigen Tagen Kampfhandlungen siegten die Amerikaner und eine neue Regierung wurde installiert.

Der Amtsinhaber gewann die Wahlen 1984 gegen Walter Mondale mit dem besten Ergebnis, das jemals in einer US- Präsidentschaftswahl erzielt wurde. Zu den wichtigen Ereignissen in Reagans zweiter Amtszeit zählte die umstrittene Kranzniederlegung mit Helmut Kohl auf dem Militärfriedhof in Bitburg (wo auch Mitglieder der Waffen-SS begraben liegen), die Katastrophe des Spaceshuttles Challenger im Januar 1986 und die Bombardierung Libyens unter anderem in Folge des Bombenanschlags auf die Berliner Diskothek La Belle. Im gleichen Jahr wurde die Regierung von der Iran-Contra-Affäre erschüttert. Dabei waren Erlöse, die aus dem Verkauf von Waffen an den Iran stammten, dazu eingesetzt worden, um die regierungsfeindlichen Rebellen in Nicaragua zu unterstützen - ein Bruch des Völkerrechts. Die eingesetzte Kommission konnte Reagan keine persönliche Verwicklung in die Affäre nachweisen, dennoch litt das Ansehen des Präsidenten schwer unter der Affäre.   

Mit dem Wechsel zu Michail Gorbatschow an der Spitze der KPdSU und dessen Politik schlug auch Reagan in der Beziehung zur Sowjetunion ein neues Kapitel auf. Fortan herrschte Diplomatie und Tauwetter zwischen den Supermächten. Zwar ist es Gorbatschow zu verdanken, dass die Entspannung eingeleitet wurde, Reagan aber kann sich gutschreiben, die Zeichen der Zeit erkannt zu haben und vom Konfrontationskurs abgewichen zu sein. Der US-Präsident verkündete, eine Welt ohne Atomwaffen sei sein oberstes Ziel, doch natürlich hatte er auch ein Interesse daran, den Kommunismus zu beenden. In vier Gipfeln zwischen 1985 und 1988 konnten sich die beiden Staatsmänner immer besser verständigen und das Ende des Kalten Kriegs rückte immer näher. Am 12. Juni 1987 ging Reagan in seiner berühmten Rede an der Berliner Mauer noch einen Schritt weiter und forderte den Führer der Sowjetunion auf, “diese Mauer niederzureißen”. Der Fall der Mauer und das Ende der Sowjetunion geschahen erst nach Ende von Reagans Amtszeit; sein Anteil an diesen historischen Veränderungen ist aber unbestreitbar.

Auch nach dem Ende seiner Präsidentschaft blieb Ronald Reagan politisch aktiv und engagierte sich für die Republikanische Partei. Im August 1994 wurde Reagan mit Alzheimer diagnostiziert. In den USA setzte kurz darauf eine intensive und bis heute ungeklärte Debatte darüber ein, ob Vorzeichen der Krankheit bereits während seiner Präsidentschaft aufgetreten sind. Die letzten Jahre seines Lebens waren vom Fortschreiten der Erkrankung und weitgehender Isolierung gekennzeichnet.

Ronald Reagan starb am 05. Juni 2004 in seinem Haus in Bel Air, California im Alter von 93 Jahren. Mehr als 100.000 Menschen erwiesen ihm die letzte Ehre. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Gelände der Ronald Reagan Presidential Library in Simi Valley in der Nähe von Los Angeles.


 

 

 

Find us on Facebook

 

Follow us on Twitter

 

 

 

 

Americanet.de

 

Visit us on Pinterest

 

bl

 

 

 

 

Übersicht Persönlichkeiten

 

Impressum

 

 

 

 

This page in English: Ronald Reagan